Fame (2009)
Fame (2009)
Oder: Tanzen bis der Entdecker kommt
Wer in der heutigen Zeit über eine ausgereiftere Stimme verfügt, sich ein paar Tanzschritte merken kann und dazu noch keine Angst vor Publikum hat, gerät meist früher oder später in irgendein Fernsehstudio, wo gewiefte Manager die heutigen Stars formen. Ein paar Monate später kräht jedoch meist kein Mensch mehr nach diesen "Stars". Jenen schnellen und vergänglichen Ruhm wollen die Schüler der High School of Performing Arts in Manhattan, New York, eben nicht. Sie sind in ihren Klassen, um stetige Bekanntheit zu erlangen, ein Zeichen zu setzen, ihre Träume zu erreichen und natürlich auch, um den entsprechenden Ruhm einzufahren.
Verschiedenste Charaktere treffen aufeinander, ob in den Räumen der Klasse oder auf dem Flur. Schüchterne Mädchen mit Hammerstimmen, selbstbewusste Jungs mit Rapperambitionen oder auch die schwarze Dame, die den Besuch der Schule vor ihren Eltern verheimlichen muss. Kontakte werden geknüpft, Schicksale nehmen ihren Lauf, und wenn sich dann talentierte Jungstars treffen, um eine Band zu gründen, merken auch sie bald, dass die Musikwelt nicht auf Schulabgänger und Kollegen gewartet hat. Denn wer bekannt, berühmt und zum Superstar werden will, braucht neben Glück und Talent vor allem eins: Schweiss!
Kinofilm-Rating
1980 brachte Alan Parker (Angel Heart, Evita) die Story von Fame zum ersten Mal ins Kino. Junge, hungrige Menschen, die sich die Seele aus dem Leib tanzen, singen und die, im Fall von Irene Cara, Stars wurden. Nun kommt die gepimpte und neu aufgelegte Fassung in unsere Kinos, die sich unter der Regie von Kevin Tancharoen als in die Länge gezogenes Musikvideo präsentiert.
Ganz im Stil von Step Up werden uns auch in Fame durchchoreographierte und schnell geschnittene Tanzsequenzen geboten, die sich in schöner Regelmässigkeit mit Singstunden und oberflächlichen Gesprächen abwechseln. Leider werden die Charaktere dermassen stiefmütterlich behandelt, dass auch nach dem Abspann kein einziges Gesicht mehr präsent ist und man sich höchstens über die neumodische Titelmelodie nervt, die eigentlich den ganzen Film zusammenfasst. Aus fetzigem Funk und Soul wurde seelenloser R'n'B, der mit langweiligem Rap angereichert ist. Schade.
Schauspielerisch werden uns in Fame TV-erprobte Jungstars geboten, die zwar schweisstreibend rumhüpfen und (vereinzelt) gute Stimmen präsentieren, aber völlig ohne Wiedererkennungswert sind. Auch etabliertere Namen wie Kelsey Grammer (X-Men: The Last Stand) oder Charles S. Dutton (Gothika) können nicht helfen, den Charakteren Boden unter den Füssen zu geben. Das Original hatte schon diese Schwäche, hier wird aber noch weniger Wert darauf gelegt.
Fazit: Musikfreunde, die schon ab Filmen wie Honey abgehen, dürfen sich in die neue Fassung von Fame wagen. Wer aber das Original im Hinterkopf hat und den Song kennt, sollte hier seinen Besuch überdenken. Denn was 1980 fetzig und cool war, kommt nun recycled, noch oberflächlicher und vor allem ohne Seele daher. Und passt damit hervorragend zur heutigen Musikgeneration ;)
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