La Horde (2009)
La Horde (2009)
Oder: Scheisse, der erschossene Informant ist abgehauen!
Die Polizeiarbeit ist kein Zuckerschlecken, und besonders an der Front kommt es oft zu Unfällen, wenn nicht sogar Todesfällen. Genau das ist mit Mathias Rivoallan geschehen, denn er wird brutal zugerichtet auf einer Müllhalde gefunden, und seine korrupten Kollegen schwören darauf bittere Rache. Nach einigen äusserst brutalen Befragungen führen die Spuren schliesslich zu einer nigerianischen Bande, die von Markudi (Eriq Ebouaney) angeführt wird. Der Plan der vier ist sehr simpel: Gebäude stürmen und die ganze Bande auslöschen.
So gehen Jimenez (Aurélien Recoing), Aurore (Claude Perron), Ouessem (Jean-Pierre Martins) und Tony (Antoine Oppenheim) auch vor, machen - als sie das verfallene Gebäude in einem sozialen Brennpunkt erreichen - kurzen Prozess mit den aufgestellten Wachen und arbeiten sich schnell zum Lager der Bande vor. Doch dann kommt alles anders: Die Polizisten werden überwältigt, und noch während sie von den Nigerianern verhört werden, bricht draussen vor den Toren des Gebäudes die Hölle aus. Fleischfressende Zombies überrennen die Stadt und plötzlich müssen sich die Polizisten Seite an Seite mit den Mördern ihres Kollegen gegen die Menschenfresser wehren. Ein wahrer Alptraum beginnt...
DVD-Rating
Schon des Öfteren haben die Franzosen bewiesen, dass sie knallharte Schocker drehen können, und mit Martyrs oder Inside haben sie auch bislang unangefochtenene Horrormonumente geschaffen. Deshalb waren die Erwartungen an den Zombieschocker La Horde entsprechend hoch, denn wer sonst kann dem ausgelutschten Genre noch etwas Neues abgewinnen? Der erste abendfüllende Kinofilm von Yannick Dahan und Benjamin Rocher hält dann auch genau das, was man von ihm erwartet und klassiert sich ohne Zweifel als einer der brutalsten und besten Zombiestreifen seit 28 Days Later.
La Horde beginnt ohne grosse Einführung mit dem Begräbnis des erschossenen Polizisten und zeigt schon da die internen Strukturen der Familie und wie eng die Kollegen untereinander verbunden sind. So ist man schon mitten im Gesehenen und kurz darauf mit dem Befragen des ersten Zeugen beschäftigt. In diesem rasanten Tempo geht es Schlag auf Schlag weiter, was La Horde zu einem sehr dichten und auch sehr kurzweiligen Film macht, der bis auf einen kurzen Moment im letzten Drittel dem Zuschauer kaum Zeit gönnt, einmal kurz durchzuatmen. Doch genau so muss ein solcher Film sein, denn so kann er mit dem Anrücken der Zombies, der permanenten Lebensgefahr und dem rücksichtslosen Umgang mit den Figuren einen enormen Spannungsbogen aufbauen und mit einer Prise tiefschwarzen Humors sowie literweise Blut eine packende Spannung erzeugen.
Neben der Spannung und der Intensität ist das grosse Kapital von La Horde vor allem der ausgezeichnete Cast. Die beteiligen Schauspieler bieten eine grossartige Leistung, und das gibt dem Film - wie auch 28 Days Later - den Realismus, der den Film aus der Masse heraushebt und mit der unberechenbaren Handlung zu einem grossartigen Horrorerlebnis macht. Allerdings hat er auch seine Schwachstellen: Selbst wenn die Rachestory und die Figuren ganz ordentlich ausgearbeitet sind, ist der Film sehr erkärungsfaul und hat auch auf dem Zombiebereich einige riesige Logiklücken. Woher kommen sie und warum stehen plötzlich selbst nicht infizierte Leichen wieder auf? Diese und weitere Punkte werfen während der Laufzeit einige Fragen auf und werden einem aufmerksamen Zuschauer auch auffallen, doch den Horrorspass mögen sie nur bedingt dämpfen.
Fazit: Genau so muss ein Zombieschocker sein: Innovativ, direkt, brutal, intensiv und mit einem grossartigen Cast, der auch Ecken und Kanten hat. Dies kombiniert mit einer reisserischen Handlung einem hohen Spannungsbogen, grossartiger Kameraführung und düsteren und eindrücklichen Bildern, macht La Horde mit dem hohen Blutzoll zu einem der besten Zombiestreifen der letzten Jahre und ist jedem zu empfehlen.
Die DVD liefert den Film in einer sehr sauberen Qualität und einem satten Ton, der über jeden Zweifel erhaben ist. Das Bonusmaterial setzt sich aus vielen Trailern, einem Making-of und einigen Specials zusammen. Alle zeigen deutlich die Begeisterung hinter der Produktion. Sehr sehenswert.
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3.6 Sterne (16 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 17.06.2010
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0); Französisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making-of; Geschnittene Szenen; Fotogalerie; Trailer



