Survival of the Dead (2009)
Survival of the Dead (2009)
Oder: Reif für die Insel
Die Welt ist aus den Fugen, seit die Toten zum Leben erwacht sind und als Zombies durch die Strassen wandeln. Die Seuche macht auch vor einer idyllischen Insel in Delaware nicht Halt. Dort leben zwei verfeindete Clans, die O'Flynns und die Muldoons. Die Situation hat ihre Feindschaft nicht etwa beigelegt, sondern verschärft. Denn Clanoberhaupt Patrick O'Flynn (Kenneth Welsh) ist überzeugt, dass es keinen andere Ausweg gibt als denjenigen, alle Zombies sofort per Kopfschuss zu töten, um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern. Sein Gegenspieler Shamus Muldoon (Richard Fitzpatrick) hingegen will die Toten am "Leben" erhalten, in der Hoffnung, dass später ein Heilmittel gefunden wird.
Dank schiesskräftiger Argumente gewinnt Muldoon den Machtkampf, und O'Flynn wird von der Insel verbannt. In seinem Exil trifft er auf eine Gruppe Elitesoldaten, die sich von ihrer Einheit abgesetzt hat und sich nun auf eigene Faust durchkämpft. Sie hat von der Insel gehört und hofft, dass dort noch ein normales zombiefreies Leben möglich ist. Deren Anführer Sarge (Alan van Sprang) kapiert zwar schnell, dass dem nicht so ist. Trotzdem nimmt die Gruppe zusammen mit O'Flynn Kurs auf die Insel...
Kinofilm-Rating
Die Mutter aller Zombiefilme, Night of the living Dead, hat kürzlich ihren 40. Geburtstag gefeiert, diverse Fortsetzungen und Remakes hinter sich, und Regisseur George A. Romero ist immer noch dick im Geschäft. Ja, es wird sogar immer besser: Sein Survival of the Dead, der zweite Teil der 2007 mit Diary of the Dead neu aufgelegten Zombiesaga, wurde 2009 an das Filmfestival von Venedig in den internationalen Wettbewerb eingeladen.
Fans, die nun beunruhigt sind, dass Romero unter die sensiblen Autorenfilmer gegangen sei, können insofern beruhigt sein, als dass auch in Survival of the Dead den Toten ihr Appetit nicht vergangen ist. Nach wie vor wandeln sie mit gläsernen Augen und marionettenhaftem Schritt durch die Gegend und beissen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Und dies gleich von der ersten Minute an, viel Zeit wird nämlich nicht für eine Einleitung verschwendet - ein paar dürre Zeilen beim Vorspann müssen dafür genügen.
Was dann kommt, kann allerdings leider nur bedingt überzeugen. Wirklich vom Hocker zu hauen vermag die Story nicht, dafür ist sie zu wenig mit Spannung gefüllt, und die Figuren interessieren zu wenig. Für den Horror-Junkie gibt's keine wirklichen Schockmomente, die wandelnden Toten ist man sich mittlerweile ja gewohnt. Und in Sachen (Gore-)Action ist das Ganze auch nicht so spektakulär, dass einem der Atem wegbleibt.
Bleibt also, den Film als Parabel auf die Gesellschaft zu interpretieren - was bei Romeros Filmen durchaus Sinn macht. Bei Survival of the Dead steht der religiös anmutende Konflikt zwischen den beiden Clans beziehungsweise deren Oberhäuptern im Vordergrund. Die vehemente Verteidigung des eigenen Weltbildes, der Hass gegenüber denjenigen, die dieses nicht teilen - ja, aus solchen Storyelementen können gesellschaftskritische Ansätze herausgelesen werden. Wie auch aus dem offenen Ende, wo sich der Film noch einen moderat philosophischen Touch gibt und gleich auch die Weichen für die nächste Fortsetzung vorspurt. Alles in allem dürfte sich Survival of the Dead aber trotz der Einladung nach Venedig eher unauffällig in die illustre Reige seiner Vorgänger einreihen.
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2.3 Sterne (11 Bewertungen) | 3 Kommentare



