The Sky Crawlers - Sukai kurora (2008)

The Sky Crawlers - Sukai kurora (2008)

Oder: Rostock - Lautern 0:4

The Sky Crawlers - Sukai kurora

Kildren of Men

Sky Crawlers spielt irgendwo in Europa, in einem anderen, möglichen "Jetzt". Etwa existieren hochmoderne Computer und genetisch veränderte Menschen - so genannte Kildren - doch Flugzeuge sehen aus wie am Anfang des letzten Jahrhunderts.

The Sky Crawlers - Sukai kurora

Topgun reloaded

In dieser Welt lebt Fliegerass Yuichi, der auf einen Stützpunkt in Rostock versetzt wird. Dort gehen merkwürdige Dinge vor sich. Nicht nur scheint sich sein neuer Partner mehr für Alkohol, Meatpie und Prostituierte zu interessieren als für den Verlauf des Krieges. Auch die neue Chefin, wahrlich eine Femme Fatale, verwirrt Yuichi. Gar heisst es, sie habe Jin-Roh, den Vorgänger Yuichis, verführt und dann kaltblütig erschossen.

Und trotzdem lässt sich der gute Knabe auf sie ein. Schliesslich kommt es zur grossen Schlacht und Yuichi muss seine persönlichen Probleme zurückstellen, um nicht zwischen die Fronten zu geraten.


Kinofilm-Rating

Mamoru Oshii gilt als einer der grossen Meister des japanischen Animationskinos. Mit Ghost in the Shell schrieb er 1995 Filmgeschichte, inspirierte unzählige Computerspiele und Actionfilme. Andere bedeutsame Werke sind die Patlabor-Filme oder Jin-Rô. Dementsprechend gross waren die Erwartungen an Sky Crawlers, besonders auch deswegen, weil ein grossartiges Hybrid aus klassischer Animation und moderner 3D-CGI-Technik versprochen wurde.

So beginnt der Film denn auch mit einem furiosen Luftkampf hoch über den Wolken. Dabei sind Optik und Sound - der von George Lucas' Skywalker Studios produziert wurde - atemberaubend und versprechen Grosses. Leider kehrt beim anschliessenden Vorspann bereis die erste Ernüchterung ein, die Namen der Crew werden in einer ewig langen Kamerafahrt durch die Wolken präsentiert, untermalt von grässlich kitschiger Musik. Und es geht sowohl im selben Tempo als auch mit dem gleichen Kitsch weiter. Die Geschichte dümpelt vor sich her, und nur selten sorgt eine Actionsequenz dafür, dass der arme Kritiker nicht vollständig wegdöst. Ganz am Schluss gibt's dann zwar noch eine nette Pointe, doch auch das reicht nicht, um den Zuschauer vorher hundert Minuten zu quälen.

Wie sieht es mit der Optik aus, wenn die Geschichte schon nichts taugt? Wie erwähnt, sind die Luftkämpfe tatsächlich schön anzusehen, doch auch sie wirken letztlich wie Zwischensequenzen hundsbeliebiger Computerspiele. Was die restlichen, sehr viel zahlreicheren Szenen betrifft, so kann man diese keinesfalls als Kombination von 2D und 3D in eine "flawless animation" bezeichnen, wie es etwa das Presseheft wagt. Eher wirkt es, als hätte die Crew Öl und Wasser zusammengemischt und kräftig geschüttelt.

Skycrawlers ist folglich eine herbe Enttäuschung. Nicht nur dümpeln irgendwelche platte und unnötig mystifizierte Charaktere durch eine unverständliche Geschichte, auch die Animationen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht klappt's ja beim nächsten mal wieder, Herr Oshii.

2.6 Sterne
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05.09.2008 / han