The Eclipse (2009)

The Eclipse (2009)

Oder: Geister aus der Vergangenheit...

The Eclipse

Könnte sie es sein?

Michael Farr (Ciarán Hinds) arbeitet als Lehrer und zieht, seit seine Frau vor zwei Jahren überraschend gestorben ist, zwei Kinder alleine gross. Glücklich ist er dabei allerdings nicht, er leidet unter Depressionen und hört in letzter Zeit immer wieder merkwürdige Geräusche im Haus. Allerdings ist er sich dabei nicht sicher, ob es sich dabei bloss um Alpträume handelt oder ob es in seinem Haus tatsächlich spukt. Glücklicherweise findet im Dorf, in dem Michael lebt, zum zehnten Mal ein Literaturfestival statt, an dem er als Freiwilliger arbeitet und dieses Jahr die attraktive Lena Morelle (Iben Hjejle) betreuen muss. Da ihre Bücher hauptsächlich von Geistern und dem Übernatürlichen handeln, kommen die beiden schnell ins Gespräch und kommen sich näher.

The Eclipse

Ja, es muss so sein!

Doch selbst wenn Michael in Lena zum ersten Mal jemanden gefunden hat, der ihn zu verstehen scheint, wird Lenas Aufmerksamkeit von ihm abgelenkt. Sie wurde nämlich von Nicholas Holden (Aidan Quinn) zum Festival eingeladen, mit dem sie letztes Jahr eine kurze Affäre hatte und der sie seither nicht mehr aus dem Kopf gekriegt hat. Während jedoch Nicholas sofort dazu bereit wäre, seine Familie zu verlassen, um mit Lena zu sein, will diese sich lediglich aus dem Chaos herauswinden. Je länger das Festival andauert um so hitziger wird die Situation, bis ein Ereignis Michael komplett aus der Bahn wirft...


Kinofilm-Rating

Bis bei The Eclipse endlich die Kameras rollten, war es ein langer Weg. Alles begann mit der Kurzgeschichte "Tales from Rainwater Pond" von Billy Roche, welche dem Regisseur zugesandt wurde. Während der folgenden drei und etwas mehr Jahre wurden auf Basis dieser Kurzgeschichte rund zwanzig verschiedene Versionen geschrieben, doch noch immer wollte das Resultat Regisseur Conor McPherson nicht begeistern. Schliesslich kam ihm die Idee, anstatt einen normalen Thriller zu machen, das Fantastische beizumischen, und so wurde The Eclipse Schritt für Schritt zu einem Horrorfilm.

Durch die lange Entstehungsphase wurde natürlich sehr viel Zeit in die verschiedenen Figuren investiert, und deshalb ist The Eclipse auch kein Horrorfilm im klassischen Sinne, denn einen solchen Cast mit einer so fein ausbalancierten Geschichte findet man in dem Genre äusserst selten. So ist es auch ein um so grösseres Vergnügen, wenn man Ciarán Hinds, Iben Hjejle und Aidan Quinn zusehen kann, wie sie sich gegenseitig den Ball zuspielen und mit kleinen Gesten noch mehr aus den sowieso schon grossartig orchestrierten Szenen herausholen. Dies macht The Eclipse mit dem düsteren Soundtrack und der subtil aufgegleisten Handlung zu einer grossartigen Mischung aus düsteren Gruselmomenten und schon beinahe intimem Kammerspiel, dem man einfach gerne zusieht.

In Sachen Handlung ist The Eclipse ein sehr ruhiger und abstrakter Film geworden, bei dem sehr viel ungesagt bleibt und noch mehr mit kurzen Bildeinblendungen gearbeitet wird. Doch im Gegensatz zu anderen Filmen, wo gewisse Informationen einfach fehlen, reichen diese Andeutungen bei The Eclipse völlig aus, denn schon mit der Thematik Verlust, Trauer und Tod hat der Film so viel Gefühle abzuarbeiten, dass zum Teil gar nicht mehr gesagt werden muss. Deshalb ist es auch besser, dass die eigentlichen Schockmomente eher rar ausfallen, denn selbst wenn es regelmässig zu unheimlichen Momenten kommt, hätten noch mehr Adrenalinschübe den Film überladen und mehr von der Thematik abgelenkt als der Handlung genützt.

Fazit: Filme wie The Eclipse sind im Horrorgenre rar. Ein sehr gut ausbalanciertes und geschriebenes Script, ein grossartiger Cast und eine ebenso gute Kameraführung machen den Film zu einer Klasse für sich. Selbst wenn die klassischen Genreelemente eher zu kurz kommen und mehr die Handlung ergänzen als prägen, ist es einfach ein Genuss, dem Film zuzusehen. Wer gerne mal etwas Ruhiges sehen will, bei dem es doch ordentlich gruselt, ist hier genau richtig.

3.3 Sterne
3.3 Sterne (6 Bewertungen) | 1 Kommentar

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11.07.2010 / db