Where in the World Is Osama Bin Laden? (2008)
Where in the World Is Osama Bin Laden? (2008)
Oder: Über Stock und Stein
Morgan Spurlock wird Vater! Der Test ist absolut positiv und seine Freundin hat auch mehr als einmal getestet. Diese Tatsache stimmt unseren Helden etwas nachdenklich. Denn wie sicher ist die Welt, in der sein Baby geboren wird? Lauern nicht an allen Ecken und Enden Gefahren für das Kleine? Und wo ist man mit Familie heute überhaupt noch sicher vor den Bedrohungen, den Drogen, den Schlägern und Terroristen?
Morgan, guter Amerikaner wie er ist, hat aus unzähligen Actionfilmen eins gelernt. Wenn die Welt am Abgrund steht, wenn kein Mittel mehr hilft und wenn das Böse scheinbar vor dem ultimativen Triumph steht, muss ein einzelner Mann über sich hinauswachsen und zum Helden werden. Diese Vorgabe will er nun umsetzen, um seinem Kind eine bessere Zukunft zu garantieren.
In 19 Wochen läuft "Operation: Special Delivery" ab und bis dann muss die Welt sauber(er) sein. Aus diesem Grund plant Morgan Spurlock etwas, das bisher weder dem FBI, noch dem CIA, noch allen anderen Geheimdiensten gelungen ist. Er will den Mann suchen, der für die Terroranschläge weltweit verantwortlich ist. Den Mann, der scheinbar irgendwo in einem Erdlock lebt und von dort seine sinistre Organisation leitet. Die grosse Frage steht im Raum: Where in the World is Osama Bin Laden?
Kinofilm-Rating
Morgan Spurlock ist ein Mann, der mit seinen Dokumentarfilmen die Welt aufrütteln will. Er zeigt auf humoristische, aber auch entlarvende Weise auf, was denn auf unserem Planeten schief geht, wie die Menschen beeinflussbar geworden sind und wandelt somit auf den Spuren eines Michael Moore. Da lässt er sich schon mal mit Fastfood voll stopfen und präsentiert seine schwindende Gesundheit in Super Size Me. Nun hat er einen neuen Auftrag gefasst, der ihn in eine Kultur entführt, die er so noch nicht gesehen hat. Where in the World is Osama Bin Laden zeigt den Mann auf der Suche nach Antworten. Und die kriegt er. Aber selten diejenigen, die er erwartet hat.
Die Reise beginnt mit der Vorbereitung. Morgan Spurlock bringt sich in körperliche Höchstform, nimmt an Terroristentrainings teil, weiss wo er in einem vollen Restaurant sitzen muss und eignet sich ein paar Brocken der Landessprache an. Denn sein Trip führt ihn von Ägypten über Marokko bis hinunter nach Saudi-Arabien. Dort macht er sich mit schusssicherer Weste auf den Marsch nach Tora Bora, wo Osama Bin Laden das letzte Mal gesehen wurde.
Zwischendurch befragt er Leute aller Art, was sie von Amerika halten, wo denn der böse Terrorist sein könnte und bekommt Antworten, die ihn zum nachdenken bringen. Wieso wird ihm und seinen amerikanischen Landsleuten eigentlich eingeimpft, dass die Menschen mit Turban bös sind? Wie kann es sein, dass in diesen Ländern, deren Menschen an der Armutsgrenze leben müssen, viele Leute in Angst und Furcht leben? Warum hat da nicht jeder ein Gewehr zur Hand und schiesst auf alle Amerikaner? Sind diese Leute schlussendlich gar nicht so bös, wild und unberechenbar, wie es uns durch die Medien immer wieder vorgehalten wird?
Der Stil dieses Films ist ein Mischmasch zwischen ernstzunehmender Doku mit schönen Einblick in fremde Kulturen und interessanten Interviews und natürlich der humorig-bissigen Art von Matt Spurlock, der nicht davor zurückschreckt, sich und sein eigenes Land in die Pfanne zu hauen. Das heitert die teils etwas langen Szenen immer wieder auf und auch die regelmässigen Anrufe nach Hause sind eine schöne Ablenkung vom eigentlichen Thema.
Fazit: Where in the World is Osama Bin Laden ist eine recht interessante Doku geworden, die auf den ersten Blick den Eindruck eines Spassprojektes mit Veräppelungspotenzial macht, aber beim genaueren Hinschauen einen Mann präsentiert, der sich wirklich Sorgen um die politische Lage zu machen scheint. Angereichert mit tollen Landschaftsbildern, ein paar sehr gelungenen One-Linern und der typisch lustigen Arroganz eines amerikanischen Dokufilmers im ihm unbekannten Osten der Welt, ergibt das einen sehenswerten Film.
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