Hannah Montana: The Movie (2009)
Hannah Montana: The Movie (2009)
Oder: Setz die Perücke auf und sing!
Die 16-jährige Miley Stewart (Miley Cyrus) wollte schon immer Sängerin werden. Um trotz Popkarriere noch ein normales Leben führen zu können, erfanden sie und ihr Vater Robbie Ray (Billy Ray Cyrus) vor einigen Jahren ein geheimes Alter Ego: die blonde Hannah Montana. Doch allmählich beginnt der jungen Dame ihr Erfolg als Superstar zu Kopf zu steigen. Um sie wieder in die Realität zu holen, bringen ihr Vater und ihr Bruder Jackson (Jason Earles) sie deshalb zu ihrer Grandma Ruth (Margo Martindale), die eine Farm in einem kleinen Kaff in Tennessee betreibt.
Erst möchte Miley so schnell wie möglich wieder weg. Als sie jedoch merkt, dass sich ihr früherer Schulkamerad Travis (Lucas Till) zu einem süssen Cowboy gemausert hat, bleibt sie gerne und geniesst das unbeschwerte Landleben. Aber auch in Tennessee bleiben die Probleme nicht aus: Die kleine Stadt braucht unbedingt Geld, um einen Immobilienmogul loszuwerden. Ein Benefizkonzert von Hannah Montana wäre die Lösung. Doch leider ist auch der schmierige Paparazzo Oswald (Peter Gunn) in der Stadt, der Hannah Montanas Identität aufdecken will. Miley steht nun vor der schweren Entscheidung: Musikkarriere oder Heimat und Freunde?
Kinofilm-Rating
Die 16-jährige Tochter von Billy Ray Cyrus, der in den 90ern mit dem Country-Lied "Achy Breaky Heart" einen Riesenhit gelandet hat, ist ein echtes Phänomen: Seit 2006 singt und spielt sie die Doppelrolle von Miley Stewart/Hannah Montana in der erfolgreichen Disney-TV-Serie. Nebenbei hat sie noch drei Bestselleralben veröffentlicht, und letztes Jahr erzielte ihr Konzertfilm Hannah Montana/Miley Cyrus: Best of Both Worlds Concert Tour riesige Einnahmen - und das, obwohl der Film in den USA exklusiv in 3D-Kinos gezeigt wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde sie zu dem Teenie-Idol und ist allgegenwärtig in den US-Medien und an Kinderzimmertapeten. Dass dann bald ein Kinofilm zur erfolgreichen TV-Serie folgen würde, war eigentlich nur logisch.
Wie nicht anders zu erwarten war, ist der Film besonders für Fans der Serie sehenswert. Das Erfolgsrezept wird beibehalten - Humor, Slapstickeinlagen, Teeniethemen wie erste Liebe und die Suche nach sich selbst und natürlich viel Musik werden geboten und unterhalten zweifellos. Zwar kommen Mileys Freunde aus der Serie nur wenig vor (Emily Osment als Lilly Truscott kommt erst in der zweiten Filmhälfte vermehrt vor, Mitchel Musso als Oliver Oken darf sogar nur ganz am Anfang des Filmes kurz auftauchen), ansonsten bietet der Film aber weitgehend den Spass der Serie - einfach in einem viel grösseren Format. So wird mehr, ja viel mehr gesungen: Miley Cyrus darf als Miley Stewart und als Hannah Montana jede Menge Lieder zum Besten geben, und auch Papa Billy Ray und Chartstürmerin Taylor Swift tragen zum musikalischen Klangteppich bei. Zudem gibt es nach den künstlichen Studiokulissen der TV-Serie endlich mal echte Aussenaufnahmen - und Tennessee ist wirklich eine schöne Cowboyurlaubskulisse.
Etwas bemüht kommt dafür die Story daher: Der ganze Konflikt um die Doppelidentität von Miley/Hannah ist ja definitiv nichts Neues - jeder dahergelaufene Superheld ist ja auch zwischen zwei Identitäten hin- und hergerissen. So ist es auch nicht zufällig, dass der Film mit einer Anziehszene beginnt, nur dass sich Miley nicht in ein Superheldenkostüm schmeisst, sondern eine blonde Perücke aufsetzt und viel Schminke und Glitzer für ihr anstehendes Konzert aufträgt. Soweit, so gut. Wenn aber in Tennessee darum gerungen wird, ob sie jetzt Superstar oder nur ein Mädchen, blond oder brünett sein soll, dann nimmt sich der Film doch etwas zu ernst. Zum Glück dauern diese Szenen meist nicht sehr lange und werden durch musikalische oder humoristische Einlagen bald wieder aufgepeppt.
Fazit: Ein Meisterstreich ist der Film sicher nicht geworden. Aber er ist unterhaltsam, bietet fetzige Popmusik und viele hübsche Gesichter. Wer die Serie gerne schaut, wird auch beim Film nicht wegsehen und -hören wollen. Das Zielpublikum, die Miley/Hannah-Fans, können sich auf jeden Fall getrost zurücklehnen und den Film geniessen.
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