Avatar (2009)

Avatar - Aufbruch nach Pandora

Avatar (2009) Avatar - Aufbruch nach Pandora

Oder: Ganz bestimmt nicht mehr in Kansas!

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"Sei mir nicht böse ... bitteeee!"

Eine andere Zeit, eine andere Welt: Jake Sully (Sam Worthington), ein an den Rollstuhl gefesselter Ex-Marine, soll auf der Militärbasis Hell's Gate auf dem Planeten Pandora seinen kürzlich verstorbenen Zwillingsbruder ersetzen. Dieser arbeitete als Wissenschaftler für die Resource Development Agency (RDA). Das Team um die Leiterin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver) erforscht Flora und Fauna von Pandora - und die Lebensgewohnheiten der Ureinwohner, den Na'vi. Dafür transferieren sie ihren Geist in im Labor gezüchtete Lebewesen, sogenannte Avatare, die aussehen wie die Na'vi.

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"Du hast da was im Ohr."

Nicht alle Menschen auf Hell's Gate sind den Na'vi allerdings so wohl gesonnen wie Grace und ihr Team. Basisleiter Parker Selfridge (Giovanni Ribisi) ist nur an der Ausbeutung der magnetischen Felder auf Pandora interessiert. Daraus gewinnen Wissenschaftler Energie, welche für viel Geld an die Bewohner der ausgebeuteten Erde verkauft wird. Selfridges Rechte Hand ist der Sicherheitschef von Hell's Gate, Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang). Er unterstützt Selfridges Absicht, die Na'vi aus ihrem Lebensraum, einer uralten, riesigen Weide, zu vertreiben. Darunter befindet sich das grösste magnetische Feld.

Willigt Jake, ganz Marine, zuerst ein, im Körper seines Avatars das Vertrauen der Na'vi zu erschleichen, so gerät er bald in einen Gewissenskonflikt, als Neytiri (Zoë Saldana) sein Leben rettet und er in die Gemeinschaft der Na'vi aufgenommen wird. Jake muss sich entscheiden: Führt er seinen Auftrag als Soldaten loyal aus, oder hilft er den Na'vi dabei, ihren Lebensraum zu verteidigen?


Kinofilm-Rating

Regisseur James Cameron (Titanic) hatte die Idee für diesen Film schon vor fünfzehn Jahren. Nur fehlten ihm lange Zeit die technischen Mittel, um ihn zu realisieren. Das lange Warten hat sich aber offensichtlich gelohnt, denn visuell ist der Film ein riesiges Erlebnis. Die Welt auf Pandora überrascht mit farbenprächtiger Natur, fliegenden Bergen und wunderlichen Tierkreaturen. Und trotzdem glaubt man als Zuschauer bald, diese Welt zu kennen, so real wurde sie erschaffen. Auch die Körper der Ureinwohner wirken fremd und gleichzeitig vertraut, schliesslich haben lebendige Schauspieler die Grundlage dafür geschaffen. Cameron und sein Team wendeten dieselbe Technik wie Peter Jackson bei Gollum in Lord of the Rings an. Nur ist diese in der Zwischenzeit erheblich weiterentwickelt worden, was den Figuren auch deutlich anzusehen ist, denn sie wirken noch lebensechter. Die Fähigkeit, mit ihren Gesichtszügen menschliche Emotionen auszudrücken, unterscheidet sich kaum mehr von jener der Schauspieler aus Fleisch und Blut.

Aber technische Brillanz, futuristische Lebenswelten und ausserirdische Wesen, die den Menschen so sehr ähneln, machen noch keinen Film aus, "der die Filmgeschichte revolutionieren wird", wie dies Cameron im Vorfeld versprochen hat. Dafür braucht es mehr als ein fast dreistündiges Feuerwerk an visuellen Kreationen und Spielereien, nämlich eine gute Geschichte. Und da versagt Cameron gänzlich. Zu oft wurde jene von Avatar bereits erzählt: Gut gegen Böse, Technik gegen Natur, Gier gegen Weisheit, Gefühlskälte gegen Liebe. Und mittendrin ein Held, der zum Retter und Erlöser wird. Enttäuscht, dass dies hier schon verraten wird? Muss man nicht sein, jeder Kinogänger errät den Verlauf der Geschichte und deren Ende bereits nach 20 Minuten, ganz fixe wohl schon nach zehn.

Gegen eine solche Good-Guys-Bad-Guys-Geschichte ist grundsätzlich nichts einzuwenden, Lord of the Rings erzählt diese schliesslich auch; es entsteht sogar der Eindruck, dass sich Cameron immer wieder an Jacksons Trilogie orientiert hat, wohl mit dem Ziel, diese noch zu übertrumpfen. Allerdings konnte sich Jackson dafür viele, viele Filmstunden Zeit nehmen, und so hat er es dementsprechend geschafft, seinen Figuren und der Geschichte Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dies erreicht Cameron leider nicht, die Geschichte bleibt platt, die Figuren und ihre Entwicklungen sind durchwegs farblos und unglaubwürdig. Da nützen auch die guten schauspielerischen Leistungen, insbesondere jene von Sigourney Weaver, nichts viel.

Muss man diesen Film also gar nicht gesehen haben? Jein. Wer sich nicht über eine Story voller Stereotypen, vorhersehbaren Wendungen und platten Weisheiten ärgern will, kann getrost daheim bleiben. Wen diese Schwächen aber nicht stören sollten, kann ein visuell einmaliges Kinoerlebnis geniessen, denn bahnbrechend sind die Bilder tatsächlich - insbesondere da, wo der Film auch in 3D-Optik zu sehen ist. Dafür braucht es allerdings etwas Sitzleder: Ganze zwei Stunden und 50 Minuten dauert das Spektakel. Es dürfte sich also bewähren, den Film mit Begleitung anzusehen, um allfällige Pausen im visuellen Feuerwerk zu überbrücken.

5.2 Sterne
5.2 Sterne (377 Bewertungen) | 307 Kommentare

3.53.5
14.12.2009 / coh