Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (2009)

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (2009) Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Oder: Der Anti-Krimi

Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans

Mist, das Klopapier is' alle!

New Orleans, wenige Stunden nach dem Hurrikan Katrina. Beim Versuch, einen Gefangenen vor dem Ertrinken in seiner Zelle zu retten, erleidet Detektiv Terrence McDonagh (Nicolas Cage) eine schlimme Rückenverletzung, die sein Leben völlig verändert. Der Arzt verschreibt ihm Vicodin, welches ihm fortan seine Schmerzen lindern soll. Kurz darauf wird Terrence aufgrund seiner Heldentat zum Lieutenant befördert.

Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans

Kleidung und Einrichtung im Einklang.

Ein Jahr vergeht, und Terrence übernimmt die Leitung zu den Ermittlungen in einem Mordfall. Was aber keiner weiss, ist, dass er inzwischen Vicodin- und kokainabhängig ist und ziemlich hohe Wettschulden hat. Terrence muss den einzigen Augenzeugen des brutalen Mordes beschützen. Doch wie soll er zwischen Ermittlungen, Drogenbeschaffung, Schuldentilgung und Zeugenschutz noch Zeit für seine Freundin Frankie (Eva Mendes) finden, ohne dass jemand Verdacht schöpft?


DVD-Rating

War Nicolas Cage in den Neunzigerjahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt, musste der Star aus The Rock und Face/Off in letzter Zeit viel einstecken. Geldprobleme und Flops (Next, Bangkok Dangerous) nagten an dem Ansehen des Schauspielers. Und genau in diesem Moment schappte sich Regisseur Werner Herzog den Herrn und besetzte ihn als abgefuckten Cop in Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans - für Cage der richtige Film zur richtigen Zeit.

Ob er sich hier selbst spielt, ist nicht bekannt. Was jedoch klar ist, dass sein Cop in diesem Film über allem anderen schwebt. In Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans geht es nicht um eine Geschichte. Es geht um einen Mann des Gesetzes, den die Kamera auf seinem Trip, den er Leben nennt, begleitet. Mit immensem Glück mogelt er sich durch und sieht Gefahren immer mit einem Lächeln entgegen. Kein anderer Schauspieler als Cage hätte diese Mischung aus Leckt-mich-alle-am-A**** und Clown so gut hingebracht. Es ist die Cage-Show.

Die Krimigeschichte wird zur Randnotiz. Da die Geschichte um Huren, Drogenbosse und kaputte Familien aber eh bereits tausend Mal erzählt wurde, stört dies überhaupt nicht. Herzog will in erster Linie unterhalten und nicht gross auf Dramatik machen. Weg vom Einheitsbrei, dafür hinein in eine Mischung auf Fear and Loathing in Las Vegas und Street Kings. Was dabei herauskommt, ist schräg und hat selten was mit Mainstream zu tun. Wenn man einmal akzeptiert, dass man es hier mit Pulp zu tun hat, ist Herzogs Werk ein Brüller.

Fazit: Herzog ignoriert alle Regeln des Cop-Thrillers und präsentiert eine Groteske mit einem überragenden Nicolas Cage. Während der beinahe zwei Stunden wird der Zuschauer gut unterhalten, obwohl er sich am Ende fragen muss, was das jetzt wieder gewesen ist. Zu viel sollte man aber nicht darüber nachdenken. Ein absichtlich dummer Film, der mit vier Sternen optimal bewertet ist.

Dumm, aber weniger gut, ist, dass man kein Bonusmaterial auf die DVD gepackt hat. Nur Trailer von anderen Filmen haben es auf diese Edition geschafft. Wer mehr über den Film wissen will, greift entweder zur 2-Disc-Special-Edition oder zur Blu-ray. Das Bild ist sehr hell, was aber von der Vorlage kommt. Ansonsten kann man nicht gross meckern. Der Ton ist dem Film entsprechend eher zurückhaltend. Grosse Schiessereien gibt es nicht, sondern vornehmlich Dialoge. Die Musikuntermalung verteilt sich aber schön auf den Boxen.

3.5 Sterne 2.8 Sterne
3.5 Sterne (42 Bewertungen) | 2 Kommentare

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03.09.2010 / faz (Inhalt), crs (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.08.2010

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Englisch, Deutsch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: verschiedene Trailer