Plato's Academy - De tha gineis ellinas pote (2009)
Kleine Wunder in Athen
Plato's Academy - De tha gineis ellinas pote (2009) Kleine Wunder in Athen
Oder: Ihr Albaner werdet nie Griechen sein ...
Stavros (Antonis Kafetzopoulos) führt einen kleinen Laden im Athener Distrikt Akadimia Platonos. Das Geschäft läuft nicht - meistens hängt er deshalb mit seinen drei besten Freunden davor ab. Zur Gruppe gesellt sich auch stets die demente Mama von Stavros.
Die Gruppe schwadroniert mangels anderer Aktivitäten den ganzen Tag über alte Zeiten und die unsäglichen Ausländer. ins Visier genommen haben sie vor allem die Albaner. Stavros, bekannt als lautester Polterer, erlebt jedoch bald seinen persönlichen Super-GAU. Der Albaner Marenglen (Anastas Kozdine) will nämlich in Stavros Mutter seine eigene Mutter erkennen. Fürwahr erwacht diese in Marenglens Anwesenheit aus ihrer geistigen Unmachtung, und fängt unvermittelt an, auf Albanisch zu plappern. Mit der Zeit verdichten sich die Anzeichen, dass Marenglen wirklich ihr Sohn ist, und so natürlich auch der Bruder von Stavros.
Der Patriot ist verunsichert: Ist er nun Grieche oder Albaner? Waren all seine gehässigen Aussagen gegenüber Ausländern in seinem Unwissen gleich auch gegen sich selber gerichtet? Stavros hat grosse Mühe, mit der Situation umzugehen, obwohl Marenglen eigentlich ein netter Typ ist, der ebenfalls Status Quo als Lieblingsband hat und Fussball mag. Aber eben halt ein Albaner ist.
Kinofilm-Rating
Wer regelmässig am Sonntagabend den Fernseher einschaltet, dürfte bereits unbewusst mit der Arbeit von Filippos Tsitos in Berührung gekommen sein. Der gebührte Grieche, seit 1991 wohnhaft in Deutschland, hat bereits vier Tatort-Folgen inszeniert.
Akadimia Platonos sieht seinen Schauplatz in Athen und versteht sich als Slacker-Komödie mit gesellschaftlichen Versatzstücken - vielleicht aber eher sogar als Gesellschaftsstück mit vielen witzigen Einlagen. Jedenfalls dürfen wir über die vier Hänger genauso lachen, wie über den Fremdenhass die Stirn runzeln. Richtig schwierig wird es dann, wenn es um das Dreieck Stavros - Mutter- Marenglen geht, wo beide Komponenten zusammenfinden. Die Mama kocht plötzlich in der Nacht ein komplettes Menü - doch kaum haben wir darüber gelacht, hat Stavros Marenglen bereits aus der Wohnung geworfen.
So geht dass den ganzen Film lang: Lachen, stutzen, lachen, stutzen. Grosser Tiefgang mag sich zwar nicht einstellen, die abgezehrten Figuren erscheinen jedoch einigermassen interessant und die Story nachvollziehbar. Immerhin: Eine griechische Tragödie ist dies auf alle Fälle nicht geworden.
![]()
4.5 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare



