Taken (2008)

96 Hours

Taken (2008) 96 Hours

Oder: Ei Mann, wo is mei Tochter!

Taken

Es wird genau gezielt

Eigentlich wollte Bryan Mills (Liam Neeson) ja nur seiner Tochter zum Geburtstag gratulieren. Das Treffen mit Ex-Frau Leonore (Famke Janssen) ist nüchtern, und gegen das Geschenk vom neuen Mann (Xander Berkeley), der ein lebendiges Pferd mitbringt, stinkt Bryan mit seiner Karaokeanlage natürlich ab.

Einst war Bryan ein Topagent der CIA, doch der Job hat ihn seine Ehe gekostet und der einzige Lichtblick in seinem Leben ist nun seine kleine Kim (Maggie Grace). Kein Wunder also, dass der Papa zustimmt, als Kim eine Reise nach Paris plant. Zwar sind väterliche Sorgen vorhanden, aber für sein Töchterchen will Bryan alles tun.

Taken

Einer weniger....

Kaum sind Kim und ihre Freundin aber in Paris angekommen, werden sie entführt. Sie sollen Geld auf dem Strich verdienen und verkauft werden. Bryan Mills besinnt sich seiner Ausbildung und seiner Fähigkeiten und begibt sich nach Paris, um seine Tochter zu befreien. Doch die Zeit drängt, denn wenn er es innert 96 Stunden nicht schafft, sein Mädchen aus der Gewalt der Entführer zu entreissen, ist sie verloren. Und Bryan Mills hat vor, dieses Zeitlimit zu unterbieten. Mit allem was er hat, was er kennt und einer verdammten Wut im Bauch.


DVD-Rating

Ein Thriller im Stil von Taken hat meistens ein bestimmtes Schnittmuster, das Entführungen, böse Gesellen aus dem Osten und einen verzweifelten Mann beinhaltet, der die Entführte befreien will. Seit 24 mit Kim und Jack Bauer ist bekannt, wie dies sehr reisserisch und auch spannend inszeniert werden kann - Taken tut dies nicht anders. In einem Zeitfenster von vier Tagen muss Charakterdarsteller Liam Neeson, in einer eher ungewohnten Rolle als Special Agent im Ruhestand, seine Tochter finden, und er geht dabei sehr kompromisslos an die Sache heran. Dabei schlägt er ein genau so hohes Tempo an wie 24 und kombiniert dabei packende Verfolgungsjagden mit wilden Schiessereien.

Doch Taken ist eine französisch-amerikanische Produktion, die auf einem Script von Luc Besson basiert und vom französischen Regisseur Pierre Morel inszeniert wurde. Das zeigt sich deutlich im Film, denn schon von Anfang an bemüht sich Morel, gut gezeichnete Charaktere zu bieten und den Film sehr roh zu inszenieren. Anstatt viel Explosionen abzufackeln, versucht er selbst wilde Verfolgungsjagden ohne übertriebenes Feuerwerk abzuwickeln. Dies und das intensive Schauspiel von Liam Neeson gibt dem Film mit der guten Kameraführung einen packenden Realismus, der von Anfang an mitreisst und bis zum Schluss dank des intelligenten und abwechslungsreichen Aufbaus gut unterhalten kann.

Allerdings gelten auch bei Taken die üblichen Regeln des Actiongenres, man darf einfach nicht zu genau hinschauen oder das Gesehene hinterfragen. Trotz des soliden Handlungsaufbaus gibt es nämlich so einige Ungereimtheiten, welche den Fortlauf des Filmes sehr erleichtern und einige an sich komplexe Situationen plötzlich äusserst leicht auflösen. Zudem nimmt man Neeson einige der Kampfsequenzen und seine Unverwundbarkeit bezüglich Schlägen und Schüssen einfach nicht ab. Doch in Kombination mit dem Menschenschmuggelring und einigen düsteren Bildern - beispielsweise, wie das neue "Material" gefügig gemacht wird - kann Taken doch eine so dichte Spannung aufbauen, dass solche Pannen nur mässig stören.

Fazit: Taken ist ein sehr schneller, düsterer und roher Actionthriller geworden, bei dem die Handlung sowie die Action stark in der Realität verankert wirkt. Dies gibt ihm über weite Strecken - auch durch die gut gespielten Figuren - eine Glaubwürdigkeit und vermag auch mit dichter Spannung zu überzeugen. Da kann man auch einige typische Plotlöcher und Unglaubwürdigkeiten verzeihen. Unter dem Strich eine positive Überraschung und für Thrillerfans sicher einen Blick wert.

Die DVD kommt äusserst spartanisch ausgestattet daher. Die Bildqualität ist knapp durchschnittlich und kann lediglich mit dem guten Ton das körnige und unscharfe Bild etwas ausgleichen. Die getestete deutsche FSK-16-DVD entspricht zudem der ungeschnittenen Version. Das Bonusmaterial sind ein ordendliches Making-of, das Einblicke in die Produktion und auch Interviews mit allen Beteiligten bietet, sowie eine kommentarlose Aufschlüsselung der Actionszenen, wo man sieht, wie diese entstanden sind.

4.7 Sterne 3.2 Sterne
4.7 Sterne (89 Bewertungen) | 1 Kommentar

4.54.5
23.09.2009 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 19.08.2009

  • Bildformat: Widescreen 2.40:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Italienisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Italienisch
  • Extras: Making-of „96 Hours“; Die Filmpremiere in Frankreich; Inside Action; Von der Produktion zum finalen Film