Away We Go (2009)

Away We Go - Auf nach Irgendwo

Away We Go (2009) Away We Go - Auf nach Irgendwo

Oder: Wir fahren nach Irgendwo

Away We Go

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Burt (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph) sind ein ganz gewöhnliches, innig verliebtes Paar, obwohl sie ihn aus Prinzip nicht heiraten möchte. Nun erwarten die beiden ihr erstes Kind. Sie leben in einem verschneiten Dorf irgendwo in Colorado ganz in der Nähe von Burts Eltern Gloria (Catherine O'Hara) und Jerry Farlander (Jeff Daniels), damit diese das Paar nach der Geburt des Kindes unterstützen können.

Eines Tages künden die Farlanders jedoch plötzlich an, dass sie kurz vor der Geburt nach Belgien auswandern werden. Ein Schock für Burt und Verona, die sich plötzlich als Versager fühlen, welche es in ihrem Leben noch zu nichts gebracht haben. Deshalb beschliessen sie, per Reise quer durch die USA den idealen Ort zu suchen, um eine Familie zu gründen.

Away We Go

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Dabei klappern sie die Städte ab, wo sie Verwandte und Bekannte haben - in der Hoffnung, dort ein neues Leben zu beginnen. So treffen sie unter anderem ehemalige Studienfreunde (Chris Messina), Burts "Cousine" LN Fisher-Herrin (Maggie Gyllenhaal) oder die Ex-Chefin und ihren Mann (Allison Janney und Jim Gaffigan) wieder. Doch je länger Burt und Verona unterwegs sind, desto unschlüssiger werden sie, was sie eigentlich suchen und was das Beste für ihr ungeborenes Kind wäre.


Kinofilm-Rating

Regisseur Sam Mendes ist ein Alleskönner. Egal ob bissige Satire (American Beauty), Vorstadtdrama (Revolutionary Road) oder Kriegsfilm ohne Krieg (Jarhead), alle seine Filme zeichnen sich durch eine spürbare Nähe zu den Figuren aus. Sie sind realistisch gezeichnet und handeln für den Zuschauer nachvollziehbar. Kurz: Sam Mendes gibt den Zuschauern Charaktere, die aus ihrer Mitte stammen könnten. Away We Go setzt dieser Entwicklung das Sahnehäubchen auf.

Die Geschichte der zwei Nobodys Burt und Verona erzählt Mendes mit unglaublicher Leichtigkeit, bettet jedoch auch tragischere Momente in die luftige Rahmenhandlung ein. Dabei stützt sich der Regisseur auf das herrlich skurrile Drehbuch des Paars Dave Eggers und Vendela Vida, die die eigentlich simple Geschichte mit leisem Witz, aber auch mit bissigen Kommentaren zur Kindererziehung und Familiengründung ausgestattet haben. So fällt Away We Go nie in die Gefilden leichter und sinnfreier Unterhaltung, sondern schafft den Spagat zwischen ernstzunehmender Komödie mit tragischem Hintergrund. Der Film wird so stellenweise richtig lustig, schafft es aber ohne Probleme, in der nächsten Szene einen Stimmungswechsel zu vollziehen. So erinnert die Reise der Farlanders dann in der Stimmung und in der Machart an ähnliche Feelgood-Movies wie Little Miss Sunshine oder vor allem Garden State.

Die hierzulande fast unbekannten John Krasinski (The Office) und Maya Rudolph (Duplex) passen perfekt zu den von ihnen verkörperten Figuren und haben die Sympathien der Zuschauer auf sicher. Verkörpern die zwei zu Beginn noch unsichere Mittdreissiger, entwickeln sie sich im Laufe ihrer Begegnungen auf ihrem Trip durch die USA immer mehr zu eigenständigen Personen, die begreifen, welche Entscheidungen es braucht, um ein Fundament für die Gründung einer Familie zu bauen. Krasinski und Rudolph lassen diese Entwicklung spürbar machen und wirken nie peinlich, trotz einigen überzogenen Momenten (Stichwort: vaginale Geschmacksunterschiede).

Unterstützt werden die zwei von erstklassigen Nebendarstellern, wie die grossartigen Catherine O'Hara und Jeff Daniels, die in ihrer kurzen Szene für viele Lacher sorgen. Auch Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) oder Allison Janney (The West Wing) ergänzen das Ensemble mit skurrilen Auftritten. Ein weiterer prominenter Nebendarsteller ist der Soundtrack (von Singer und Songwriter Alexi Murdoch), der die lockere Atmosphäre des Films in jeder Szene grossartig unterstützt.

Away We Go ist einer dieser raren Filme, bei dem einfach alles stimmt. Sam Mendes entschied sich nach seinen ambitionierten Grossprojekten kurzfristig für diese Indie-Geschichte und hat ganz nebenbei eines der bisherigen Highlights dieses Kinojahrs geschaffen. Away We Go ist ein Film, bei dem man einfach mit einem Lächeln aus dem Kino kommen muss. Was kann ein Film mehr erreichen wollen?

4.6 Sterne
4.6 Sterne (32 Bewertungen) | 3 Kommentare

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04.10.2009 / hut