Yes Man (2008)
Der Ja-Sager
Yes Man (2008) Der Ja-Sager
Oder: Positive Nebenwirkungen
Carl Allen (Jim Carrey) ist ein Nein-Sager. Er sagt "Nein" zu allem. Er lehnt die Kreditanträge ab, die er bei seinem Job in einer Bank bearbeitet, er sagt Partys ab, zu denen er eingeladen wird, und wenn sein bester Freund Peter (Bradley Cooper) mit ihm in einer Bar etwas trinken gehen will, dann hat Carl immer diese "Sache", die er noch dringend erledigen muss.
Dies ändert sich abrupt, als Carl von einem alten Bekannten zu einem Seminar des "Ja-Sager"-Gurus Terrence Bundley (Terence Stamp) eingeladen wird und dort mit dessen Philosophie bekannt gemacht wird: "Ja" zu sagen zu allem und jedem. Nach anfänglicher Skepsis beschliesst Carl, das Programm auszuprobieren und zu einen Ja-Sager, einem "Yes Man" zu werden.
Zu jedem Vorschlag und auf jede Frage mit "Ja" zu antworten hat natürlich seine Vor- und Nachteile: So chauffiert man dann Obdachlose durch die halbe Stadt bis dem Auto das Benzin ausgeht, und installiert der älteren Nachbarin die halbe Wohnungseinrichtung, aber man lernt auch Koreanisch, was sich als durchaus nützlich erweisen kann, und man trifft durch Zufall die quirlige, kreative, spontane Allison (Zooey Deschanel).
DVD-Rating
Den richtig "lustigen" Jim Carrey haben wir nun auch schon ein paar Jahre nicht mehr im Kino gesehen. Zwar zeigte sich der Mann immer wieder in Filmen wie Number 23, aber Grimassen schneiden und so richtig blödeln durfte er lange nicht mehr. Das hat sich nun, wenigstens teilweise, ein bisschen geändert. Denn in Yes Man darf er ein paar Kostproben von dem geben, was er halt immer noch am besten kann. Nämlich die Sau rauslassen, rumturnen und einfach Spass haben. Und das goutieren auch die Zuschauer, denn Yes Man spielte in den Staaten fast 100 Millionen Dollar ein und bescherte dem sympathischen Kanadier einen weiteren Hit an den Kinokassen.
Wer kennt's nicht. Die ewigen Fragen auf der Strasse, die Spam-Mails oder Telefonangebote, die man immer ablehnen muss, sofern man nicht in endlose Gespräche oder dubiose Aktionen involviert werden will. Jim Carrey ist in Yes Man genau so ein Typ, der immer "Nein" sagt, Etliches ablehnt, von sich abprallen lässt und nur dann zufrieden ist, wenn alles in den gewohnten Bahnen verläuft. Bis er an einem Vortrag nahegelegt bekommt, doch von nun an einfach mal "Ja" zu sagen. Der Mann probiert's, muss gleich einen Penner rumkutschieren und dem auch noch grad sein ganzes Geld übergeben. Denn "Ja" sagen kann auch Nachteile haben.
Wir werden nun also Zeugen, wie Jim Carrey koreanisch lernt, Bungee springt und sich natürlich auch noch in eine Frau verliebt. Das macht er sehr sympathisch, irre witzig und total komisch. Wenigstens am Anfang, denn die Basis des Filmes läuft bald Gefahr, langweilig zu werden und sich zu verlaufen, was man mit einer Liebesgeschichte zu verhindern versucht. Die hat dann aber leider recht Mühe und lässt somit den zweiten Teil der Geschichte klar schwächer wirken, als es uns der Start noch versprochen hatte.
Dieser Film lebt von der Präsenz von Jim Carrey. Der Kerl macht, was er will, hat Spass, wird dann aber vom Drehbuch zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Das nimmt dem Flim den Schwung, steuert aber geradeaus auf das obligate Happy-End hin. Leider helfen diesbezüglich auch die grossen Augen von Zooey Deschanel (The Happening) nicht weiter. Die Dame geht ein wenig unter, und auch die nötige Chemie zwischen ihr und Carrey lässt zu wünschen übrig. Sie reiht sich in die Riege der bekannten Gesichter, die als Nebenfiguren relativ wenig zu tun kriegen, wenn der Meister versucht, aus seinem Dilemma wieder herauszukommen.
Fazit: Yes Man beginnt stark, hat herrliche Szenen zu bieten ("Red Bull") und macht in der ersten Filmhälfte richtig Spass. Danach geht's, drehbuchbedingt, immer mehr auf die Schiene der Rom-Com von der Hollywoodstange. Schade, denn hier hätte man die Chance gehabt, einen etwas "anderen" Film zu drehen. Zumal mit diesem Hauptdarsteller sicher mehr möglich gewesen wäre, wenn man ihn denn nur gelassen hätte.
Das Bonusmaterial auf Yes Man ist ganz klar Jim Carrey gewidmet. Wir sehen ihm bei seinen Improvisationen zu, grinsen über die komischen Stunts, die er am Set macht und kriegen ein paar verpatzte Szenen geboten, die ebenfalls recht witzig sind und das Gefühl verleihen, dass die Dreharbeiten wohl recht locker gewesen sein müssen. Ausserdem gibt es ein kleines Feature über den "Sound der Zukunft" und die dazugehörigen Musikvideos. Wer Yes Man gesehen hat, der weiss, was es damit auf sich hat....
Qualitativ wird bei Yes Man schöner Standard geboten. Das Bild ist stark und klar und tonmässig dürfen wir uns auf die inzwischen hohe Qualität der Hollywoodproduktionen einrichten. Der Film ist nicht besonders laut, lässt aber jegliche Störgeräusche vermissen und macht einen tollen und sauberen Eindruck.
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3.9 Sterne (81 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 26.06.2009
- Bildformat: 2.40:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Spanisch; Holländisch; Englisch für Hörgeschädigte; Deutsch für Hörgeschädigte; uvm.
- Extras: Improvisationen am Set; Die komischsten Stunts von Jim Carrey; Der Sound der Zukunft; Musikvideos; Verpatzte Szenen



