A Christmas Carol (2009)

Eine Weihnachtsgeschichte

A Christmas Carol (2009) Eine Weihnachtsgeschichte

Oder: Die Weihnachtsgeister warnen wieder...

A Christmas Carol

"Nein danke, ich bin kein Kettenraucher."

Der ewig mürrische Geizhals Ebenezer Scrooge (Jim Carrey) hält nichts von Freundlichkeit, Mitgefühl und erst gar nichts von Weihnachten. Alles Humbug, findet er. Anstatt in Weihnachtsstimmung zu kommen und für die Armen zu spenden, scheucht er seinen Buchhalter Bob Cratchit (Gary Oldman) auch an Heiligabend herum und beleidigt seinen Neffen (Colin Firth), der ihn grosszügigerweise zum Weihnachtsessen einladen wollte.

In der Nacht taucht dann aber plötzlich der Geist seines vor sieben Jahren verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley auf, der ihn warnen will: Die Geldgier führte ihn ins Verderben, und jetzt muss er im Jenseits für alle Ewigkeit dafür büssen, ohne jemals Frieden finden zu können. Und sollte sich Scrooge nicht bald ändern, wird er noch viel schlimmer enden. Marley kündigt Scrooge die Ankunft von drei Geistern an, die ihm sein schlimmes Verhalten vor Augen führen werden.

Bald darauf wird Scrooge wirklich vom Geist der vergangenen, vom Geist der gegenwärtigen, und vom Geist der zukünftigen Weihnacht (alle Jim Carrey) besucht. Dem alten Geizkragen steht eine lange Nacht bevor...


Kinofilm-Rating

Charles Dickens' Eine Weihnachtsgeschichte aus dem Jahr 1843 ist eine der bekanntesten Stoffe für Weihnachtsfilme überhaupt. Unter anderem mussten schon Michael Caine (The Muppet Christmas Carol), Bill Murray (Scrooged - Die Geister, die ich rief) und Matthew McConaughey (Ghosts of Girlfriends Past) den dreifachen Geisterbesuch über sich ergehen lassen. Die neuste Version hat Regisseur Robert Zemeckis nun als aufwändiges 3D-Performance-Capture-Filmevent umgesetzt.

Technisch gibt es am Film nur ein bisschen zu meckern: Die Menschen, die durchs detailreich animierte London des 19. Jahrhunderts stapfen, sind noch nicht ganz lebensnah - dazu sind die Gesichter noch etwas zu puppenhaft, und vor allem an der Augenpartie müssen die Animatoren noch ein bisschen arbeiten, damit die Figuren endlich lebendig aussehen. Allerdings hat sich die Performance-Capture-Technik doch schon einiges verbessert seit früheren Versuchen (zum Beispiel The Polarexpress), kennt man bei den meisten Figuren doch die Schauspieler unter den Pixeln (unter anderem Jim Carrey, Gary Oldman, Colin Firth und Bob Hoskins) gleich auf Anhieb. Schön ist, dass man auch in der deutschen Synchronversion (die wohl hierzulande mit nur wenigen Ausnahmen gespielt werden wird) nicht auf deutsche Stimmenprominenz gesetzt hat, sondern die bekannten Synchronstimmen der jeweiligen Schauspieler gewählt hat. Wenn sich also Jim Carrey als Scrooge sowie als Geist Nr. 1, 2 und 3 durch den Film grummelt respektive geistert, dann hört man das auch auf Deutsch.

Erstaunlicherweise hat man sich sehr nahe an den Originaltext von Charles Dickens gehalten, was dem Film eine schön düstere Atmosphäre verleiht. Allerdings sind die dunklen Farben gerade mit verdunkelten 3D-Brillen etwas belastend für die Augen, und an einigen Stellen wird es dann doch ziemlich gruselig. Für ganz kleine Zuschauer ist der Film deshalb eher weniger geeignet. Zwar wird jede gruselige Geisterszene bald wieder mit einer Slapstick-Einlage etwas aufgelockert, ein witziger Unterhaltungsfilm ist die moralische Erziehung des Geizhalses Scrooge aber definitiv nicht geworden.

A Christmas Carol ist aufwändig gemachtes Animationskino in 3D mit einem Staraufgebot, das man auch in Animationsform gleich erkennt. Charles Dickens' berühmteste Geschichte wurde erstaunlich textnah umgesetzt und überrascht durch nicht immer kindgerechte Gruselszenen und einfallsreiche Mehrfachauftritte von Hauptdarsteller Jim Carrey, der nicht nur dem Miesepeter Scrooge, sondern auch noch den Geistern nuanciert Gesicht und Stimme verleiht. Herausgekommen ist keine Schenkelklopfkomödie, sondern eine klassische Moralgeschichte, garniert mit Geistern, Grusel und grossem Animationsaufwand. Für einige mag das altmodisch wirken, irgendwie ist es aber auch angenehm, wieder einmal eine Klassikerverfilmung zu sehen, die nicht auf Teufel komm raus auf hipp und cool macht.

3.7 Sterne
3.7 Sterne (16 Bewertungen) | 6 Kommentare

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03.11.2009 / pps