You Don't Mess with the Zohan (2008)
Leg dich nicht mit Zohan an
You Don't Mess with the Zohan (2008) Leg dich nicht mit Zohan an
Oder: The world's gonna be silky smooth!
Sein Name: Zohan Dvir. Sein Beruf: Agent in Diensten des israelischen Geheimdienstes Mossad. Aber nicht etwa irgendein Agent. Nein, er ist "The Zohan" (Adam Sandler) - und der kann einfach alles! Sein ärgster Kontrahent, der palästinensische Super-Terrorist "The Phantom" (John Turturro), bekommt dies regelmässig am eigenen Leibe zu spüren. Denn Zohan ist nicht nur stärker, schneller und schlauer als all seine Gegner - der bärtige Zottel sprüht auch vor Charisma, und die Ladies liegen ihm zu Füssen.
Ganz Israel liebt seinen Wunderhelden. Doch im tiefsten Innern ist Zohan unglücklich. Denn eigentlich langweilt ihn die Terroristenjagd, er träumt von was ganz anderem: er will ein grosser Hairstylist werden! Also fingiert er eines Tages in einem Zweikampf mit Phantom seinen Tod und nimmt Reissaus in Richtung New York. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten will's aber erst nicht so recht klappen mit der Coiffeur-Karriere. Erst im kleinen Salon der schönen Palästinenserin Dalia (Emmanuelle Chriqui) erhält er seine Chance - als Haaraufwischer.
Als schliesslich eine Coiffeuse ausfällt, ist sein grosser Tag gekommen: Endlich kann er beweisen, was er draufhat. Und damit schlägt er bei den Kundinnen, vorwiegend älteren Damen, ein wie eine Bombe - durchaus auch im wörtlichen Sinn. Zohans "Spezial-Service" spricht sich schnell um im Viertel und beschert dem Salon ungeahnte Gewinne. Doch der phänomenale Erfolg hat auch seine Schattenseiten: So wird Zohan schneller von seiner Vergangenheit eingeholt, als ihm lieb ist...
Kinofilm-Rating
Whoooaaah - selten gab's einen so dämlichen Film, der die Lachmuskeln dermassen strapaziert hat. Doch You don't mess with the Zohan ist - entgegen durchaus berechtigten gegenteiligen Befürchtungen - mehr als nur eine der gewohnten Pipifax-Komödien mit Adam Sandler. Klar, Pipifax sowie sonstige derbe Zoten gibt's zuhauf. Das erstaunt nicht, wenn man bedenkt, dass Sandler, der den Film auch produziert hat, seinen alten Weggefährten Dennis Dugan auf den Regiestuhl gesetzt hat. Letzterer ist unter anderem für zweifelhafte Meisterwerke wie Big Daddy oder I now pronounce you Chuck and Larry verantwortlich. Neben Sandlers Handschrift ist auch diejenige des neuen Komödien-Wunderkindes Judd Apatow deutlich zu erkennen, der am Drehbuch mitgewerkelt hat und ebenfalls nicht gerade für super-feinsinnigen Humor bekannt ist. So erstaunt es nicht weiter, wenn gepoppt, gepisst und zwischendurch auch mal eine lebende Katze durch die Wohnung gekickt wird - Tierschützer, die Barrikaden rufen!
Trotzdem: Es braucht schon eine bewundernswerte Portion Mut und Unverfrorenheit, eine derart alberne Komödie vor einem derart ernsten Hintergrund - dem Konflikt zwischen Israel und Palästina - zu drehen. Sensible Zeitgenossen seien gewarnt: Zohan ist nicht nur derb, sondern auch hochgradig geschmacklos, politisch höchst unkorrekt und verletzt vermutlich so ziemlich jedes religiöse, politische oder sonstige Gefühl, das er irgendwie verletzen kann. Und trotzdem ist der Film lustig, sehr lustig. Denn die Gagdichte ist wahrlich beeindruckend. Und diese besteht durchaus nicht nur aus Zoten. Zum Lachen ist so ziemlich alles in diesem Film. Von der super-klischeehaften Überzeichnung der Hauptfigur über mehr oder minder geistreiche Wortspiele bis hin zu Anflügen absurden Humors - wie beispielsweise einer Ziege, die Suppe apportiert.
Hauptdarsteller Adam Sandler, der sich mit krudem pseudo-jiddischen Akzent durch den Film prügelt und poppt, zeigt als Zohan seine wohl erinnerungswürdigste schauspielerische Leistung seit Punch-Drunk Love. Sein Lieblingsspruch "Silky smooth" hat das Kultpotenzial eines "Groovy baby!" von Kollege Austin Powers. Mit John Turturro als nervös in der Gegend herumfuchtelndes "Phantom" findet Sandler zudem einen äquivalenten Gegenpart. Gut gelaunt bieten die beiden ein hemmungsloses Overacting, das so grotesk ist, dass es eine Freude ist. Daneben gibt's zahlreiche Gastauftritte, unter anderem von Chris Rock oder von Popdiva Mariah Carey. Letztere nutzt die Gelegenheit, einen selbstironischen Auftritt hinzulegen, wie man es ihr kaum zugetraut hätte. Da droht die weibliche Hauptdarstellerin Emmanuelle Chriqui trotz ihres gesunden Teints ein wenig zu verblassen.
An dem Streifen dürften sich die Geister scheiden - es ist ein bizarrer Mix zwischen Borat und Austin Powers, mit einem Hintergrund, der alles andere als lustig ist. Der Film kann genauso gut als genial respektlose Satire wie auch als superidiotisch peinliche Klamotte interpretiert werden. Ganz nach Sichtweise. Eines darf er aber in jedem Fall für sich beanspruchen: So etwas hat man bisher im Kino noch nicht gesehen.
You don't mess with the Zohan ist einfach saudoof - in allerbestem Sinne.
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3.7 Sterne (82 Bewertungen) | 23 Kommentare



