Gamer (2009)

Gamer (2009)

Oder: Takes the Game to the next Level

Gamer

Das wird gezeigt...

In einer nicht zu fernen Zukunft: Ken Castle (Michael C. Hall) hat mit einer spektakulären Erfindung die Unterhaltungsindustrie revolutioniert. Er hat nämlich Naniten entwickelt, die man im Gehirn eines Menschen einpflanzen kann und die es dann ermöglichen, die vollkommene Kontrolle über eine Person zu übernehmen. Damit hat Castle eine reale Version im Stil von The Sims oder Second Life aufgebaut, die er "Society" nennt. Sie ermöglicht es zahlenden Kunden, mit richtigen Menschen als Puppen eine bizarre Welt zu erkunden, in der fast alles erlaubt ist. Doch dies war Castle noch nicht extrem genug, eine Steigerung musste her: "Slayers" war geboren. Das Wortspiel zwischen Slave (Sklave) und Player (Spieler) nutzt das völlig überforderte Strafvollzugssystem von Amerika aus und verheizt die Todeskandidaten in tödlichen Kriegsspielen, bei denen die Spieler die volle Kontrolle über die Gefangenen haben. Falls der Gefangene dabei 30 Runden übersteht, hat er seine Freiheit verdient.

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... und so wird gespielt.

Slayers ist inzwischen rund um die Welt enorm populär, und der Todeskandidat Kable (Gerard Butler) sowie sein 17-Jähriger Spieler Simon (Logan Lerman) sind zum Gesicht der Todesspiele geworden. Sie haben nämlich bereits 27 Runden überstanden und stehen somit kurz davor, das Ticket in die Freiheit zu erhalten. Doch nicht alle sind so begeistert von diesen Spielen und setzen alles daran, Castle und seine Machenschaften zu stoppen. Eine dieser Gruppen nennt sich Humanz. Um ihr Ziel zu erreichen, holt sie Simon an Bord, um mit dessen Kooperation Kable aus den Fängen von Slayers zu befreien. Wird es möglich sein, das das tödliche Spiel zu überlisten, ist Castle überhaupt zu stoppen und wird der unter mysteriösen Umständen verhaftete Kable jemals seine Familie wiedersehen?


DVD-Rating

Seit dem Überraschungserfolg Crank 2006 haben sich die beiden Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor mit ihrem ganz eigenen Highspeed-Stil etabliert und nahezu ein Genre für sich geschaffen. Gamer ist eine weitere Zusammenarbeit der beiden, und wiederum führten sie nicht nur Regie, sondern schrieben auch gleich das Drehbuch dazu. Gamer kombiniert vom Prinzip her die brutalen Spiele aus Running Man oder Death Race mit dem Konzept von ferngesteuerten Avataren und mischt dies mit einem solide konstruierten Zukunftsszenario sowie viel Medien- und Sozialkritik. Womit auch schon eine der Stärken erwähnt wäre, denn etwas in diesem Stil hat man bisher noch nicht gesehen. Selbst wenn die Kritik am System etwas zu plump ausfällt, bietet eine gute Basis. Weitere Stärken sind die rasant inszenierte Action, welche trotz eines kleinen Budgets spektakuläre Bilder zeigt, sowie der Hauptdarsteller Gerard Butler. Wie schon bei Law Abiding Citizen oder 300 läuft dieser zu Höchstform auf und überzeugt nicht nur in seiner Rolle, sondern reisst auch als charismatischer Kämpfer auf dem Felde mit.

Dies ermöglicht ein sehr kurzweiliges und spektakuläres Action-Erlebnis, welches keine Sekunde langweilig wird und bis zum Schluss packt, selbst wenn das spektakuläre Finale ausgelassen wurde. Allerdings war dies bei Crank auch so, doch während dort ein ordentliches Szenario und spektakulär inszenierte Action reichte, ist dies bei Gamer schlicht zu wenig. Der eigentliche Held bleibt ein nahezu gesichtsloses Werkzeug, über den man kaum etwas erfährt, und das Gleiche gilt auch für alle beteiligten Figuren sowie die Mitkämpfer im Game. Diese bleiben wirklich wie bei einem Ego-Shooter kaum mehr als Gesichter, die, sobald sie ihre Aufgabe erledigt haben, sofort wieder aus dem Film verschwinden.

So hat man zwar ein Szenario, dass ein Gefangener komplett durch Simon gesteuert wird, doch dessen Charakter wird genau so wenig vertieft wie das tragische Schicksal von Butlers Frau, welche ihren Körper in Society zur Verfügung stellt. Dies sind dann auch die Punkte, welche unfertig wirken und die aus dem Film - der wirklich eine sehr gute Ausgangslage hatte - nur noch eine ordentliche Produktion machen. Eine Produktion, die zwar unterhält, aber ansonsten sehr wenig Fleisch am Knochen hat und mehr wie ein Schnellschuss wirkt.

Fazit: Ganz im Stil von Crank haben Mark Neveldine und Brian Taylor einen süffigen und kurzweiligen Actionthriller abgeliefert, der runde 90 Minuten mit spektakulären und blutigen Szenen unterhält. Leider reduziert sich der Film auf ein ordentliches Szenario mit einem charismatischen Hauptdarsteller, das hinten und vorne nicht ausgearbeitet ist und sehr viele platte und oberflächliche Figuren mit noch mehr offenen Fragen kombiniert. Dies ist auch der Grund, weshalb der Film trotz einiger guter schauspielerischer Leistungen nur eine durchschnittliche Produktion ist. Da können auch die abgefahrene Kameraführung und die erfrischende Inszenierung von den beiden Regisseuren nicht helfen.

Die DVD liefert den Film ungeschnitten und in einer sehr sauberen Qualität, welche auch mit einem starken Ton überzeugt. Das Bonusmaterial setzt sich aus einer sehr umfassenden Dokumentation zusammen, welche sehr gut auf die Produktion sowie auf die Geschichte hinter Gamer eingehen. Definitiv einen Blick wert.

3.5 Sterne 4.4 Sterne
3.5 Sterne (56 Bewertungen) | 3 Kommentare

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07.02.2010 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
  • Sprachen: English (DD 5.1)
  • Untertitel: Englisch; Spanisch
  • Extras: Audiokommentar; Inside the Game; The Evolution of Red; Trailer