Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)

Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)

Oder: An diese Abschlussfeier wird man sich lange erinnern...

Cabin Fever 2: Spring Fever

Wo ist er? Da, da, dort, und da drüben!

Einige Tage sind vergangen, seit eine Gruppe Freunde in einer Waldhütte exekutiert werden musste, weil sie sich eine mysteriöse Krankheit eingefangen hatten. Das Kapitel gilt offiziell als abgeschlossen. Doch die Einwohner des nahe gelegenen Dorfes wiegen sich in falscher Sicherheit, denn bei der Säuberungsaktion der Polizei ist eine der infizierten Leichen im Fluss gelandet und verseucht so das Trinkwasser, das etwas weiter flussabwärts in Trinkflaschen abgefüllt wird. Dadurch gelangt das infizierte Wasser in eine kleine Stadt, wo sich gerade die High School auf den nahenden Abschlussball vorbereitet.

Cabin Fever 2: Spring Fever

Schau mal, ein Springbrunnen...

Der Abschlussball ist jedoch nicht bei allen gleich beliebt, denn für die einen ist es äusserst schwer, eine Begleitung zu finden, welche mit ihnen an den Ball gehen will. John (Noah Segan) und Alex (Rusty Kelley) sind solche Jungs, welche gar keine Begleitung finden, und John ist zusätzlich noch unglücklich in Cassie (Alexi Wasser) verliebt. Doch schon bald wird die Frage, wer jetzt mit wem an den Ball geht, nebensächlich, denn die Infektion breitet sich aus, und was in einer kleinen Waldhütte begonnen hat, stürzt eine ganze Schule ins Verderben...


DVD-Rating

Mit Cabin Fever lieferte Eli Roth ein spektakuläres Debüt ab, das nicht nur zu einem grossen Erfolg wurde, sondern auch sehr blutige Szenen mit einem soliden Szenario und sehr makaberem sowie schwarzem Humor verknüpfte. Im Sequel übernahm Ti West die Regie und schrieb auch am Drehbuch mit. Leider gingen beim fertigen Film die Meinungen zwischen Produzenten und Regie auseinander, und nach extensiven Nachdrehs und Umschnitten war der Film so entfremdet, dass West seinen Namen sogar vom fertigen Film entfernen lassen wollte, was ihm jedoch nicht gewährt wurde.

Hier liegt wohl auch der Hund begraben, weshalb Cabin Fever 2 solche Qualitätsschwankungen hat, denn selbst wenn das Sequel an einigen Punkten an das Debüt von Eli Roth anknüpft, es kann nicht wirklich überzeugen. So bietet Cabin Fever 2 beispielsweise den gleichen morbiden und schwarzen Humor wie der Vorgänger sowie Splatterszenen, die so bizarr und übertrieben sind, dass man den Film durchaus als Funsplatter im Stil von Machine Girl einstufen könnte. Doch damit wäre der Lobgesang auch schon wieder vorbei. Klar mag das Ganze kurzweilig und blutig sein, doch selbst wenn alles auf einem soliden Szenario basiert, schiesst sich der Film mit seinem strunzdoofen American Pie-Getue leider selber ins Knie.

Der Film verbringt nämlich die meiste Zeit mit den Vorbereitungen zum grossen Abschlussball, zeigt, wie einige Klischee-Loser zu ihren Begleitungen kommen und was es sonst noch für Beziehungsdramen an der Schule gibt. Die Schauspieler heimsen sich dabei kaum Sympathiepunkte ein, sie müssen sich nämlich mit unterirdischen Dialogen herumschlagen und gehen dabei derart auf die Nerven, dass man sich nur noch diebisch freut, wenn es einen von ihnen erwischt. So kombinieren sich gelungene Splatterszenen mit vielen schlichtweg nervenden und genau so schlecht gemachten wie gespielten Teenieszenen, was letztendlich zu einem äusserst durchzogenen Resultat führt.

Fazit: Cabin Fever 2 ist wie schon Hellraiser 4 oder Halloween 6 ein Film, der von Produzenten verschnitten wurde und kombiniert dämliches Abschlussfeier-Geplänkel mit krassen und sehr kreativen Splatterszenen. Wenn man das Ganze jedoch mit Filmen wie Dance of the Dead vergleicht, wird klar, dass hier die Verantwortlichen schlichtweg keine Ahnung hatten, wie man die Balance zwischen Humor und Splatter findet, und deshalb will das Ganze auch nicht funktionieren. Darum bleibt Cabin Fever 2 auch eher schlecht in Erinnerung, da die unbrauchbaren und schlichtweg blöden Szenen den Film viel zu stark dominieren.

Die DVD liefert den Film erstaunlicherweise ungeschnitten und in seiner ganzen Pracht. Die Bild- wie auch die Tonqualität ist soweit in Ordnung und schränkt den Filmgenuss auch nicht ein. Das Bonusmaterial beschränkt sich neben dem Trailer auf einen Zusammenschnitt der besten Gore-Szenen sowie ein kurzes Making-of. Bei diesem kommt erstaunlicherweise der Regisseur überhaupt nicht zu Wort und lediglich die Produzenten loben sich selbst für die angeblich blutigsten Szenen seit langem.

1.8 Sterne 3.6 Sterne
1.8 Sterne (12 Bewertungen) | 3 Kommentare

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21.04.2010 / db


DVD-Infos

Uncut, erschienen am 09.04.2010

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Gore-Reel; Behind the Scenes; Trailer