G.I. Joe: Rise of Cobra (2009)
G.I. Joe - Geheimakte Cobra
G.I. Joe: Rise of Cobra (2009) G.I. Joe - Geheimakte Cobra
Oder: Wahrgewordene Kindheitserinnerungen
MARS ist nicht etwa nur der Name eines Schokoriegels, sondern auch derjenige des weltgrössten Waffenherstellers in naher Zukunft. Dessen Chef, ein Schotte namens McCullen (Christopher Ecclestone), hat eine tolle neue Waffe entwickeln lassen, welche die NATO ins Schwärmen geraten lässt. Nanobots, genügend verpackt und in einen Raketenkopf gesteckt, sollen sich durch alles fressen, was sich ihnen in den Weg stellt. Der Transport der Prototypen aus der Herstellerfabrik unterliegt der Squad von Captain "Duke" Hauser (Channing Tatum) und dessen Kumpel Ripcord (Marlon Wayans) welche natürlich schon bald vom "Feind" angegriffen werden.
Die Bösen erscheinen in der attraktiven Gestalt der "Baroness" (Sienna Miller), die mit ihrer Technologie diejenige der Soldaten alt aussehen lässt. Duke und Ripcord (Surprise, Surprise) überleben den Angriff, weil die Einheit von "GI JOE" eingreift. Das sind unter anderem der Hüne "Heavy Duty" (Adewale Akinnuoye-Agbaje), der stille Ninja "Snake Eyes" (Ray Park) und "Scarlett" (Rachel Nichols), die ebenfalls über ein gewaltiges Arsenal an neuen Technologien verfügen.
Duke hat Blut geleckt und will nun mit seinem Buddy ins GI JOE-Team. Zumal er in der bösen Baroness jemanden erkennt hat, die er eigentlich schon lange vergessen wollte. Doch vor der Aufnahme ins Team stellt General "Hawk" (Dennis Quaid) Ansprüche. Und erst nachdem die Tests bestanden sind (Achtung aufs Cameo von Brendan Fraser), gehts den Bösewichten an den Kragen. Denn neben dem üblen "Doctor" (Joseph Gordon-Levitt) und dem brutalen "Storm Shadow" (Byung-Hun Lee) wartet auch noch eine faustdicke Überraschung, unter der auch der US-Präsident zu leiden hat.
Da soll mal noch einer sagen, die Bösewichte hätten keine Ideen mehr, wie sie die Weltherrschaft an sich reissen können....
Kinofilm-Rating
Die Staubwolken von Transformers 2 haben sich noch nicht gelegt, da startet mit G.I. Joe: Rise of Cobra bereits der nächste Sommerblockbuster, der seinen Ursprung im Spielzeugregal hat. Die Actionfiguren von damals wurden weiterentwickelt, stehen in aufgemotzter Form erneut im Laden, und die Trickfilme über die mutigen Kerle von "G.I. Joe" kennen die meisten. Nun hat sich The Mummy-Regisseur Stephen Sommers der tapferen Recken angenommen und präsentiert ein aufgeblasenes Actionspektakel, das den Zuschauer keinesfalls auch nur annähernd intellektuell stimuliert, aber laut, schnell und zwischendurch auch recht peinlich ist.
Die Geschichte von GI Joe: Rise of Cobra ist schnell erzählt. Ein paar Raketensprengköpfe mit gefährlichem Inhalt (nein, es sind nicht mehr Atombomben, sondern Nanobots) werden gejagt. Mal mit dem besseren Ende für die stählernen und durchtrainierten Soldaten von G.I. Joe, mal für die widerlichen und bösen Kerle der dunklen Seite. Mehr ist da leider nicht zu berichten. Nur wird diese Jagd bis ans Maximum des Erträglichen aufgemotzt und mit Spezialeffekten garniert, dass es dem Guten einfach zuviel ist. Kaum eine Sequenz ist "normal", die Menschen springen rum, als ob sie Actionfiguren wären, und die Dialoge sind wohl im Lexikon unter "peinliche Überbrückung" zu finden.
Der Grund, warum G.I. Joe: Rise of Cobra trotzdem einigermassen Spass macht, sind die bösen Jungs. Da stolziert ein Joseph Gordon-Levitt (Brick) als verrückter Wissenschaftler durch das Set, lässt ein Christopher Eccleston (Doctor Who) seinen besten und breitesten schottischen Dialekt raus, und Sienna Miller (Stardust) lässt in mörderischen Stilettos und mit wummiger Knarre die Balken krachen. Dagegen haben es die guten Jungs um den durchtrainierten, aber halt doch etwas farblosen Channing Tatum (Step Up) und den langweiligen Dennis Quaid (The Day after Tomorrow) halt schon schwer. Immerhin haben sie mit "Darth Maul"-Ray Park einen der coolsten Charatkere des JOE-Universums auf ihrer Seite.
Es wird geschossen, getaucht, geflogen, Sprüche geklopft und geprügelt. Und am Schluss liegt kein Stein mehr auf dem anderen. Wer dachte, nur Michael Bay könne Abbruchkino veranstalten, soll sich G.I. Joe: Rise of Cobra mal ein bisschen genauer angucken. Da fällt der Eiffelturm, die neuesten Technologien (Potters "Invisibility Cloak" ist ein Spielzeug dagegen) vorgeführt, und es tätscht und kracht an allen Ecken und Enden. Und weil Stephen Sommers so ein netter Kerl ist, kriegen alle seine männlichen Hauptdarsteller aus The Mummy Gastauftritte. Die einen erkennt man, die anderen weniger. Viel Spass bei der Suche...
Fazit: G.I. Joe: Rise of Cobra ist anspruchsloses Sommerkino, das eine möglichst dünne Story so dermassen aufgebläht hat, dass es schon fast weh tut. Leider bleibt dabei der Spass vielfach auf der Strecke, und diese SFX-Schlachten haben ihre Schmerzgrenze erreicht. Wer aber auf krachendes Hollywoodkino steht, dürfte an GI JOE: Rise of Cobra kaum vorbeikommen.
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