Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009)

Harry Potter und der Halbblut-Prinz

Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009) Harry Potter und der Halbblut-Prinz

Oder: Beim Barte des Merlin!

Harry Potter and the Half-Blood Prince

Dumm aus der Wäsche gucken

Harrys (Daniel Radcliffe) Welt ist aus den Fugen: Sein Patenonkel Sirius Black wurde ermordet, Voldemort ist definitiv zurück und verbreitet Angst und Schrecken nicht nur in Harrys Welt, sondern auch in der Muggelwelt. Draco Malfoy (Tom Felton) muss einen mysteriösen Auftrag von Lord Voldemort ausführen. Seine Mutter Narcissa (Helen McCrory) wendet sich an Snape (Alan Rickman) und verlangt ihm einen "unbrechbaren Schwur" ab: Er muss ihren Sohn beschützen und ihm notfalls bei der Ausführung seines Auftrags helfen. Harry, der zufällig davon erfährt, beginnt erneut an Snape zu zweifeln.

Harry Potter and the Half-Blood Prince

Auf Wolke lila...

Dumbledore zeigt sich davon wenig beeindruckt. Er lässt Harry im Denkarium an verschiedenen Erinnerungen an den jungen Tom Riddle (Hero Fiennes Tiffin und Frank Dillane) teilhaben. Sie versuchen, dem Geheimnis von Voldemorts Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, aber ein wichtiges Puzzleteil fehlt noch. Derweil werden Harry und seine Freunde, Ron (Rupert Grint), Hermine (Emma Watson) und Ginny (Bonnie Wright) für einmal nicht vom anderweitig absorbierten Draco gepiesackt, sondern von den gleichen Sorgen gequält wie die Teenager in der Muggelwelt.


Kinofilm-Rating

David Yates führt nach der fünften Verfilmung von J.K. Rowlings Romanen um den Zaubererlehrling Harry Potter wiederum Regie und wird dies auch in den letzten beiden Filmen tun (Band sieben wird in zwei Teilen in die Kinos kommen). Und wieder gilt es, den Inhalt eines mehrere hundert Seiten dicken Buches in - immerhin - zweieinhalb Stunden Film zu packen. Die enorme Informationsdichte der Buchvorlage erleichtert diese Aufgabe nicht. Das wissen all jene, die alle sieben Bücher gelesen und die unzähligen vermeintlich nebensächlichen Details entdeckt haben, mit denen Rowling bereits weit im Voraus Hinweise auf den späteren Verlauf der Dinge liefert. Solche Andeutungen finden sich durchaus auch in diesem Film, namentlich zwischen Dumbledore und Snape. Selbstverständlich bleibt auch wieder einiges auf der Strecke (es sei den Fan-Seiten im Internet überlassen, diese Unterschiede und Versäumnisse aufzulisten), doch ist dies vielleicht der Harry-Potter-Film, welcher der Buchvorlage am nächsten kommt.

Gerade deshalb ist Harry Potter and the Half-Blood Prince aber auch nicht der spannendste aller Harry-Potter-Filme. Wie die Vorlage ist auch der Film vor allem als Vorbereitung auf die Ereignisse im letzten Band zu verstehen. Obwohl der Trailer ein sehr düsteres Kinoerlebnis erwarten lässt, ist Harry Potter and the Half-Blood Prince sehr menschlich und eigentlich beinahe eine romantische Komödie. Dabei stehen natürlich die Liebeswirren der jungen Zauberinnen und Zauberer im Vordergrund. Für Lacher sorgen auch der schrullige neue Lehrer Professor Horace Slughorn (Jim Broadbent) und vor allem eine der witzigsten Szenen überhaupt, als Harry mit Hilfe des Zaubertranks Felix felicis versucht, hinter dessen Geheimnis zu kommen und Radcliffe vielleicht zum ersten Mal sein komödiantisches Talent zeigen kann.

Herausragend spielt nebst Helena Bonham Carter als böse und leicht verrückte Bellatrix Lestrange auch wieder Alan Rickman, der dem unsympathischen Kotzbrocken Severus Snape genau jenen zweideutigen Charakter verleiht, den Rowling ihm zugedacht hat. Die Frage, auf welcher Seite Snape steht, stellt sich seit dem ersten Film und ist noch immer nicht geklärt. Oder vielleicht doch?

Die finalen Ereignisse, der eigentliche Kampf, auf den alles herausläuft, sind dann vor allem im Vergleich zum sonst diesmal eher gemütlichen Erzähltempo etwas kurz gehalten. Das wichtigste Ereignis zum Schluss aber schockiert auch, wenn man bereits weiss, dass es passiert. Das Ende, soviel sei doch auch jenen verraten, die Band 6 und 7 nicht gelesen haben, birgt das Risiko verschmierter Wimperntusche. Also liebe Frauen (und Männer): Lieber wasserfeste Schminke verwenden, es wird traurig.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (147 Bewertungen) | 55 Kommentare

4.54.5
11.07.2009 / ema