Glee, Season 1.1 (2009)

Glee, Season 1.1 (2009)

Oder: And that's how Sue c's it!

Glee, Season 1.1

Da fehlt ein Spot, oder?

Der Spanischlehrer Will Schuester (Matthew Morrison) möchte an seiner High School den Glee Club, ein Chor- und Tanzensemble, auferstehen lassen und damit sogar an regionalen Wettbewerben teilnehmen. Es melden sich primär Aussenseiter der Schule, die jedoch göttlich singen und tanzen können. Sue Sylvester (Jane Lynch), der stolzen Trainerin des Cheerleader-Teams, passt dies gar nicht in den Kram. Will merkt sehr schnell, dass es Sue nicht nur um das nicht vorhandene Budget geht. Sie beginnt, den Glee Club fortan auf teuflische Art und Weise zu sabotieren.

Glee, Season 1.1

Freaks and G(l)eeks

Während für die egozentrische Rachel (Lea Michele) mit dem Club ein Traum in Erfüllung geht, hat ihr heimlicher Schwarm und Football-Quarterback Finn (Cory Monteith) zunächst noch Schwierigkeiten, Sport und Kunst zu verbinden. Zuhause kriegt Will nur den Schwangerschaftswahn seiner Frau Terri (Jessalyn Gilsig) mit. Da sind die Gespräche mit der Schulpsychologin Emma (Jayma Mays) Balsam für seine Seele. Zeit zum Ausruhen bleibt ihm nicht, denn sowohl Sue als auch die Konkurrenz schlafen nicht.


DVD-Rating

Glee Season 1.1

Glee ist Kult. Als im Herbst 2009 die ersten Episoden über die amerikanischen Bildschirme flimmerten, war klar, dass das Serienpendant zu High School Musical oder American Idol eine gigantische Fangemeinde aufbauen würde. Erfinder Ian Brennan, der während seiner Schulzeit ebenfalls in einem Chor gesungen hatte, konzipierte bereits 2005 ein Format, an dem sich nun Produzenten, TV-Sender und sogar Preisjuroren die Finger lecken. Nochmals: Glee ist Kult - und dies nicht nur, weil viel gesungen wird, sondern weil die Musical-Comedy dank ihrer Vielschichtigkeit Jung und Alt begeistert.

Die erste Hälfte von Staffel 1 gibt schnell Einblick in die bunte und hormongesteuerte Welt von Glee. Das einfach gestrickte Muster macht die Serie umso zugänglicher, schliesslich wird primär gesungen, obligat untereinander geliebt, gezickt und gehasst. Gerade junge Zuschauer dürften sich mit den Problemen ihrer "Idole" identifizieren und mitfiebern. Die Macher greifen dabei in die Klischeeschublade, vermischen Asiaten mit Afroamerikanern, Sportler mit Gehbehinderten und drücken eine grosse Portion amerikanische Moral obendrauf. Dieser Mix passt so gut zusammen, dass aus Glee eine regelrechte Marke entstand. Nebst wöchentlicher Songveröffentlichungen und ganzen Alben auf iTunes wurde sogar ein Karaokespiel für die Wii-Konsole umgesetzt.

Schlussendlich basiert der Erfolg trotz allen kassenklingelnden Marketinggags auf der hohen Qualität der Drehbücher, des Casts und der Produktion. Während die Jungstars aus allen Ecken kommen, teilweise Schauspiel-, Gesangs- oder Tanzerfahrung mitbringen, stammen die Erwachsenen aus dem professionellen Bereich. Während Matthew Morrison als Lehrer den etwas langatmigen Menschenversteher mimt, Jayma Mays eher einem Reh als einer Schulpsychologin gleich, trumpft vor allem die mit dem Golden Globe ausgezeichnete Jane Lynch als bitterböse Cheerleader-Trainerin Sue Sylvester auf. Die Frau ist so tough, dass einem Angst und Bange wird. Auch wenn die Handlungsstränge der Erwachsenen analog den Teenieplots an den Haaren herbeigezogen sind, werden gerade diese die etwas älteren Zuschauer mit einem Schmunzeln in den Bann ziehen.

Fazit: Glee verbreitet Heiterkeit. Regenbogenfarbene Problemchen von Teenagern, verschmischt mit qualitativ hochstehenden Gesangs- und Tanzeinlagen. Da läuft nicht nur die amerikanische Marketingmaschinerie auf Hochtouren. Gerade wegen der einfach gestrickten Vielschichtigkeit kommt die Serie ungezwungen und mit erstaunlich hohem Suchtfaktor daher. Klar, wer mit Musicals nichts anfangen kann, sollte lieber die Finger davon lassen. Andere dürfen getrost zugreifen, sich von Sue Sylvesters Sarkasmus anstecken lassen und auf den zweiten Teil der Staffel warten.

Die DVD-Box kommt knallig und optisch ansprechend daher. Bild sowie Ton sind optimal. Gerade der Musik wegen sollte man die DVD mit einer 5.1-Anlage geniessen. Mit drei bis vier Episoden pro DVD bleibt sogar genug Platz für einen Haufen Bonusmaterial. Die pro Folge vorgetragenen Songs können nochmals einzeln angewählt werden. Dazu gibt es Musikvideos, Castings, Vorsingen und Geheimnisse der Glee-Mitglieder; rund 50 Minuten, die das Herz höher schlagen lassen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

27.04.2011 / woc

Community:

Bewertung: 4.4 (9 Bewertungen)

 

 

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