The Last House on the Left (2009)
The Last House on the Left (2009)
Oder: Haus? Wald? See? Horror-Klischee!
Nur knapp ein Jahr ist vergangen, seit die 17-jährige Mari Collingwood (Sara Paxton) den Tod ihres Bruders Ben verarbeiten musste. Um diesen Schicksalsschlag endgültig zu überwinden, planen ihre Eltern (Tony Goldwyn, Monica Potter) einen Familienurlaub am idyllischen Ferienhaus, direkt an einem abgelegenen See. Für Mari bietet die Rückkehr in das Haus auch die Möglichkeit, nach längerer Zeit ihre Jugendfreundin Paige (Martha MacIsaac) wieder zu treffen.
Bei einer Erkundungstour treffen sie auf den Kiffer Justin (Spencer Treat Clark), der die zwei mit dem Versprechen auf gutes Haschisch in sein Hotelzimmer lockt. Die gute Stimmung bricht jedoch zusammen, als Justins Vater Krug (Garet Dillahunt) mit seiner Gruftie-Freundin (Riki Lindhome) und seinem sadistischen Bruder (Joshua Cox) früher als erwartet auftaucht. Der aus dem Gefängnis entflohene Mörder nimmt mit seiner Psychopathen-Clique die zwei Mädchen als Geiseln und misshandelt sie brutal, als sie fliehen wollen. Mari rettet sich gerade noch schwer verletzt in den See.
Als sich ein Sturm zusammenbraut, suchen die Mörder Zuflucht - genau im Haus der Collingwoods. Zuerst kümmern sich diese als fürsorgliche Gastgeber um die Gestrandeten, doch als sie erfahren, was diese mit ihrer Tochter gemacht haben, kehren sie den Spiess um und machen Jagd auf Krugs Bande.
Kinofilm-Rating
Dennis Iliadis' The Last House on the Left ist bereits der dritte Versuch, die Geschichte des Ingmar Bergman-Klassikers The Virgin Spring auf das Horror-Genre umzumünzen. Schon das Original basiert auf einer schwedischen Rachegeschichte aus dem Mittelalter und sorgte mit seiner expliziten Darstellung der Gewalt für einen Skandal. Zwölf Jahre später versuchte sich Horror-Altmeister Wes Craven (Scream) am Stoff und schuf einen dreckigen, brutalen Horrorfilm. Nun nimmt sich Craven im Zuge der Remake-Flut amerikanischer Horrorfilme aus den Siebzigern (Texas Chainsaw Massacre, Friday, the 13th, Halloween) wieder dieser Story an, überlässt den Regiestuhl jedoch dem eher unbekannten Dennis Iliadis, und beschränkt sich auf das Produzentenamt.
Trotz der Frischzellenkur scheitert diese Version kläglich. Das Problem des Filmes liegt weniger bei den Schauspielleistungen oder der Art der Inszenierung als in seiner banalen Zeichnung der Geschichte und der Figuren. Hier reiht sich Klischee an Klischee, und jedem Zuschauer dürfte klar sein, was folgen wird. Deshalb besitzt der Film ein Spannungsgerüst, das etwa so stabil ist wie ein Kartenhaus. Damit der Film trotzdem einen gewissen Reiz auf sein Publikum ausübt, garnieren ihn die Macher getreu dem momentanen Trend im Horror-Genre mit exzessiven Gewaltdarstellungen, erniedrigenden Handlungen und einer Prise Sex.
Das ist aber oft an der Grenze des Erträglichen und beschert der Geschichte keinen Mehrwert. Wenn die Kamera bei einer Vergewaltigungsszene minutenlang drauf hält oder verschiedenste Küchenutensilien in aller Detailverliebtheit zu Mordwaffen werden, geht es nur darum, möglichst viele Tabus zu brechen. Was kann ich dem Zuschauer noch zeigen, was er noch nicht gesehen hat? Wie bringt man einen Menschen am kreativsten und abscheulichsten um? Filme wie Saw oder Hostel haben es vorgemacht.
Leider geht dabei die Qualität eines Films flöten. Auch in diesem Fall kann man kaum von einer Geschichte reden, die nicht nur von einer intensiven Gewaltdarstellung zur nächsten springt. Immerhin sind gewisse Szenen so absurd überzeichnet, dass sie schon wieder zum Lachen anregen. Dies reicht aber nicht, um dem Film eine Existenzberechtigung aufzustempeln.
So fällt The Last House on the Left in die Kategorie der überflüssigen Remakes, die mit möglichst expliziter und harter Gewalt einen Trend im modernen Horrorfilm befriedigen, jedoch dem Horror-Genre überhaupt nichts Neues hinzufügen können.
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3.3 Sterne (29 Bewertungen) | 13 Kommentare



