District 9 (2009)

District 9 (2009)

Oder: What would Nelson Mandela do?

District 9

Hört mit dem Kitzeln auf!

Zwanzig Jahre ist es nun her, seit über Johannesburg ein gigantisches Raumschiff ankam und einfach über der Stadt stehen blieb. Erst Monate später gelang es den Menschen, Löcher in die Hülle des Ufos zu sprengen und ins Innere vorzudringen. Was sie fanden, war überraschend und erschreckend zugleich. Insektoide Wesen, zusammengepfercht und kurz vor dem Verhungern. Man nahm sich dieser Wesen an und liess sie in einen eigens für sie hergerichteten (und schwer bewachten) District auf unseren Planeten.

In erbärmlichen Verhältnissen leben diese Wesen nun in ihrem Slum, müssen sich gegen nigerianische Eindringlinge wehren und sollen, so will es die MNU (Multi National United), sich selber organisieren. Da die Menschen in Johannesburg aber je länger je unzufriedener mit diesen Aliens als Nachbarn werden und Demonstrationen an der Tagesordnung sind, hat man nun eine Räumung eingeleitet, deren Vorsitz der Bürolist Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley) übernommen hat. Erst nachdem die "Prawns" (die Aliens gleichen irgendwie Crevetten und werden drum abschätzig so genannt) den Räumungsbefehl unterschrieben haben, kann die Operation ihren Gang nehmen. Das neue Lager ist ein paar hundert Kilometer ausserhalb der Stadt und mit militärischer Unterstützung sollte Van De Merwe eigentlich dieses Problem lösen können.

District 9

Schön wärs

Als der Mann jedoch in einem der Häuser einen ausserirdischen Behälter findet, auf den falschen Knopf drückt und ihm schwarze Flüssigkeit ins Gesicht spritzt, wird sein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn Wikus Van De Merwe beginnt, langsam Veränderungen an seinem eigenen Körper festzustellen. Und die machen ihn zum Hauptziel der MNU, die nun endlich einen Weg sieht, sich die Waffentechnik der Aliens zu Nutze zu machen. Doch dafür muss Van De Merve erstmal gefasst werden...


DVD-Rating

Die alljährliche Verleihung der Academy Awards hatte im Jahr 2010 wieder mal eine Neuerung zu bieten: Anstatt der üblichen fünf Verdächtigen in der Kategorie "Bester Film", konnten die Juroren aus zehn Filmen ihren Favoriten auswählen. Für Erstaunen sorge dabei die Nominierung von Neill Blomkamps District 9. Die Frage ob die Academy nur den Science-Fiction-Fans eine Freude bereiten wollte, blieb unbeantwortet. Die Frage nach der Qualität des Filmes ist da einfacher zu beantworten: District 9 ist der beste Science-Fiction-Film des letzten Jahres.

Mit der Hilfe von Peter Jackson (Lord of the Rings) konnte Blomkamp seine Vision auf Zelluloid bringen. Erfreulich, dass aus District 9 mehr geworden ist, als der übliche 08/15-Sci-Fi-Brei. Blomkamp benutzt das Genre als sozialkritischen Spiegel. Wenn die Menschen sich über die ekligen Ausserirdischen beschweren und nicht in ihrer Gegend haben wollen, erinnert das unfreiwillig an die Zeit der Apartheid in Südafrika. Nicht umsonst spielen die Geschehnisse in Johannesburg. Beinahe schade, dass Blomkamp nach einem unkonventionellen Anfang im Doku-Stil auf eine Actiongeschichte wechselt. Diese inszeniert er aber spannend und gradlinig.

District 9 hebt sich vor allem auch mit seiner dreckigen Machart von der Masse ab. Nichts ist schön oder fein an den Dingen, und wenn auf Menschen mit Alienwaffen geschossen wird, dann explodieren diese schön splatterartig. Doch auch District 9 ist leider nicht perfekt. Die Geschehnisse rund um die afrikanische Gang im District 9 sind oftmals unfreiwillig komisch und nicht wirklich ernstzunehmen. Des Weiteren droht die Gefahr, dass der Film gegen den Schluss hin in seiner eigenen Action ersäuft und die anfangs schön aufgebaute Kritik beinahe wieder vergessen lässt. Das Ende ist dann aber wieder gelungen und erinnert den Zuschauer nochmals an die Kernaussage des Filmes.

Fazit: Neill Blomkamp ist ein aussergewöhnlicher Film gelungen. Man kann ihn genauso gut als Ausgangpunkt für Diskussionen wie auch für gute und spannende Unterhaltung gebrauchen. Definitiv für alle, die wieder einmal was Neues sehen wollen. Ein sackstarkes Werk.

Die Bildqualität der DVD zu bewerten ist ein schwieriges Unterfangen, wechselt doch die Qualität von sehr gut bis hin zum Überwachungskamera-Rauschbild. Eine für den Film ideale Bildqualität kann man aber nicht absprechen. Der Ton gefällt vor allem in den Szenen mit Hubschraubern. Dann hört man die Flieger sehr schön auf allen Boxen. Als Bonusmaterial wurden ein Audiokommentar von Neill Blomkamp sowie Deleted Scenes draufgepackt. Ganz stark ist das Feature "Die Alien-Agenda". In diesem folgt der Zuschauer dem Weg des Filmes von der Idee bis hin zum sensationellen Make-up. Eine coole DVD, die man sich gerne ins Regal stellt.

4.4 Sterne 4.2 Sterne
4.4 Sterne (158 Bewertungen) | 3 Kommentare

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10.04.2010 / muri (Inhalt), crs (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 08.04.2010

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Türkisch
  • Extras: Kommentar des Regisseurs; Entfallene Szenen; Die Alien-Agenda