Case 39 (2009)
Fall 39
Case 39 (2009) Fall 39
Oder: Ein Gebet hilft immer
Mit ihrem Job als Sozialarbeiterin ist Emily (Renée Zellweger) völlig ausgelastet. Nicht nur, dass sich die Akten auf ihrem Tisch stapeln, auch psychisch wird sie gefordert, weil sie sich um misshandelte Kinder kümmert. Der 39. Fall führt sie zu der kleinen Lilith Sullivan (Jodelle Ferland) und deren unfreundlichen Eltern. Da diese jegliche Zusammenarbeit verweigern, lädt Emily die Familie vor das Jugendamt. In einem vertraulichen Gespräch erfährt sie von Lilith, dass ihre Eltern allem Anschein nach versuchen, sie umzubringen.
Einige Tage später wird sie von Lilith um Hilfe gebeten. Gemeinsam mit dem befreundeten Polizisten Mike Barron (Ian McShane) dringt sie in die Wohnung der Sullivans ein. Mit Mikes Hilfe können die Sullivans überwältigt und Lilith gerettet werden. Endlich scheint für Lilith ein Happy End greifbar nahe, doch dann häufen sich mysteriöse Vorfälle. Menschen aus Emilys privatem und beruflichem Umfeld sterben und sie beginnt, das Rätsel um Lilith zu klären. Als Emily dem Unbegreiflichen auf den Grund geht, gerät sie selbst in Gefahr und muss erkennen, dass in diesem konkreten Fall die Eltern falsch eingeschätzt wurden.
Kinofilm-Rating
Regisseur Christian Alvart wurde in Deutschland vor allem durch seinen Film Antikörper bekannt. Mit Fall 39 liefert er sein Hollywood-Debüt, welches mehr als zwei Jahre auf Eis lag, bevor es in die Kinos darf. Der Horror-Thriller folgt den bereits bekannten Pfaden des Genres, so dass Kennerinnen und Kenner der Materie bereits nach wenigen Minuten den weiteren Verlauf der Geschichte erahnen können. Laien erwartet jedoch ein recht passabler Film, bei dem Schauspielerin Renée Zellweger ihr Genredebüt feiert. Zwar macht sie eine recht gute Figur als gepeinigte Ersatzmutti, wird jedoch in jeder Szene von der starken Präsenz der bereits aus Silent Hill bekannten Jodelle Ferland überspielt. Ihr Wechsel zwischen kindlich verspielt, wütend und eisig berechnend ist sehenswert und zeigt sich speziell in den Szenen, in denen sie mit nur einem Gegenspieler zu sehen ist.
Interessant ist vor allem die überraschende Wendung des Drehbuchs. Zunächst deutet alles auf eine schwere Misshandlung des Mädchens hin und es ist für einen Laien des Genres nicht zu erahnen, was hinter der Fassade der gepeinigten Lilith wirklich steckt. Die Folterszenen, mit denen die Sullivans versuchen ihr Kind zu töten, gehen unter die Haut. Nach und nach beginnt man jedoch zu erahnen, dass die grossen Kinderaugen eine böse Seele verbergen und lässt sich gerne auf das folgende Gruselspiel ein. Alvart arbeitet dabei gekonnt mit Spannungs- und Schockelementen und führt immer tiefer in die dunklen Abgründe des Kindes.
Sein Schwerpunkt liegt auf Liliths Angstvisionen, die telefonisch oder auch nur mental über grosse Distanzen ausgelöst werden können. Je mehr Emily hinter die Geheimnisse des Mädchens kommt, desto stärker wird sie von ihr terrorisiert, aber auch ihr Umfeld muss unter den bösen Kräften leiden.
Case 39 ist ein gut gemachter Thriller, der sich ab und an zu stark an Vorgängern wie Das Omen orientiert. Trotzdem bietet er gute Unterhaltung und gepflegten Grusel sowie eine solide bis herausragende schauspielerische Leistung.
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3.5 Sterne (17 Bewertungen) | 2 Kommentare



