The Cry of the Owl (2009)

Der Schrei der Eule

The Cry of the Owl (2009) Der Schrei der Eule

Oder: Wenn frau sich in ihren Stalker verliebt

Das Fenster zum Hof

Das Fenster zum Hof

Robert Forrester (Paddy Considine) ist kürzlich in die beschauliche Kleinstadt Langley gezogen. Die Scheidung von seiner Frau (Caroline Dhavernas) setzt ihm psychisch schwer zu, insbesondere, da sich diese nicht gerade freundlich aufführt und ihm unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie ihn für einen totalen Loser hält. Etwas Ablenkung findet Robert in Spaziergängen in der Nachbarschaft. Dabei beobachtet er eines Tages die hübsche Jenny Thierolf (Julia Stiles), die eine harmonische und glückliche Beziehung mit ihrem Freund Greg (James Gilbert) zu führen scheint.

"Die hat ja mächtig Holz vor der Hütte..."

Robert ist fasziniert vom Glück und der Zufriedenheit, die diese junge Frau ausstrahlt und schleicht sich so immer wieder in ihren Garten, um sie zu beobachten. Bis sie ihn eines Tages entdeckt. Doch statt Robert fortzujagen, bittet sie ihn in die gute Stube. Damit beginnt eine verhängnisvolle Freundschaft: Während Jenny sich nämlich allmählich in Robert verliebt und deshalb auch gleich Schluss mit Greg macht, möchte Robert lieber auf Distanz bleiben. Die Situation eskaliert, als der wütende Greg Robert angreift und nach dem Handgemenge spurlos verschwindet...


DVD-Rating

Filmfreunden ist Patricia Highsmith als Autorin der Romanvorlage zu Strangers on a Train oder der mehrfach verfilmten Tom-Ripley-Büchern wohlbekannt. Mit The Cry of the Owl hat sich Regisseur Jamie Thraves eines eher unbekannten Werkes der 1995 verstorbenen Autorin angenommen. Und auch durchaus in ihrem Geiste umgesetzt. Sind ihre Bücher Meisterwerke der subtilen Beklemmung, schafft es Cry of the Owl, diese Atmosphäre auch im Film spürbar zu machen. Und dies, gerade indem er die filmischen Mittel zurückhaltend einsetzt und nicht den Fehler macht, beispielsweise mit einem zu pompösen Soundtrack künstlich Spannung zu erzeugen. Der Film ist so mehr ein psychologisches Kammerspiel als ein packender Thriller.

Verstand es Highsmith allerdings ausgezeichnet, die Psyche ihrer Protagonisten auszuleuchten und so auch seltsam anmutende Handlungen plausibel zu machen, können die Schauspieler dies nicht immer glaubhaft darstellen. Gerade Julia Stiles nimmt man als Jenny beispielsweise nicht ab, dass sie sich Hals über Kopf in ihren Stalker verliebt und auch sogleich ihren Freund zum Teufel schickt. Zu gleichgültig wirkt sie in dieser Rolle. Paddy Considine hingegen verkörpert mit seinem nicht unattraktiven, aber leicht verschupften Gesicht und dem unergründlichen und immer leicht verzweifelten Blick sozusagen einen Prototyp, der direkt einem Highsmith-Buch entsprungen scheint. Richtiges Aussehen ist in diesem Falle schon halb gewonnen.

Die Vorlage muss man allerdings nicht kennen, um Cry of the Owl zu mögen. Der Film läst sich durchaus auch für sich allein als leidlich spannender (Psycho-) Thriller geniessen. Als Thriller, der wenig falsch macht, aber als Ganzes etwas zu unaufällig ist, um im Gedächtnis haften zu bleiben. An die grossen Highsmith-Verfilmungen reicht er so nicht heran - angesichts der Tatsache, dass die Vorlage aber auch nicht Highsmiths allerbester Roman ist, ist dies nicht zu tragisch. Fans ihrer Bücher tun mit dieser DVD jedenfalls einen verlässlichen Griff.

Diese ist in leicht körnigem Bild gehalten, was insbesondere in den zahlreichen in der Dunkelheit spielenden Szenen etwas störend wirkt. Dafür gibt der DD-5.1-Ton keinen Anlass zum Klagen. Bezüglich Extramaterial ist eigentlich nur das ungefähr 20-minütige Making-of eine Erwähnung wert. Wobei darin hauptsächlich Darsteller und Crew die Protagonisten charakterisieren, was man durchaus auch kapiert, wenn man nur den Film schaut. Eher ein Routine-Making-of von der Stange also. Wer sich zudem nach dem Film eine Slideshow mit Filmszenen anschauen soll, bleibt schleierhaft. Zu guter Letzt gibt's auch zwei Texttafeln über das Buch, was zwar nett ist, aber diese Infos lassen sich via Google in wenigen Sekunden finden. Das Bonusmaterial allein ist also kaum ein Grund, die DVD zu kaufen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

24.09.2009 / ebe

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