Behind Enemy Lines: Colombia (2009)

Behind Enemy Lines: Colombia (2009)

Oder: Pfadiübung verlorener Jungs

Glugg Glugg

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Kolumbien versinkt im Chaos. Die Armee hat die Geschehnisse nicht im Griff, und eine Revolutionsgruppe hält mit feigen Anschlägen das Land in Atem. Um die Situation besser überblicken zu können, bekommt Leutnant Sean Macklin (Joe Manganiello) den Auftrag, seine Navy-Seal-Truppe fit zu machen, um dort im gefährlichen Gebiet Filmaufnahmen zu machen. Und zwar nur das. Kein Einmischen, kein Auffallen. Reinschleichen, Filmen, Rausfliegen. That's it.

Natürlich gelingt das dem Team nicht. Denn kurz nachdem die Gruppe das Ziel erreicht hat, beginnt die Sache brenzlig zu werden. Nicht nur, dass Macklin eine Kooperation zwischen Armee und Guerillas mitverfolgen kann, auch die Falle der Bösewichte schnappt zu. Die Teilnehmer dieser Sitzung werden ermordet, das US-Kampfteam wird dezimiert und einer von ihnen gefangen genommen. Und wenn das noch nicht genug Ärger wäre, wird den Amis dieser Vorfall auch noch in die Schuhe geschoben.

*Ächz*

Sean Macklin und Kollegen befinden sich also hinter feindlichen Linien in einem chaotischen Land und werden von schiesswütigen Verfolgern gejagt. Und natürlich will Macklin erstmal seinen Kumpel aus den Armen der Gegner befreien und dann der Sache auf den Grund gehen. Kann ihm sein Kumpel Carter ("Mr. Kennedy" Ken Anderson) auch dieses Mal den Arsch retten? Die Chancen dazu stehen allerdings sehr schlecht.


DVD-Rating

Er blickt uns vom DVD-Cover entgegen, und wer ihn im Wrestlingring (und am -Mikrophon) schon mal gesehen hat, dürfte einiges erwarten von Ken Anderson, dem blondierten Muskelprotz mit der grossen Tätowierung am Rücken. In der Tradition, dass die grösste Wrestlingliga der Welt ("World Wrestling Entertainment") ihre grossen Stars in Filme packt und dann Kohle scheffelt, tritt nun also der grossmäulige Superstar in die Fussstapfen von John Cena (The Marine), Steve Austin (The Condemned) oder Glen Jacobs, der als "Kane" in See No Evil für Gruseln sorgte. Dumm nur, dass Behind Enemy Lines: Colombia ein richtiger Schnarcher geworden ist.

Wir kennen die Machart dieser Filme seit dem Original mit Owen Wilson, der 2001 in Behind Enemy Lines den alleingelassenen US-Soldaten mimte. Damals konnte man wenigstens noch ein bisschen mitfiebern, was in dem hier vorliegenden dritten Teil der Reihe praktisch nicht mehr der Fall ist. Zwar werden die Navy-Seals veräppelt und in eine Falle gelockt, aber wer denkt, dass dann das grosse Zittern losgeht, hat sich getäuscht. Es wird geschossen, geprügelt, Genicke werden verdreht und ein bisschen Blut darf auch spritzen. Aber spannend, interessant oder gar mitreissend ist Behind Enemy Lines: Colombia überhaupt nicht geworden.

Im Gegenteil, da können sich die gutgebauten Darsteller noch so anstrengen und grimmig in die Kamera gucken, mehr als Rumrennen und Anschleichen wird nicht verlangt. So verbrät man auch das Talent von Ken Anderson, der aber immerhin ein paar Sprüche klopfen darf. Dagegen macht Hauptdarsteller Joe Manganiello einen höchst gelangweilten Eindruck und passt sich damit dem ganzen Film an.

Fazit: Für Fans von Maschinengewehren, Bombenlegern oder Kriegsfilmen im dichten Dschungel lässt sich Behind Enemy Lines: Colombia sicherlich angucken. Wer allerdings mehr als Kawumm und nichtssagende Dialoge erwartet, dürfte sich bald einmal langweilen. Trotz Mr. Kennedy....

Die DVD von Behind Enemy Lines: Colombia bietet neben dem passablen Audiokommentar eine ganze Reihe von kurzen Features, die alle in einem Zug angeguckt werden können (dauert knapp 40 Minuten) und Hintergründe zu den Dreharbeiten, die Stunts und natürlich die Handhabung der Waffen liefern. Ausserdem kriegen wir ein paar Bloopers geliefert, und die beiden Hauptdarsteller treffen sich abschliessend zum Gespräch und gegenseitigem Respekt-Zollen vor der Kamera wieder.

Technisch ist dieser Film zwiespältig zu betrachten. Einerseits hat man mit dem satten und gut abgemischten Ton gute Arbeit abgeliefert, andererseits macht das Bild einen sehr körnigen und unreinen Eindruck, was dem ganzen Projekt nicht gerade von Vorteil ist.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.02

 

31.10.2009 / muri

Community:

Bewertung: 1.8 (4 Bewertungen)

 

 

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