Brooklyn's Finest (2009)
Gesetz der Strasse
Brooklyn's Finest (2009) Gesetz der Strasse
Oder: Ich bin ein Cop, holt mich hier raus!
Der 65. Bezirk in North Brooklyn, New York City, ist nicht unbedingt der Ort, an dem man als friedliebender Mensch zu leben wünscht. Es ist eines der gefährlichsten Pflaster der Stadt. Insbesondere seit ein junger Schwarzer von einem Polizisten totgeschossen wurde, herrscht dort eine explosive und gewalttätige Stimmung, die Polizei steht mächtig unter Beschuss und droht die Kontrolle zu verlieren.
Derweilen kämpfen dort drei Cops mit ihren eigenen Sorgen. Eddie (Richard Gere) hat noch genau eine Woche bis zu seiner Pensionierung, ist deprimiert, desillusioniert und findet seinen einzigen Trost bei einer Prostituierten und im Alkohol. Als er einen hypermotivierten Jungpolizisten zur Seite gestellt bekommt, reagiert er nur mässig begeistert. Sal (Ethan Hawke), dessen Frau hochschwanger mit Zwillingen ist, braucht für seine Familie dringend ein neues Haus. Doch das magere Gehalt eines Cops reicht dafür nicht aus. Tango (Don Cheadle) schliesslich arbeitet undercover, getarnt als Drogendealer, was ihm aber nichts als Unglück gebracht hat. Er will sein altes Leben zurück. Da wird ihm ein verlockendes Angebot gemacht - doch dafür müsste er seinen besten Freund Caz (Wesley Snipes) verraten, der ihm einst das Leben gerettet hat...
Kinofilm-Rating
Mit Filmen wie Shooter, Tears of the Sun oder Training Day hat sich Antoine Fuqua als Regisseur für das krachende und knallende Filmgenre empfohlen. Nun wechselt der Mann, der seine Karriere mit Videoclips für Stevie Wonder, Prince oder Usher lanciert hat, die Schuhgrösse. Mit Brooklyn's Finest präsentiert er eine ambitionierte, starbesetzte amerikanische Grossstadt-Krimioper im Stile von The Departed oder American Gangster. Gewiss, der Vergleich mag ein wenig hoch gegriffen sein, denn Fuqua ist nun mal kein Martin Scorsese. Aber zumindest stellt er seine Kernkompetenz, das Knallen und Krachen, auch hier eindrücklich unter Beweis. Und dass die Produzenten für einen Film, der im berühmt-berüchtigten Brooklyn spielt, einen dunkelhäutigen Regisseur gewählt haben, scheint auch folgerichtig.
Trotzdem ist er aber nicht gefeit vor akutem Klischeealarm: Richard Geres Rolle als alter, desillusionierter Cop ist so beispielsweise ein ziemlich ausgelatschtes Hollywood-Stereotyp. Auch die Geschichte um Don Cheadles Undercover-Cop Tango glaubt man schon irgendwo mal gesehen zu haben. Vielleicht - surprise, surprise - in The Departed...? Die interessanteste Episode ist deshalb diejenige mit Ethan Hawke als Drogencop in argen Geldnöten. Hawke ist es auch, der von den drei Hauptdarstellern die intensivste und beeindruckendste schauspielerische Leistung zeigt. Neben ihm und seinen beiden Kollegen, die aus ihrer stereotypen Rolle das Beste zu machen versuchen, sind vor allem zwei bekannte Nebendarsteller erwähnenswert: Zum einen ein überraschend schwierig zu erkennender, weil ganz auf Hip-Hop-Ghetto-Goldketten-Look gestylter Wesley Snipes; zum anderen Ellen Barkin als richtig fiese und hassenswerte Polizei-Bitch.
Irritierend an dem mit 140 Minuten etwas an Überlänge leidenden Epos ist zuweilen, dass die drei Episoden etwas ungleich priorisiert sind. So werden die Geschichten um Hawke und Gere zwischendurch etwas vernachlässigt, während diejenige um Cheadle sehr viel mehr Platz einnimmt. Erst wenn man die anderen beiden Episoden schon beinahe vergessen hat, werden die Fäden wieder weitergesponnen. So werden doch einige Spannungselemente verschenkt. Gegen Schluss stimmt die Choreographie dann aber wieder, und die drei Episoden werden auf brutale Weise zusammengeführt. Wobei die Schlussszene dann allerdings jäh dahingeschludert erscheint. Gerade das einfrierende Bild erinnert an einen schlechten B-Actionfilm. Aber das mag Absicht sein - schliesslich hat Herr Fuqua einen Ruf als Action-Regisseur zu verlieren!
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3.6 Sterne (30 Bewertungen) | 1 Kommentar



