De l'autre côté du lit (2009)
De l'autre côté du lit (2009)
Oder: Mama hat jetzt die Hosen an
Ariane (Sophie Marceau) ist gestresst: Morgens die Kinder zur Schule fahren, danach Einkaufen, Kundinnen besuchen, um den privaten Schmuckverkauf voranzutreiben, zwischenzeitlich Tischbrände löschen, 30 Sekunden Verschnaufpause, Nachtessen kochen und schliesslich die Kinder zu Bett bringen. Als an diesem Abend ihr Ehemann Hugo (Dany Boon) von der Arbeit nach Hause kommt und sich darüber beschwert, dass Ariane den Baumeister nicht erreicht hat, geht das Temperament mit ihr durch. Enttäuscht und gleichzeitig wütend darüber, dass ihr Mann ihren Alltag unterschätzt, schlägt sie ihm vor, Platz zu tauschen.
Nach anfänglicher Skepsis sieht Hugo im Rollentausch die letzte Möglichkeit, ihre Ehe zu retten und willigt ein. Ariane lässt vom Gerichtsvollzieher Maurice (Antoine Duléry) einen Vertrag aufsetzen. Während eines gesamten Jahres will das Ehepaar Arbeitsplatz, Alltag, Auto und Aufgaben wechseln. Doch kann die unsichere und anständige Ariane Hugos Job als Direktor meistern? Und wie schlägt sich dieser in seiner neuen Rolle als Hausfrau?
Kinofilm-Rating
In den ersten Minuten packt De l'autre côté du lit den Zuschauer und versetzt ihn in eine fröhliche Stimmung. Die Musik im Hintergrund passt zu den Bildern, und auch die von Sophie Marceau (La Boum 1 und 2) verkörperte Ariane weckt das Interesse. Sie ist es auch, die im Film die tragende Rolle übernimmt, weshalb auch ihre Figur wohl etwas mehr ausgearbeitet worden ist als die ihres Gatten Hugo, gespielt von Dany Boon (Bienvenue chez les Ch'tis). Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller wirkt natürlich, und die (charakterlichen) Veränderungen ihrer jeweiligen Figur nimmt man ihnen ab. Auch am restlichen Cast gibt es nichts auszusetzen, wobei der Fokus ganz klar auf die beiden Eheleute gerichtet ist. Leider geht die anfängliche Begeisterung zwischendurch verloren.
Vor rund fünf Jahren erschien der gleichnamige Roman von Alix Girod de l'Ain, die De l'autre côté du lit nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann geschrieben hatte. Sie wollte ihm damit vor Augen führen, was in ihr vorging, damit er ihr Verhalten und ihren Frust verstehen konnte. Die Regisseurin Pascale Pouzadoux hat sich die Geschichte geschnappt und das Drehbuch gemeinsam mit Grégoire Vigneron (Co-Regisseur bei Molière) verfasst.
Neu ist die Idee mit dem Rollentausch zwar nicht. In De l'autre côté du lit stehen aber weder Magie noch ein sonstiger Körperwechsel im Zentrum, die Figuren wechseln tatsächlich ihre Plätze. Dass dies in der Realität wohl nicht so leicht von der Hand ginge, ist nebensächlich - da lässt sich ausnahmsweise ein Auge zudrücken. Leider schleichen sich im Verlaufe der Story leicht überflüssige Nebenstränge ein, die den Film ein Quäntchen zu sehr in die Länge treiben. So etwa die Szenen zwischen Arianes Mutter Lise (Anny Duperey) und dem Gerichtsvollzieher Maurice (Antoine Duléry). So fehlt dem Gesamtbild das gewisse "je ne sais quoi", um sich deutlich von anderen Komödien der Sorte abzuheben.
Kurz gesagt: De l'autre côté du lit ist eine leichte Komödie mit zwei liebenswerten und sympathischen Hauptdarstellern. Wer sich für eine neue Art von Paartherapie interessiert, sitzt hier im richtigen Film. Und wer lockere und harmlose Unterhaltung sucht, ebenfalls. Aber bloss nicht erwarten, nach dem Film die Frauen, beziehungsweise die Männer, zu verstehen...;-)
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