Carriers (2009)
Carriers (2009)
Oder: Es gibt kein Entkommen
Die vier Freunde Ryan (Chris Pine), Bobby (Piper Perabo), Danny (Lou Taylor Pucci) und Kate (Emily VanCamp) sind mit ihrem Wagen auf einer einsamen Landstrasse unterwegs. Alles scheint wie bei einem normalen Ausflug, als sie auf einen anderen Wagen treffen, der scheinbar eine Panne hat. Erst jetzt offenbart sich der wahre Grund ihrer Reise. Die vier sind auf dem Weg zu einem abgelegenen Strand, wo sie einer auf der Welt grassierenden tödlichen Seuche zu entgehen versuchen. Das Virus überträgt sich durch die Luft und kann dort bis zu 24 Stunden existieren. Doch als sie auf das stehengebliebene Auto stossen, ist ihr Schicksal besiegelt.
Familienvater Frank und seine infizierte Tochter Jodie bitten um Hilfe. Die gemeinsame Fahrt zu einem nahen Krankenhaus endet anders als erwartet. Immer wieder trifft die Gruppe auf Überlebende, die ihren eigenen Kampf gegen das Virus führen. Trotz grösster Sicherheitsvorkehrungen infizieren sich zwei der Freunde, und die einst engen freundschaftlichen Bande der Gruppe werden auf eine harte Probe gestellt.
Kinofilm-Rating
Endzeit-Thriller sind ja bekanntlich nichts Neues. An sich haben sie alle die gleiche Geschichte um eine Gruppe Überlebender, die versucht, sich nicht zu infizieren und irgendwann auf Rettung stösst. Grundsätzlich ist das auch bei Carriers nicht anders, dem ersten Kino- und Langfilmdebüt der spanischen Brüder Alex und David Pastor. Bereits seit 2006 liegt der Horror-Thriller fertig im Schrank, bis sich endlich jemand gefunden hat und das Werk der Menschheit zugänglich macht.
Und das Resultat ist durchaus sehenswert, wenn man von der üblichen Geschichte einmal absieht. Anders als bisher beschäftigen sich die Pastors nicht mit der Frage, wo das Virus herkommt und wie die Menschen es zu bekämpfen versuchen. Vielmehr zeigen sie auf, wie sich der Mensch angesichts einer tödlichen Gefahr zu verhalten beginnt, welche Schutzmechanismen er um sich aufbaut und welche Verhaltensweisen an den Tag kommen. Die Frage nach dem Kontrast von gruppendynamischem Zusammenhalt und egoistischem Selbsterhaltungstrieb steht dabei im Vordergrund. Dabei liegt der Schwerpunkt stets auf den Folgen der Seuche für eine bestimmte Personengruppe.
Gekonnt wird auch in die Geschichte eingeführt. Zunächst glaubt der Zuschauer, an einem harmlosen Ausflug von Freunden teilzunehmen und erfährt erst durch kleine Andeutungen und letztlich durch das blutverschmierte Mädchen, in welcher Situation sich die Figuren eigentlich befinden. Der folgende Verlauf der Story ist episodenartig angelegt. Die Freunde arbeiten sich von Hoffnung zu Hoffnung und machen dabei immer wieder Station an verschiedenen Plätzen. Dabei zeigt sich für den Betrachter nach und nach das ganze Grauen, welchem die Gruppe standhalten muss. Dazu liegt über allem stets die Frage, wie es weitergeht, sobald sich ein Mitglied der Gruppe ansteckt. Die sich daraus abzeichnende Antwort ist erschreckend, wenngleich auch nachvollziehbar.
Aufgrund eines stimmigen Drehbuchs, glaubhaft dargestellter Charaktere sowie einer soliden schauspielerischen- und kameratechnischen Arbeit ist Carriers durchaus sehenswert. Den Pastors gelingt es, einen relativ unblutigen Thriller zu entwerfen, dessen Grauen vielmehr in den Entscheidungen der einzelnen Personen zu finden ist.
![]()
3.8 Sterne (25 Bewertungen) | 1 Kommentar



