Brendan and the Secret of Kells (2009)

Brendan und das Geheimnis von Kells

Brendan and the Secret of Kells (2009) Brendan und das Geheimnis von Kells

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Brendan and the Secret of Kells

HAAR-STRÄU-BEND!!!

Irland im 9. Jahrhundert: In der Abtei von Kells herrscht Hochbetrieb, denn Wikinger greifen das Land an, und Abt Cellach (Brendan Gleeson) drängt darauf, den grossen Schutzwall um die Abtei rechtzeitig zu vollenden. Der 12-jährige Brendan (Evan McGuire) interessiert sich nur wenig für die Baupläne seines Onkels. Er würde lieber die Welt ausserhalb der Abtei sehen, die er noch nie verlassen durfte.

Als der alte Mönch Aidan (Mick Lally) ein wertvolles Buch in die Abtei bringt, möchte Brendan unbedingt helfen, das Wissen der Welt darin aufzuschreiben. Um Tinte für die prächtigen Illustrationen zu machen, braucht Aidan eine spezielle, sehr seltene Beere. Brendan verlässt deshalb unerlaubt die Abtei, um die Beere zu finden. Im Wald wird er von Wölfen angegriffen; in letzter Sekunde wird er aber von einem weissen Wolf gerettet. Kurz darauf trifft er das elfenhafte Mädchen Aisling (Christen Mooney), das ihm die Geheimnisse des Waldes zeigt. Doch Gefahr droht nicht nur durch Wölfe, denn der Abt bestraft Brendan für seinen Ungehorsam. Auch im Wald gibt es dunkle Kräfte, vor denen sich sogar die tapfere Aisling fürchtet. Und die bösen Wikinger kommen immer näher...


Kinofilm-Rating

The Book of Kells ist ein tatsächlich existierendes, niemals vollendetes Manuskript aus dem frühen Mittelalter, das vom 6. bis 9. Jahrhundert in verschiedenen Klöstern in ganz Europa geschrieben und illustriert wurde. Es gehört zu den berühmtesten und wichtigsten Werken aus jener Zeit und ist heute in Dublin zu bewundern. Neben Auszügen aus dem Neuen Testament ist es vor allem durch die vielen sehr aufwändigen Illustrationen bekannt geworden, die christliche Symbolik sowie Darstellungen von Menschen, Tieren und mythischen Kreaturen, aber auch keltische Symbole zeigen.

Natürlich ist der Zeichentrickfilm Brendan and the Secret of Kells keine historisch korrekte Darstellung der Geschehnisse um die Entstehung des Manuskripts. Der Film zeigt einen möglichen, aber letztlich rein fiktiven Auszug aus dem "Leben" des Buches. Wie wohl auch beim Manuskript selbst, ist es beim Film nicht wirklich die Handlung, die am meisten fasziniert, sondern die visuelle Darstellung. Anstelle eines eher realistischen Zeichenstils, wie ihn etwa die meisten Disneyfilme aufweisen, zeichnet sich Brendans Abenteuer nämlich durch einen recht hohen Grad an zeichnerischer Stilisierung aus. Flammen etwa sind rote Kringel, Aislings langes Haar flattert wie eine Rauchfahne ihm Wind, und Schneeflocken fallen als keltische Knoten vom gezeichneten Himmel. Dabei wird das Ganze aber nie so übertrieben künstlerisch, dass die Geschichte nicht mehr verständlich ist oder nur noch Kunstfreunde anspricht. Auch Kinder dürften an der Farbenpracht des Filmes Gefallen finden, allerdings fehlt eine flotte Story mit vielen Gags, und der Angriff der Wikinger ist doch etwas düster und unheimlich geraten; für die ganz Kleinen ist der Film deshalb nur bedingt geeignet.

Brendans Abenteuer um das Buch von Kells ist ein wunderschön animierter Zeichentrickfilm, der sich durch einen sehr eigenen, aber absolut sehenswerten Zeichenstil auszeichnet, der - wie die Illustrationen an den Seitenrändern des historischen Manuskripts - die gesamte Fläche der Leinwand mit Struktur und Symbolen ausfüllt und so jedes einzelne Bild zu einem kleinen Kunstwerk macht. Die Handlung ist eher Nebensache und flacht spätestens nach dem Angriff der Wikinger zur Halbzeit deutlich ab. Die wundervollen Bilder, Farben und Formen bieten aber ein wahres Fest für die Augen, was dieses Manko locker wettmacht. Der Film ist vielleicht nichts für die ganz Kleinen, aber Fans von etwas aussergewöhnlicheren Animationsfilmen dürften an Brendan and the Secret of Kells ihre wahre Freude haben.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (4 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
06.07.2009 / pps