Stop Loss (2008)

Stop Loss (2008)

Stop Loss

Mit Stop-Loss hat sich John Powell einem Irakkriegsdrama angenommen; ein für den Komponisten eher ungewöhnliches Genre. Mit seinen früheren Arbeiten platzierte sich Powell nämlich primär im Action- und Comedy-Animations-Genre. Eine mit Stop-Loss vergleichbare Arbeit hat der Komponist in den letzten Jahren mit gerade mal einem Score abgeliefert: United 93.

Man könnte deshalb vermuten, dass Stop-Loss das 2008-Pendant zu United 93 ist. Das vorliegende Album hat jedoch noch etwas mehr Abwechslung zu bieten als die sehr verhaltene Komposition zu United 93.

Auch wenn John Powell als Dirigent des Hollywood Studio Symphony Orchestra aufgelistet wird: das Orchester kommt eher selten zum Einsatz, am eindrücklichsten noch im letzten Score-Track "The Greatest Tragedy". Die vorangehenden Stücke basieren überwiegend auf Solo-Einsätzen.

"Michelle's House" präsentiert das melancholische Trompetensolo, das jeweils von Jon Lewis gespielt wird. Dieses Solo ist für einen Kriegsfilm sehr stimmig (um nicht zu sagen klischiert) und erzählt von den physischen und psychischen Verlusten und Verletzungen der Soldaten. Dasselbe Thema wird im Score immer wieder aufgegriffen, was ihm eine Art Leitmotivcharakter gibt. So wird es mit dem Klavier von Doug Petty und John Powell ebenso vorgetragen wie mit den Solo-Gitarren, die von George Doering, Michael Ripoll und John Powell gespielt werden.

Die eher lethargische Grundstimmung des Scores wird ab und zu von pulsierender Elektromusik unterbrochen wie beispielsweise in den Stücken "Squad Book", "Going Awol" und "Leaving Town". Hier kommt auch die harte Perkussion von Jimi Englund zum Einsatz. Für die einen mag dies eine willkommene Abwechslung sein, andere könnte es jedoch auch stören.

Das letzte Stück ist gleichzeitig das Kernstück des Albums und bildet einen recht überraschenden Abschluss der Filmmusik. "The Greatest Tragedy" bedient sich des ganzen Orchesters als Klangkörper. Dies soll jedoch nicht heissen, dass das Stück eine vollorchestrale Dampfwalze ist. Der Grundton bleibt verhalten und es kommen auch keine neuen Themen zum Einsatz. Powell liefert damit ein recht beeindruckendes und in sich stimmiges Arrangement mit überraschend breiter Dramatik.

Fazit: John Powells Musik zu Stop-Loss bietet durchaus schöne Ideen und ist eine beeindruckende Ergänzung zum ansonsten eher Comedy- und Action-dominierten Output des Komponisten. Das Album hat mit einem Scoreanteil von gut 30 Minuten eine adäquate Länge für das gebotene Material. Schön wäre es gewesen, wenn sich Powell noch etwas mehr von den Antikriegsfilmmusik-Konventionen gelöst hätte; Trompeten-Solos und hallende Trommelwirbel sind halt nicht gerade das Originellste.

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15.07.2008 / bab

Sountrack-Infos

Komponisten
John Powell

Release
Label: Varèse Sarabande
Laufzeit: 40 Minuten
EAN: 0030206688627

Tracks

Michelle's House

Graveside

Going AWOL

Tommy Breaks

The Base

Leaving Town

Pool Trip

Troopers

Losing Steve

10 

Brandon Meets Josh

11 

To the Hotel

12 

Call Carlson

13 

Urban Warfare

14 

Theme for Peace

15 

Preachers End

16 

Both Kinds of Danger

17 

Squad Book

18 

The Greatest Tragedy

19 

Can't You See? - The Marshall Tucker Band