Il grande sogno (2009)
Il grande sogno (2009)
Oder: *bangbang* und so beginnt die Schauspielkarriere
Italien, 1968: Der junge Polizist Nicola (Riccardo Scamarcio) wäre eigentlich lieber Schauspieler. Doch anstatt auf einer Bühne findet er sich in einer verdeckten Mission wieder. Die Studenten der La Sapienza in Rom rebellieren und haben die Universität in Beschlag genommen. So wollen sie gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt kämpfen, wie zum Beispiel den Krieg in Vietnam.
Nicola lernt während seines Einsatzes Laura (Jasmine Trinca) kennen, die eine der inspirierenden Kräfte der Studentenproteste ist. Starter und Sprachrohr der ganzen Aktion ist Libero (Luca Argentero), der sein ganzes Herzblut in die Bekämpfung der politischen Ungerechtigkeiten steckt. Laura fühlt sich zu beiden Männern hingezogen. Für welchen wird sie sich entscheiden?
Kinofilm-Rating
Il grande sogno ist Michele Placidos Film über die Studentenrevolutionen in Italien im Jahre 1968. Der Film ist in höchstem Masse autobiografisch und erzählt von den Erinnerungen, die der Regisseur (Romanzo Criminale) und Schauspieler (Il Caimano) an diese Zeit hat. "Il grande sogno" bedeutet "Der grosse Traum", und genau davon handelt der Film: vom grossen Traum einer gesamten Generation für eine bessere Welt. Und auch von Placidos eigenem grossen Traum, denn in dem Jahr kam auch die Wende in seiner Karriere.
Die Figur des Nicola ist Placidos Alter Ego, denn auch er war in der Zeit Polizist mit schauspielerischen Ambitionen. Zu Beginn habe er die Studenten bekämpft und verprügelt, bis er schlussendlich selber die Seite wechselte. Die Studentenbewegung habe ihm die nötige Inspiration gegeben, um die Aufnahmeprüfung für die Schauspielakademie zu machen und so seinem Traum einen Schritt näher zu kommen.
Die drei Hauptdarsteller Riccardo Scamarcio (Italians), Luca Argentero (Saturno Contro) und Jasmine Trinca (La loi du plus fort) sehen in erster Linie alle gut aus. Was die schauspielerischen Qualitäten angeht, gibt es nicht viel zu kritisieren. Erwähnenswert ist Luca Argentero, der 2003 beim italienischen Big Brother mitgemacht und seither in diversen Serien und Filmen mitgespielt hat. Denn der Kerl sieht nicht nur gut aus, er kann auch tatsächlich spielen und avanciert wie sein Kollege Scamarcio zu einem der Kinolieblinge Italiens.
Wer bei Il grande sogno einen hochpolitischen Film erwartet, liegt falsch, denn es geht viel mehr um die Emotionen, die mit dieser Zeit verbunden werden. Darum, den heutigen Jugendlichen (Italiens) zu zeigen, was vor 40 Jahren in den Köpfen der damaligen Teenies vorging. Dennoch kommt das Ganze nicht so richtig rüber.
Kurz gesagt: Il grande sogno ist in erster Linie ein Film über die Studentenbewegung im Jahre 1968 aus der Sicht von Michele Placido. Ob das nun wirklich was für alle ist, mag bezweifelt werden. Denn drei gut aussehende Darsteller machen noch lange keinen guten Film.
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