Um amor de perdição (2008)
Um amor de perdição (2008)
Oder: Fatale Fernbeziehung
Die Familie Bothelo hat zwar Geld wie Heu, ist aber zerrüttet. Das schwarze Schaf ist Simao (Tomás Alves), der eigentlich nur zu seiner Schwester Rita (Patricia Franco) einen guten Draht hat. Kunststück, denn Simao ist aufbrausend, gewalttätig, ein Problemkind. Eines Tages zeigt ihm Rita ein Video eines Volleyballturniers, durch das er auf die hübsche Teresa (Ana Moreira) aufmerksam wird. Eine Aussenseiterin, die mit niemandem spricht und anscheinend psychisch krank ist.
Simao bringt Teresa fortan nicht mehr aus dem Kopf. Rita besorgt ihm ihre Handynummer. Am Telefon äussern beide ihre Gefühle füreinander. Doch Teresa ist kurz angebunden: Ihr wurde es verboten, mit Simao zu reden, geschweige denn ihn zu sehen. Die beiden Väter stehen miteinander aus beruflichen Gründen im erbitterten Streit. Die Liebe zwischen Simao und Teresa ist "Um Amor de Perdição", eine verhängnisvolle, zum scheitern verdammte Liebe.
Doch Simao akzeptiert die Einwände gegen ihre Beziehung nicht. Er sieht keinen anderen Ausweg, als Teresa aus ihrer Isolation zu befreien. Koste es, was es wolle.
Kinofilm-Rating
Die Geschichte von Um amor de perdição wurde schon vor langer Zeit geschrieben. 1862 stellte der portugiesische Schriftsteller Camilo Castelo Branco seinen Roman über die verbotene Liebe und ihre fatalen Konsequenzen fertig. Das Buch gehört zu den wichtigsten Werken von Branco, und wurde bereits zu Stummfilmzeiten verfilmt. Weitere Versionen folgten, unter anderem die von 1979, als sich der heutige Regie-Doyen Manoel de Oliveira der Vorlage annahm.
Nun hat Mario Barroso diese in die Gegenwart gezerrt. Dass Update bezieht sich jedoch mehr auf das Drumherum, der zeitlose Kern der Geschichte wird beibehalten. Man darf sich nicht zu stark von der Liebesprämisse blenden lassen. Um amor de perdição handelt eher davon, wie sie blind machen kann und wie weit man dafür geht. So verkörpert Hauptdarsteller Tomás Alves den "angry young man", dessen Blutdruck mit dem Kennenlernen von Teresa nur kurz runtergeht. Simaos Auflehnung hat mit der Familie zu tun; dass sein Vater ihm verbietet, irgendetwas mit Teresa zu tun zu haben, giesst nur noch zusätzlich Öl ins Feuer.
Barrosos Film steuert nach und nach einem apokalyptischen Ende à la "Romeo & Julia" entgegen. Nur ist die Verbindung zwischen Teresa und Simao von Anfang an nicht greifbar. Teresa scheint mehr Gespenst als real und körperlich ausser einer Szene stets distanziert; die Glaubhaftigkeit von Simaos Verfallenheit muss man sich selber einreden, um an dessen Handlungen dran zu bleiben.
Auch technisch befremdet der Film zeitweise. Schnitte und Kameraeinstellungen fühlen sich nicht immer optimal an. Es riecht sozusagen nach Fernsehproduktion und leider auch ein bisschen nach Lieblosigkeit. So wendet man sich besser an die im Film oft zitierte Romanvorlage.
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