The Firm (2009)
The Firm - 3. Halbzeit
The Firm (2009) The Firm - 3. Halbzeit
Oder: Fussball ist nicht nur ein Spiel
Bex (Paul Anderson) ist werktags ein einfacher, aber erfolgreicher Immobilien-Makler, am Wochenende ist er der Boss "der Firma", einer Fangruppe des Fussballclubs West Ham United. Einer Truppe von Hooligans, die nebst dem Fussball auch gerne mal die Fäuste ins Spiel bringen. Vor allem die Fans von Millwall und ihr Anführer Yeti (Daniel Mays) sind der Firma ein Dorn im Auge, und darum wird auch keine Möglichkeit ausgelassen, den Jungs so richtig die Rüben zu verhauen.
Dom (Calum McNab) und sein Freund wiederum sind normale Teenager. Ein wenig faul, immer blank und trotzdem jedes Wochenende an einer Party anzutreffen. Dom arbeitet zwar bei seinem Vater, hat aber meistens Besseres zu tun, als diesen zu unterstützen. Als Dom und seine Kumpels in einem Club etwas zu tief in Glas schauen, legen sie sich mit dem denkbar schlechtesten Gegner an: mit Bex. Dieser kennt keine Gnade und streckt einen der Teenager nieder. Dom bemerkt rasch, was sie sich eingebrockt haben und beschliesst, sich zu entschuldigen. Bex findet Gefallen am Jungen und rekrutiert ihn für seine Truppe. Für Dom wird Bex mehr und mehr zum Idol. Er kauft sich neue Kleider, vernachlässigt seine Freunde und Familie und freundet sich schnell mit der Firma an. Jedoch hat er sich nicht überlegt, wie hart es bei diesen Kämpfen zu und her gehen kann.
DVD-Rating
Nick Love, Regisseur und Drehbuchautor, war früher selbst mal ein Hooligan, was dem Film wohl gut getan hat. Loves letztes Hooligan-Werk The Football Factory wurde zu einem absoluten Überraschungshit und wurde auch in der Fussballszene gelobt. Mit The Firm ist ihm jetzt ein noch authentischerer und erwachsener Film gelungen. Die Achtzigerjahre, in denen der Film spielt, sind detailiert und liebevoll nachempfunden worden. Da der Film immer wieder zwischen dem jungen Dom und der Truppe hin und her switcht, entsteht eine gesunde Abwechslung zwischen leichter kurzweiliger Komödie und einem typischen Hooliganfilm. Relativ untypisch ist, dass die Gewaltszenen eher weniger im Vordergrund stehen und auch nie wirklich viel Blut fliesst. So ist The Firm insgesamt angenehmer anzusehen als The Football Factory.
Die Schauspieler, allen voran Paul Anderson, zeigen eine grandiose Leistung. Hier wurde sehr sorgfältig Rolle um Rolle verteilt und auch bis ins kleinste Detail charakterisiert. Dies ist ein ganz grosser Pluspunkt des Films. Die Protagonisten werden nicht nur als Gewaltproleten, sondern als Menschen mit einer Geschichte und einer Persönlichkeit dargestellt.
Die Atmosphäre des Films ist ebenfalls eine Wucht, mit exzellenten Kamerafahrten während der Kämpfe, mit farblichen Bildbearbeitungen und mit einem Retro-Achtziger-Fimstil wird hier die britische Hooliganszene von der "besten" Seite gezeigt. Ob das Hooligan-Sein für jeden nachzuempfinden ist, sei dahingestellt. Fakt ist doch, dass für diese Menschen Fussball viel mehr als nur ein Spiel ist.
Fazit: The Firm bietet grossartiges britisches Kino mit viel Liebe fürs Detail, angefangen bei den Charaktern, deren Auftreten, Redensarten und Kleidung bis hin zu den sehr authentischen Machtspielchen und Kämpfe. Der Humor kommt vor allem am Anfang des Films auch nicht zu kurz, hauptsächlich dank der Geschichte von Dom. Nick Love hat nach dem eher gewaltglorifizierenden The Football Factory eine erwachsenere Hooligan-Version mit weniger Blut, dafür mehr Story und Tragik fabriziert. Klar fragt man sich nach den Gründen für eine solch unsportliche Tätigkeit, aber Moralapostel können sich ja andere Filme ansehen.
Die DVD zeigt den Film in gelungener Film- und Tonqualität. Die deutsche Synchronisation bekam man zwar gut hin, wirkt aber unpassend. Die Dialekte und Slangs gehen im "Synchro-Deutsch" völlig verloren. Das Making-of zeigt sehr schön, wie man sich für die Schlägereien vorbereiten musste. Jeder Schauspieler hatte seine ganz bestimmte Aufgabe, und sogar die Statisten konnten nicht bloss seelenruhig durchs Bild marschieren. Gerade an diesen Fights wurde tagelang gearbeitet, was man in den Extras nochmals explizit zeigt.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 19.08.2010
- Bildformat: 2.35:1 / Widescreen; 16:9
- Sprachen: Deutsch (DTS 5.1); Englisch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Als Statist bei The Firm; Die Fights; Making-of; Der "Karaoke-Fight"



