Drag Me to Hell (2009)
Drag Me to Hell (2009)
Oder: Die Geisterbahn ist geöffnet
Christine (Alison Lohman) abeitet in einer kleinen Bank, hat regen Kundenkontakt und schielt zielstrebig auf die Position des Assistant Manager, der ausgeschrieben ist und um den sich auch Christines schleimiger Kollege Stu (Reggie Lee) bemüht. Der scheint noch die besseren Karten in der Hand zu haben, als am Tisch von Christine eine gruselig ausschauende alte Frau, Miss Ganush (Lorna Raver), Platz nimmt und um einen Aufschub ihrer Kreditrückzahlung bittet.
Um bei ihrem Chef einen guten Eindruck zu machen und zu beweisen, dass sie auch Härtefälle wie Miss Ganush "lösen" kann, verweigert Christine die Anfrage, was die alte Zigeunerin mit bösem Auge in Panik versetzt. Doch alles rumknien und betteln nützt nichts. Christine bleibt hart und hat somit die Wut der Dame auf sich gezogen.
Nach einer unheimlichen Begegnung in der Tiefgarage, bei der Miss Ganush einen Jackenknopf von Christine abreisst und verflucht, fangen für unsere Bankangestellte Tage des blanken Horrors an. Erst sind's die dumpfen Geräusche im Haus, dann die Schatten an der Wand. Und als ihr das Medium Rham Jas (Dileep Rao) erklärt, dass jemand einen Fluch über sie gelegt hat, muss Christine versuchen, diesen abzuwehren. Denn am Ende der nächsten drei Tage würde sie sonst wortwörtlich in die Hölle gezogen...
Kinofilm-Rating
Sam Raimi kennen wir natürlich als Regisseur von Horrorfilmen wie The Evil Dead (und dessen Fortsetzungen), sowie von Blockbustern wie Spider-Man (ebenfalls mit Sequels). Da aber seit dem letzten richtig packenden Gruselfilm des Mannes ein paar Jahre vergangen sind und das nächste Spinnenabenteuer auf sich warten lässt, bringt er nun einen waschechten Geisterbahn-Thriller namens Drag me to Hell in die Kinos.
Mit Flüchen älterer Damen ist nicht zu spassen. Das haben schon einige Filme bewiesen, und auch Drag me to Hell setzt sich damit auseinander. Eine herrlich gruslige Lorna Raver gibt die erschreckende Miss Ganush, die mit ihren schockenden Auftritten das Publikum zum Schreien bringt. Dazu gibts die passende musikalische Untermalung, und auch wenn einige der Schockeffekte mit Ansage kommen, werden diese so dermassen hinausgezögert, dass man trotzdem zum wiederholten Mal zusammenzuckt und gewaltig erschrickt.
Aber auch bei dieser tollen Geisterbahnfahrt ist nicht alles Gold, was glänzt. So ist beispielweise Justin Long (Live free or Die hard) fehl am Platz, und auch der Versuch, einige der Gruselmomente mit Witz zu untermalen, gelingt nur bedingt. Zu kichern gibt es zwar einiges, aber meistens versucht man so wohl, seine Heidenangst zu überspielen. Oder?
Alison Lohman (Big Fish) wurde vom Regisseur richtiggehend gequält. Sie muss einiges über sich ergehen lassen, meistert ihren Part aber überzeugend, auch wenn die Szenen auf dem Friedhof und das grosse Finale schlussendlich recht durchschnittlich geworden sind. Aber das liegt weniger an dem Fräulein, als an den recht gekünstelten Spezialeffekten, die nicht überzeugen wollen. Die sprechende Geiss kommt auch noch in diese Kategorie.
Fazit: Drag me to Hell ist eine filmische Geisterbahnfahrt, die mit einem vollen Becher Popcorn und einigen Kollegen optimalen Gruselgenuss bietet. Die Schockmomente sind brutal, einzelne Szenen so richtig eklig, so dass Sam Raimi hier einen Film hinlegt, der einen erst beim Abspann wieder richtig ruhig durchatmen lässt.
![]()
4.0 Sterne (58 Bewertungen) | 22 Kommentare



