Yes Man (2008)

Der Ja-Sager

Yes Man (2008) Der Ja-Sager

Oder: Spring doch von einer Brücke

Yes Man

Harry und Hermoine

Carl Allen (Jim Carrey) ist ein Nein-Sager. Er sagt "Nein" zu allem. Er lehnt die Kreditanträge ab, die er bei seinem Job in einer Bank bearbeitet, er sagt Partys ab, zu denen er eingeladen wird, und wenn sein bester Freund Peter (Bradley Cooper) mit ihm in einer Bar etwas trinken gehen will, dann hat Carl immer diese "Sache", die er noch dringend erledigen muss.

Dies ändert sich abrupt, als Carl von einem alten Bekannten zu einem Seminar des "Ja-Sager"-Gurus Terrence Bundley (Terence Stamp) eingeladen wird und dort mit dessen Philosophie bekannt gemacht wird: "Ja" zu sagen zu allem und jedem. Nach anfänglicher Skepsis beschliesst Carl, das Programm auszuprobieren und zu einen Ja-Sager, einem "Yes Man" zu werden.

Yes Man

Halleluja!

Zu jedem Vorschlag und auf jede Frage mit "Ja" zu antworten hat natürlich seine Vor- und Nachteile: So chauffiert man dann Obdachlose durch die halbe Stadt bis dem Auto das Benzin ausgeht, und installiert der älteren Nachbarin die halbe Wohnungseinrichtung, aber man lernt auch Koreanisch, was sich als durchaus nützlich erweisen kann, und man trifft durch Zufall die quirlige, kreative, spontane Allison (Zooey Deschanel).


Kinofilm-Rating

Ja, Ja Ja, sehr gerne, auf jeden Fall, so machen wir das. Für alles eine zustimmende Antwort zu haben, immer einverstanden sein. Ein "Yes Man", ein Ja-Sager sein. In Zeiten der globalen Finanzkrise, sind Menschen, die immer zu allem "Ja" sagen, in Verruf geraten. Vor allem in der Wirtschaft, da braucht man nun Leute, die selbständig denken, die auch einmal auf unangenehme Aspekte aufmerksam machen und nicht nur allem unbesehen zustimmen. Yes Man ist aber kein Dokumentarfilm über das Versagen der Wirtschaft, sondern die neue Komödie mit Jim Carrey, der Ja-Sager ist hier nicht blind loyal, sondern offen für Neues und daran interessiert sein Leben zu leben. Der Ja-Sager wird also positiv verstanden.

Zu allem immer "Ja" zu sagen - eine interessante Ausgangslage für einen der berühmtesten Komiker Hollywoods. Eine Ausgangslage, mit der bestimmt viele komödiantische Situationen geschaffen werden können, die sich für Hauptdarsteller Carrey mal positiv, mal negativ gestalten können. Der Film setzt also bei der Frage an, was alles geschehen kann, wenn man immer "Ja" sagt, und hier liegt eine Stärke des Films. Es werden nicht nur abgelutschte Ideen verwendet, die man schon in unzähligen Komödien gesehen hat, sondern den Filmemachern sind auch einige neue, frische Situationen eingefallen, sodass der Film insgesamt interessant und spannend ist. Angenehm ist auch, dass Jim Carrey wieder einmal zeigt, dass er mehr kann, als er in seinen frühen Filmen gezeigt hat und in Yes Man zum Glück auf seine übertriebenen Grimassen zum grössten Teil verzichtet.

Ebenfalls positiv aufgefallen ist, dass Yes Man keine reine Komödie ist, sondern nach der Einführung von Zooey Deschanels Charakter auch romantische Elemente enthält und so sein Publikum erweitern kann. Diese romantischen Elemente sind sehr feinfühlig gestaltet und wirken realistisch. Hervorzuheben ist das Zusammenspiel von Carrey und Deschanel und die Beziehung, die sich zwischen ihren Figuren entwickelt. Zooey Deschanel beschrieb ihre Figur Allison, als coole, kreative, spontane Person, die so ist, wie Carl gerne werden möchte. Dieser Aspekt ist in Yes Man deutlich zu spüren und passt gut zur Message, die der Film vermitteln möchte: dass man das Leben geniessen soll, während man lebt, und dass es gut sein kann, auch mal etwas zu tun, was einem auf den ersten Blick nicht zusagt, man aber später bereuen würde, wenn man es nicht getan hätte.

Insgesamt ist eine lustige, spannende Komödie, die aufgrund ihrer romantischen Elemente sowohl Männer als auch Frauen anspricht. Yes Man ist sicherlich kein Oscarkandidat, aber beschert dem Zuschauer einen unterhaltsamen Kinobesuch.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (81 Bewertungen) | 4 Kommentare

4.54.5
16.02.2009 / lbo