Speed Racer (2008)
Speed Racer (2008)
Michael Giacchino, der musikalische Kopf hinter Lost und Ratatouille, komponierte für den neuen Wachowski Film Speed Racer einen Testosteron geschwängerten Score, der Tempo, Action und die unzähligen Schnitte unterstützen soll. In erster Linie sind also temporeiche Stücke zu erwarten. Diese sind für Orchester, E-Gitarre und teilweise elektronische Rhythmen geschrieben. Dann und wann setzt Giacchino auch auf Animationsscoring, sprich mickey mousing, in dem auf Schnittabfolgen und Geschehnisse on screen minutiös eingegangen wird. Stellenweise erinnert der Score an die jazzigen Blechbläserarrangements aus The Incredibles. Fans jener Musik dürften an Speed Racer wenigstens stellenweise Gefallen finden.
Mir ist diese Komposition allerdings viel zu vage ausgefallen. Einen roten Faden sucht man vergebens, obwohl Giacchino mit kleineren Motiven (das prominenteste ist in Track 7 "Racing's in Our Blood" zu hören), welche allerdings keinen nachhaltigen Gehalt haben, nur so um sich schmeisst. Die ständigen Actiontracks auf ein und dem selben Lautstärkelevel (das Schlagzeug klingt gleich laut wie die Streicher, die Streicher wie die Blechbläser, die Blechbläser wie die Choreinsätze usw.) sind sowieso zu viel des Guten. Dazu sind sie einfach zu wenig abwechslungsreich und wirken mit jeder Minute ermüdender, auch wenn Giacchino sich alle Mühe gibt, hie und da mit Lokalkolorit zu würzen, um den Rennen einen Hauch von "und jetzt befinden wir uns hier" einzuverleiben. Misslingt auf der ganzen Linie.
Speed Racer, die Musik, ist etwa so nötig wie Speed Racer, der Film. Keiner hat darauf gewartet und kaum einer wird sich in 12 Monaten noch daran erinnern. Ich bin jedenfalls froh, dass die 60 Minuten Dauerberieselung, anders möchte ich das Gehörte nicht beschreiben, um sind.
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