Dance Flick (2009)

Dance Flick - Der allerletzte Tanzfilm

Dance Flick (2009) Dance Flick - Der allerletzte Tanzfilm

Oder: Der harte Weg einer Tänzerin

Dance Flick

"Er wohnt noch bei Mutti!"

Megan White (Shoshana Bush) hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und zieht in die Grossstadt zu ihrem Vater. Ihren Traum einer Tanzkarriere hat sie aufgegeben, weil sie an allen bisherigen Aufnahmeprüfungen für Tanzschulen gescheitert ist. An der neuen High-School schliesst sie schnell Freundschaft mit der Afroamerikanerin Charity (Essence Atkins), die trotz ihres jungen Alters schon Mutter ist und ihr Baby gerne im Schulspind zurücklässt. Schnell merkt Megan, dass die vornehmlich afroamerikanischen Mitschülerinnen und Mitschüler nur das Tanzen im Kopf haben und sich bei sogenannten Dance Battles miteinander messen.

Dance Flick

"Mehr Körperspannung bitte!"

Als sie Charitys Bruder Thomas trifft, springt der Funke über. Da Thomas ein Meister des Street Dance ist, findet Megan mit seiner Hilfe wieder Selbstvertrauen und beginnt mit dem Tanztraining. Das bringt sie ihrem Traum ein ganzes Stück näher. Vor allem hilft ihr das Training jedoch dabei, in einem alles entscheidenden Tanzbattle gegen eine verfeindete Gang mitzuwirken. Dabei wird den Gegnern gehörig Respekt eingeflösst und zugleich auch Thomas zwielichtiger, fetter Boss Sugar Bear wieder milde gestimmt.


Kinofilm-Rating

Auf die Wayans Familie ist Verlass. Mit gewisser Regelmässigkeit liefert der Familienbetrieb Parodien ab, die ein Genre oder Filmthema gehörig auf die Schippe nehmen. Nach inzwischen vier Scary Movie-Filmen und einem fünften in den Startlöchern, widmet sich Damien Date Wayans der Tanzfilmwelle der letzten Jahre. Das Drehbuch liefern die Onkel der Familie und Damon Wayans Jr übernimmt gleich noch eine der Hauptrollen.

Wie bereits aus den früheren Werken bekannt, scheuen die Wayans' vor nichts zurück und arbeiten gerne mit reichlich platten, wenngleich auch oftmals sehr gelungenen Gags. Dance Flick stützt sich vor allem auf den Hip Hop-Tanzfilm, arbeitet sich dabei aber auch durch alle grossen und kleinen Tanz- und Musikfilme der letzten Jahre. Die Story bleibt dabei wie immer Nebensache und somit reichlich dünn, wenn sich Anspielungen auf Save the Last Dance, Hairspray, High School Musical oder Mamma Mia aneinanderreihen. Entlang diesem Grundgerüst spielt sich die Geschichte um die junge Megan ab, die bei einem Autounfall ihre Mutter verloren hat und nun ihrem grossen Traum, eine berühmte Tänzerin zu werden, hinterherrennt. In einem afroamerikanischen Mitschüler findet sie nicht nur einen Freund, sondern auch einen willigen Tanzlehrer. Angereichert wird die Geschichte mit Querschlägen auf Crash, Final Destination oder Little Miss Sunshine, einem Mix aus Multikulti und Romantik und immer wieder mit Gags am Rande des Fäkalhumors.

Eigentlich ist das Ergebnis nicht überraschend, denn ein ausgefeiltes Drehbuch kann man nicht erwarten. Schade ist jedoch, dass Dance Flick seltsam lieblos daherkommt. Das liegt vor allem daran, dass die Originale, auf die sich der Film stützt, wesentlich mehr Potenzial zu bieten haben, als hier auf die Schippe genommen wird. Schön wäre es gewesen, wenn zumindest der gute Soundtrack, die oftmals gelungenen Tanzszenen oder die romantischen Szenen als Vorlage genommen worden wären. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf diversen Dance Battles, die sich gleichen und mit immer gleichen Gags abgearbeitet werden.

Trotz der vielen negativen Punkte gibt es aber auch kleine Highlights. Wirklich gelungen und lustig sind der Tanz einer Schwangeren sowie einige Gesangseinlagen rund um Hairspray und Fame. An solchen schönen Ideen mangelt es aber ansonsten sehr und somit ist Dance Flick nur eine leidlich unterhaltsame Parodie, bei der man mehr den Kopf schüttelt, als dass man wirklich mit dem Herz dabei ist.

2.8 Sterne
2.8 Sterne (7 Bewertungen) | 2 Kommentare

1.51.5
10.08.2009 / jst