The Spiderwick Chronicles (2008)
Die Geheimnisse der Spiderwicks
The Spiderwick Chronicles (2008) Die Geheimnisse der Spiderwicks
Oder: Jared or Not-Jared, that is the question
Nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hat, zieht Helen Grace (Mary-Louise Parker) mit ihrer Tochter Mallory (Sarah Bolger) und den Zwillingen Jared (Freddie Highmore) und Simon (auch Freddie Highmore) aufs Land in das verfallene Haus der durchgeknallten Grosstante Lucinda (Joan Plowright), die jetzt in einem Sanatorium lebt. Die ältere Mallory und der konfliktscheue Simon finden sich wohl oder übel mit ihrer Situation ab, nur Jared schmollt und würde viel lieber bei seinem Vater leben.
Als wiederholt Dinge aus dem Haus verschwinden, verdächtigt man erst Jared, der schon früher durch aufmüpfiges Verhalten aufgefallen ist, aber niemand will seiner Behauptung glauben, dass angeblich etwas in den Wänden des Hauses lebt. In einem zugemauerten Zimmer des Hauses entdeckt Jared schliesslich ein versiegeltes Buch, das sein Ur-Grossonkel Arthur Spiderwick (David Strathairn) geschrieben hat: Das "Handbuch für die fantastische Welt um dich herum". Eine an das Buch geheftete Warnung, dass das Buch unter keinen Umständen gelesen werden dürfe, ignoriert Jared kurzerhand, und er beginnt die Einträge über die Wichte, Feen, Gnome und Kobolde, die um das Spiderwick-Anwesen herum leben, zu lesen.
Bald schon erkennt Jared aber, dass er damit einen grossen Fehler begangen hat, denn durch das Öffnen des Buches hat er eine Meute böser Kreaturen auf sich aufmerksam gemacht, die ihm nun an den Kragen wollen. Wie der Brownie Thimbletack (Stimme: Martin Short) Jared erklärt, versucht der böse Mulgarath (Nick Nolte) schon lange, das Buch an sich zu reissen, denn der Besitzer erhält durch die darin enthaltenen Informationen die Möglichkeit, sämtliche magischen Wesen zu beherrschen. Jared und seine Geschwister müssen nun alles daran setzen, um das Buch und sich selbst vor Mulgarath und seinen Troll-Schergen zu schützen...
Kinofilm-Rating
Wer sich bei der Beschreibung der Story fragen sollte, ob es denn wirklich noch eine Verfilmung eines fantastischen Kinderbuches braucht, kann sich schon mal mit zwei Tatsachen trösten: Erstens ist der Film nicht einfach die Verfilmung eines Bandes der Kinderbuchreihe von Tony DiTerlizzi und Holly Black, nein, es sind deren ganze fünf. Man braucht also nicht zu befürchten, dass die Geschichte schleppend langsam voran geht oder gar in ein offenes Ende mündet, damit auch ja eine Fortsetzung her muss. Ganz im Gegenteil: Die Story bleibt bis auf wenige familienzentrierte Szenen meist sehr actionbetont, geht flott voran, geizt auch nicht mit Gruselszenen und ist am Ende definitiv fertig erzählt. Und zweitens bleibt der Film im Gegensatz zu vielen anderen Fantasyfilmen weit unter der 2-Stundenmarke.
Eine wahre Augenweide sind die vielen Spezialeffekte, allen voran die animierten magischen Kreaturen. Auf der einen Seite sind da die Fieslinge um Mulgarath, die teilweise wirklich echt gruselig-hässlich sind, ohne aber für die jüngeren Zuschauer zu krass zu werden, auf der anderen Seite die guten Wesen, die die Bereiche Witz und Jö-Effekt abdecken, wie etwa Thimbletack, der sich, wenn er wütend ist, in einen grünen Bogart verwandelt und so irgendwie wie ein winziger Hulk aussieht. Den Vogel schiesst aber (buchstäblich!) der von Seth Rogen (Knocked Up) gesprochene Schweinekobold Hogsqueal ab, der sich durch Feigheit, eine grosse Klappe und einen noch grösseren Appetit auszeichnet.
Bei den menschlichen Figuren überzeugt vor allem Freddie Highmore (Charlie and the Chocolate Factory) in der Doppelrolle der völlig unterschiedlichen Zwillingsbrüder, bei dem sogar der Amerikanische Akzent ziemlich sitzt. Auch der eigentlich altbekannte Scheidungshandlungsstrang wirkt durch seine Leistung durchaus überzeugend und fügt dem Film ein paar unerwartet ernste Töne hinzu. Einzig das vielleicht etwas gar kurze Finale und die eher langatmigen Szenen mit Tante Lucinda dämpfen die Begeisterung ein bisschen. Aber dafür wird man während des restlichen Filmes mit genügend Action, Witz und Grusel entschädigt, dass das gar nicht recht ins Gewicht fällt.
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4.1 Sterne (25 Bewertungen) | 9 Kommentare




