Vantage Point (2008)

8 Blickwinkel

Vantage Point (2008) 8 Blickwinkel

Oder: Wer wars?

Vantage Point

Keine Wackelbilder, bitte

Über 150 Staaten haben ein Bündnis gegen den Terror geschlossen, dessen Start nun in Spanien gefeiert wird. Als Höhepunkt soll US-Präsident Ashton (William Hurt) eine Rede halten. Plötzlich fallen Schüsse, der Präsident sinkt zu Boden und kurze Zeit später explodieren zwei Bomben.

Im Allgemeinen Chaos machen sich die Agenten Barnes (Dennis Quaid) und Taylor (Matthew Fox) auf, den Attentäter zu finden. Die ersten Verdächtigen sind gesichtet, doch auch die haben ihre Geschichten, die sie scheinbar vom Verdacht freistprechen können. Auch Howard Lewis (Forest Whitaker), ein amerikanischer Tourist, der das Ganze mittels Videokamera gefilmt hat, wird ins Zentrum der Ermittlungen gezogen. Denn er scheint den Täter mit seiner Kamera aufgenommen zu haben. Und diese Person bringt nicht nur Agent Barnes mächtig ins Schwitzen.

Vantage Point

Siehst Du, es war doch Offside!

Ebenso mittendrin findet sich die Produzentin der TV-Übertragung, Rex Brooks (Sigourney Weaver), die das Attentat auf ihrem Bildschirm mitverfolgt hat. Sie und ihre Leute sind das Auge des daheimgebliebenen Zuschauers. Auch sie haben scheinbar eine bekannte Person gefilmt, die ihre Hand mit in diesem tödlichen Spiel hatte. Weitere Personen, die Zeuge dieses Angriffs geworden sind, werden nun von den Agenten der Regierung ausfindig gemacht und gejagt. Denn wer denkt, dass ein einzelner Schütze hier am Werk war, der hat sich getäuscht. Das Ganze war perfekt geplant. Doch von wem?


Kinofilm-Rating

Der Film, der sich immer wieder um das Gleiche Geschehnis dreht und in dem verschiedene Personen ihre Blickwinkel präsentieren dürfen, scheint beim Publikum gut angekommen zu sein. Vantage Point sprang in den US-Kinocharts in seiner ersten Woche direkt an die Spitze und das nicht zu Unrecht.

Der Zuschauer kriegt gleich von Anfang an den Tarif erklärt. Das Attentat startet aus der Sicht zweier Secret-Service-Agenten, die von Dennis Quaid sehr verbissen und Lost-Dökti Matthew Fox uninspiriert dargestellt werden. Danach werden dem Zuschauer die (natürlich) immer gleichen Vorgänge, einfach mit anderen Hauptdarstellern, vorgeführt. Da wäre ein sichtlich unterforderter Forest Whitaker, eine unspektakuläre Sigourney Weaver und weitere Mimen, die versuchen, aus der bekannten Szenerie das Maximum herauszuholen. Sogar William Hurt, der ebenfalls nicht annähernd das abrufen muss, was er eigentlich kann, kriegt als Präsident eine Geschichte, die in einer schönen Autoverfolgung durch die spanischen Gässchen und Strassen endet.

Interessant ist natürlich, dass die Details bei der einen Geschichte zum Mittelpunkt einer anderen werden können. Und genau daraus zieht Vantage Point sein Interesse. Die Hauptstory hat man nach zwanzig Minuten gesehen, die Änderungen der Blickwinkel ist nicht grad intelligent gelöst worden und der Zuschauer muss, will er nicht gelangweilt im Kinosessel sitzen, anfangen, sich den Täter selber zurecht zu rücken. Wer wars? Wer hat Dreck am Stecken? Und dann Dennis Quaid auch einen anderen Gesichtsausruck zeigen, als mit zusammengekniffenem Mund in die Gegend gucken?

Fazit: Die persönliche Suche nach dem Täter, der leider dann auch bald mal unspektakulär enthüllt wird, macht aus Vantage Point einen netten Actionfilm, in dem es explodiert, geschossen wird und mit dem Auto durch die Stadt gejagt wird. Dazu kommt die grundsätzlich interessante Ausgangslage, die jedoch von unmotivierten und unterforderten Schauspielern nicht so recht in Gang kommt. Wer einen vielschichtigen Film wie Crash oder 11:14 erwartet, wird enttäuscht.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (81 Bewertungen) | 6 Kommentare

3.5 Sterne3.5 von 0.0-6.0
29.02.2008 / muri