13 Semester (2009)

13 Semester (2009)

Oder: Der ganz normale Studentenwahnsinn

13 Semester

Die Mauer muss weg! Die Mauer muss weg!

"Nur bloss raus aus dem Kaff". Dies denken sich Moritz (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek) auf ihrem Weg in Richtung Darmstadt. Ihr Ziel: die Uni. Innert kürzester Zeit wollen die beiden Jugendfreunde mit Hilfe der Uni die Welt erobern. Während Dirk ohne Probleme Anschluss findet, tut sich Moritz bereits nach wenigen Tagen schwer. Neue Freunde findet er nur mühsam, die Wohnungssuche verläuft harzig und der Schulstoff will nicht in seinen Kopf. Sein Glück scheint sich aber zu wenden, als er doch noch eine Bleibe findet und seinen Mitbewohner Bernd (Alexander Fehling) kennen lernt. Bernd ist bereits im 5. Semester und geniesst sein Leben in vollen Zügen. Da wird auch gerne mal eine Vorlesung ausgelassen.

13 Semester

Good Will Hunting?

Als Moritz eines Abends Kerstin (Claudia Eisinger) kennen lernt, hat er nur noch Augen für sie. Dies bringt ihm wiederum Ärger mit Dirk ein, der ihn kurzerhand aus der Lerngruppe schmeisst. Auf sich allein gestellt, versucht Moritz, die Zwischenprüfungen zu bestehen. Als er diese mit Hilfe des Auslandsstudenten Aswin (Amit Shah) erfolgreich hinter sich bringt, stehen ihm weitere spannende Semester voller Liebe, Spass und Kameradschaften, aber auch mit ganz viel Stress, Ärger und Peinlichkeiten bevor.


Kinofilm-Rating

Ein Studentenfilm? Aus Deutschland? Kann das gut gehen? Nachdem man sich den Trailer zu Gemüte geführt hat, erwartet man eine dieser unzähligen deutschen Komödien mit doofen Witzen und vielen Peinlichkeiten. Doch Überraschung: 13 Semester ist gar nicht so, wie der Trailer vermuten lässt. Das Erstlingswerk von Frieder Wittich ist sogar richtig liebenswürdig und bescherte dem 5. Zürich Film Festival seine erste Überraschung, wenn nicht DIE Überraschung.

Studentenfilme gibt es wie Sand am Meer. Ein Grossteil dieser Filme haben dann meistens das ausgiebige Partyleben der Studenten als zentralen Dreh- und Angelpunkt. Doch anstatt auf ausgelatschten Genrepfaden zu wandeln, zeigt man hier einen realistischen Blick auf das Leben dieser Menschen, die freiwillig ihre Zeit in Lesesälen verbringen. Was bei 13 Semester als Erstes auffällt, sind die sympathischen Figuren. Jede ist auf ihre eigene Art liebenswürdig. An Hauptdarsteller Max Riemelt muss man sich zuerst noch gewöhnen, aber mit fortlaufender Filmdauer geht einem dieser Max richtig nahe. Neben Riemelt gefallen Alexander Fehling als Mitbewohner Bernd und Claudia Eisinger als rehäugiges Objekt der Begierde. Die junge Schauspielertruppe überzeugt durchs Band.

Natürlich wird auch in 13 Semester gefeiert und gesoffen, aber erstens macht dies nur einen kleinen Teil des Filmes aus und zweitens übernimmt es nie die Oberhand. Es ist wie ein kleines Puzzleteil, das halt eifach dazugehört und schlussendlich dem Gesamtwerk dient.

13 Semester ist ein gelungener Blick auf das Studentenleben mit all seinen positiven und negativen Seiten. Die Charaktere sind liebenswürdig, das Ganze ist fast nie realitätsfremd, und zu lachen gibt es auch immer etwas. Zwar wirkt der eine oder andere Witz etwas erzwungen und die Nebenhandlung mit dem Seifenverkauf hätte man weglassen können, aber am Ende fällt dies nicht gross ins Gewicht. Schlussendlich halten sich zum Schreien komische und herzerwärmende Szenen die Waage. 13 Semester erobert sein Publikum im Sturm, und später wird man sich mit einem Lächeln an diesen Film zurückerinnern.

4.4 Sterne
4.4 Sterne (13 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
01.10.2009 / crs