X-Files: I want to believe (2008)
Akte X: Jenseits der Wahrheit
X-Files: I want to believe (2008) Akte X: Jenseits der Wahrheit
Oder: Sinnloses Sequel Nr. 234
Kurz nachdem eine FBI-Agentin aus ihrem Haus entführt wurde, meldet sich Father Joseph Crissman (Billy Connolly) bei den Ermittlern und bietet seine Hilfe an. Der frühere Priester und verurteilte Pädophile behauptet, Gott sende ihm Visionen über den Aufenthaltsort der Entführten. Während Special Agent Mosley Drummy (Alvin "Xzibit" Joiner) dem alten Mann skeptisch gegenübersteht, will die junge Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) die Person hinzuziehen, die am besten über solche übernatürlichen Phänomene Bescheid weiss: Fox Mulder (David Duchovny), ehemaliger Leiter der X-Akten beim FBI.
Da Mulder aber vor Jahren das FBI verlassen hat und untergetaucht ist, wendet man sich an seine frühere Partnerin Dana Scully (Gillian Anderson), die nun als Ärztin in einer Klinik arbeitet. Obwohl sie offiziell nichts mehr mit dem FBI und Fox Mulder zu tun hat, kennt sie dessen Aufenthaltsort und überbringt Mulder die Nachricht. Nach anfänglichen Bedenken entschliesst sich Mulder dazu, dem FBI zu helfen, aber nur unter der Bedingung, dass Scully ebenfalls mit von der Partie ist.
Mulder ist schon bald davon überzeugt, dass es sich wirklich um ein übernatürliches Ereignis handelt, während die stets rational denkende Scully wie immer skeptisch bleibt. Sie zweifelt stark daran, dass Father Joe wirklich göttliche Visionen hat und sieht in ihm eher einen Hochstapler. Als jedoch eine weitere Frau verschwindet, muss auch Scully auf diese Hinweise zurückgreifen; ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem Mulder und Scully allmählich einem grausigen Komplott auf die Spur kommen ...
Kinofilm-Rating
The X-Files: I Want To Believe war eine der erfolgreichsten TV-Serien der Neunziger Jahre und hat ganze neun Staffeln und einen Spielfilm lang das Publikum mit Aliens, Mutanten, übernatürlich begabten Serienkillern und vielem mehr das Gruseln gelehrt. Die Hauptdarsteller David Duchovny und Gillian Anderson gehörten eine Weile zu den attraktivsten Schauspielern überhaupt und haben, wie auch die Serie selbst, einen Kultstatus erreicht, der seinesgleichen sucht. Zweifellos hat die Serie in den letzten paar Staffeln deutlich an Spannungspotential verloren, besonders, als die Agenten Mulder und Scully immer mehr in den Hintergrund traten und ihren Platz in der Serie anderen Ermittlern überliessen. Trotzdem dürfte wohl so manchem Fan das Herz ein bisschen höher schlagen, wenn die beiden Gruselagenten nun nach sechsjähriger Pause für einen zweiten Kinofilm auf die Leinwand zurückkehren.
Die Episoden der Serie teilten sich in zwei Erzählformen: Zum einen gab es Mythologie-Folgen, in denen es um Alienentführungen, drohende Invasionen aus dem All und Regierungsverschwörungen ging, wobei die Handlung teilweise derart verzwickt war, dass nur noch die allergrössten Fans ganz durchblicken konnten. Zum anderen gab es die so genannten Monster-of-the-Week-Episoden, in denen es keine grössere Einbindung in die Geschichte der Serie gab, sondern verschiedene übernatürliche Bedrohungen in Einzelepisoden aufgedeckt und beseitigt werden mussten. Während sich der erste Kinofilm X-Files: Fight The Future aus dem Jahr 1998 noch klar auf die Alien-Storyline konzentrierte, gehört The X-Files: I Want To Believe ganz eindeutig zur zweiten Kategorie. Dies tönt schon einmal viel versprechend: Nicht nur waren die Monster-of-the-Week-Folgen meist viel unterhaltender, der Film verspricht so auch zugänglicher für das nichteingeweihte Publikum zu sein. Und dies ist tatsächlich ein Aspekt des Filmes, der vollends aufgeht, denn der Einstieg in das Erzählte ist problemlos auch ohne jegliches Vorwissen möglich.
Gleichzeitig lauert aber gerade hier ein grosser Kritikpunkt, denn indem auf Verweise auf die bisherigen Fälle von Mulder und Scully weitgehend verzichtet wird, fehlt dem Film leider auch das spezifisch X-Files-hafte. Mit Ausnahme weniger privater Szenen zwischen Mulder und Scully erweist sich das Ganze in der Tat fast schon als etwas willkürlich, so, als könnte man anstelle der beiden Ex-Agenten jeden beliebigen anderen Filmermittler einsetzen. Besonders enttäuschend sind auch Auflösung und Umsetzung des Falles selbst, denn auf das typische X-Files-Gruselgefühl wartet man leider vergebens. Ganz abgesehen davon, dass es doch gerne etwas übernatürlicher hätte sein können, ist die Handlung wirklich sehr einfach gestrickt, so gar nicht gruslig, ja, irgendwie lahm. In der Serie wäre das zweifellos eine schwache Folge gewesen, als Spielfilm funktioniert es leider nur noch für Fans, die sich an den wenigen Insiderjokes freuen können.
Der Titel The X-Files: I Want To Believe ist dabei durchaus Programm: Während Mulder und Scully beide auf ihre ganz spezielle Weise an ihrem "Glauben" zweifeln beziehungsweise daran festhalten wollen, will man als Zuschauer ganz fest - aber leider vergeblich - daran glauben, dass das bekannte Feeling früherer Fernsehabende zurückkehrt. Das Endprodukt ist zwar nicht grottenschlecht, aber ganz eindeutig schwach. Für die wenigen Anspielungen auf die Serie und die Geschichte der Figuren, die kultige Musikuntermalung sowie für zwei Schauspieler, die aus diesen wenigen Szenen das Beste herausgeholt haben, gibt's sehr wohlwollende und nostalgische 2½ Sternchen.
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2.9 Sterne (56 Bewertungen) | 15 Kommentare



