District 9 (2009)

District 9 (2009)

Oder: Ihr seid hier nicht willkommen!

District 9

Hört mit dem Kitzeln auf!

Zwanzig Jahre ist es nun her, seit über Johannesburg ein gigantisches Raumschiff ankam und einfach über der Stadt stehen blieb. Erst Monate später gelang es den Menschen, Löcher in die Hülle des Ufos zu sprengen und ins Innere vorzudringen. Was sie fanden, war überraschend und erschreckend zugleich. Insektoide Wesen, zusammengepfercht und kurz vor dem Verhungern. Man nahm sich dieser Wesen an und liess sie in einen eigens für sie hergerichteten (und schwer bewachten) District auf unseren Planeten.

In erbärmlichen Verhältnissen leben diese Wesen nun in ihrem Slum, müssen sich gegen nigerianische Eindringlinge wehren und sollen, so will es die MNU (Multi National United), sich selber organisieren. Da die Menschen in Johannesburg aber je länger je unzufriedener mit diesen Aliens als Nachbarn werden und Demonstrationen an der Tagesordnung sind, hat man nun eine Räumung eingeleitet, deren Vorsitz der Bürolist Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley) übernommen hat. Erst nachdem die "Prawns" (die Aliens gleichen irgendwie Crevetten und werden drum abschätzig so genannt) den Räumungsbefehl unterschrieben haben, kann die Operation ihren Gang nehmen. Das neue Lager ist ein paar hundert Kilometer ausserhalb der Stadt und mit militärischer Unterstützung sollte Van De Merwe eigentlich dieses Problem lösen können.

District 9

Schön wärs

Als der Mann jedoch in einem der Häuser einen ausserirdischen Behälter findet, auf den falschen Knopf drückt und ihm schwarze Flüssigkeit ins Gesicht spritzt, wird sein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn Wikus Van De Merwe beginnt, langsam Veränderungen an seinem eigenen Körper festzustellen. Und die machen ihn zum Hauptziel der MNU, die nun endlich einen Weg sieht, sich die Waffentechnik der Aliens zu Nutze zu machen. Doch dafür muss Van De Merve erstmal gefasst werden...


Kinofilm-Rating

Wenn wir hören, dass Peter Jackson bei einem Film seine Finger im Spiel hat, dann lässt uns das meistens schon einmal aufhorchen. Wenn dann noch dazu kommt, dass District 9 die US-Kinocharts anführte, keinen richtig bekannten Schauspieler hat und eine Mischung zwischen Dokumentation und Thriller sein soll, dann gibts ja eigentlich fast kein Halten mehr. Und siehe da, District 9 hält absolut, was der Trailer angekündigt hat.

Anfänglich werden wir kurz in die Vorgeschichte dieses Ufos eingewiesen. Durch authentische Fernsehberichte und Expertenmeinungen wird uns ein reales Bild dieser Bedrohung gezeichnet, der wir nun mit unserem holländischen Hauptcharakter auf den Grund gehen wollen. Es wird munter zwischen Doku-Style und Actionfilm hin und her geschaltet, die Wackelkamera darf ebenso wenig fehlen, wie die hervorragend animierten Sequenzen mit den Aliens, deren Schiff und natürlich den Actionszenen. Man ist mittendrin in der Story, fühlt sich erinnert an The Fly mit einem Schuss Cloverfield und gut gewürzt durch einen schönen Spannungslevel, der auch gegen Ende nicht abfällt.

District 9 schafft einen Bezug zu den vielen Flüchtlingslagern auf der Welt, die menschenunwürdige Behandlung, die deren Bewohnerinnen und Bewohner zuteil wird, und die Kaltblütigkeit der Entscheidungsträger. Damit hat der Film auch den Anspruch, dem Zuschauer ein Bild aufzuzeigen, das auf den ersten Blick zwar fantastisch und spektakulär ist, sich jedoch bei genauerem Hinschauen als brutales Spiegelbild der Gesellschaft entpuppt, welche diejenigen ausschliesst, die nicht willkommen sind. Dass dem Kinopublikum von Anfang an ein klares Gut/Böse-Verhältnis vorgespielt wird, dürfte dann erst recht interessant werden, wenn sich die Sympathien langsam aber sicher verlagern.

Fazit: Dass District 9 ein Kassenrenner wird, darf bezweifelt werden. Zu viele Ecken und Kanten hat die Story, zuviel Dreck die Figuren. Aber gerade deswegen sollte dieser Film angeschaut werden, damit man bewiesen kriegt, dass es Filmemacher gibt, die mit kleinerem Budget einen starken Film hinkriegen, der vom Unterhaltungswert locker mit den "Grossen" dieses Sommers mithalten kann und für manch einen eine cineastische Überraschung bietet. Denn wenn District 9 eins nicht ist, ist das durchschnittliche Massenware von der Stange.

4.4 Sterne
4.4 Sterne (158 Bewertungen) | 28 Kommentare

4.54.5
02.09.2009 / muri