The Execution of P - Kinatay (2009)

The Execution of P - Kinatay (2009)

Oder: Philippine Basterds

The Execution of P - Kinatay

"Are you talkin' to me...?"

Der 20-jährige Peping (Coco Martin) ist Schüler an der Polizeiakademie von Manila. Er heiratet seine Freundin Cecille (Mercedes Cabral), mit der er bereits ein kleines Kind hat, und freut sich auf die gemeinsame Zukunft. Seine Einkünfte bessert er mit kleinen Drogengeschäften eines lokalen Händlerringes auf. Als dessen Boss Vic (Julio Diaz), selbst ein ehemaliger Cop, Peping für ein scheinbar harmloses Schmieresteher-Jöbli einen stattlichen Lohn bietet, ist dieser gerne bereit, das abendliche Date mit seiner Braut kurzfristig zu verschieben.

Doch so harmlos ist das Jöbli dann doch nicht. Denn Vic und dessen Männer entführen die drogenabhängige Prostituierte Madonna (Maria Isabel Lopez), die ihnen Geld schuldet, verschleppen sie in einer langen Autofahrt in ein abgelegenes Haus ausserhalb der Stadt und machen sich dort mit dem Machete-Messer über sie her. Peping beginnt zu ahnen, dass nach dieser Nacht nichts mehr in seinem Leben so sein wird, wie es zuvor war.


Kinofilm-Rating

"Kinatay" heisst "Abschlachten" in Filippino. Und das ist tatsächlich nicht übertrieben. Brillante Mendozas Film irritiert. Da die meisten Szenen im Halbdunkel spielen und diejenigen im Auto mit wackeliger Handkamera gefilmt sind (Blair Witch Project lässt grüssen!), sind zwar nur sehr wenig blutige Details zu sehen. Es handelt sich also nicht um einen Ekel-Film der Hostel-Kategorie. Trotzdem ist er abstossend und wirkt wie ein Schlag in die Magengrube.

Der Film besteht wesentlich aus zwei Teilen, die im krassen Kontrast zueinander stehen. Ein erster Teil zeigt ungefähr eine halbe Stunde lang das Grossstadtleben in Manila, bunt, wirr, lärmig, und irgendwo mittendrin die Hochzeit des Protagonisten mit seiner Braut. Dieser erste Teil ist mehr eine Art filmische Collage des Grossstadtlebens als Teil einer Geschichte. Eine Art Bild- und Klangteppich zum Ein- und nie mehr Auftauchen, ganz gemäss dem Stil von Serbis, Mendozas letztem Film.

Doch das Setting ändert sich dann abrupt im längeren zweiten Teil, der mit der sehr sehr langen Fahrt im Auto eingeleitet wird und mit dem Kinatay seinen schockierenden Höhepunkt erlebt. Dieser zweite Teil spielt vorwiegend im Dunkeln, Gesichter sind kaum zu erkennen, und ausser bedrohlichem Synthesizer-Gebrummel und gelegentlichen abgehackten Dialogen ist auch nicht viel zu hören. Bis der Protagonist am Ende wieder in die laute Stadt eintaucht, die für ihn nicht mehr dieselbe ist wie zuvor. Der Kontrast zwischen dem harmlosen ersten und dem abstossenden zweiten Teil verstärkt die Wirkung des Filmes und beinhaltet ein ganzes Paket an nahe liegenden Interpretationsvarianten: vom Licht in die Dunkelheit; vom Lärm in die Stille.

Kinatay thematisiert den Verlust der Unschuld aufgrund von simpler Naivität. Zudem gibt er einen Einblick in die Art und Weise, wie kriminelle Banden auf den Philippinen offenbar operieren (gemäss dem Regisseur ist das Zerstückeln und Verteilen von Leichen dort im Milieu eine durchaus gängige Praxis). Die drastische Weise, wie dies der Film dem Zuschauer vor Augen führt, ist durchaus nachhaltig und bleibt im Gedächtnis haften. Doch ein filmischer Genuss ist dieser krude Mix aus Grossstadt-Langeweile, Blair-Witch-Flair und Slasher-Grusel wahrlich nicht.

2.7 Sterne
2.7 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
17.05.2009 / ebe