Speed Racer (2008)
Speed Racer (2008)
Oder: Aah, diese Farben!
Er liebt Autos seit seiner Kindheit, hat Benzin im Blut und macht nichts lieber, als halsbrecherische Autorennen zu fahren. Speed Racer (Emile Hirsch) interessiert sich ausschliesslich für Autos, die Rennen und noch ein bisschen für seine Freundin Trixie (Christina Ricci). Er fährt für den Rennstall seines Vaters Pops (John Goodman), bringt seine Mom (Susan Sarandon) durch seine Fahrkünste in Besorgnis und eifert seinem Bruder nach. Der ist in einem brutalen Rennen vor Jahren gestorben, nachdem er sich mit Pops überworfen hatte.
Der reiche Royalton (Roger Allam) unterbreitet unserem Speed ein Angebot, das dieser kaum abschlagen kann. Er schmiert ihm und der ganzen Familie Racer Honig ums Maul, damit Speed doch künftig für seinen Rennstall fahren soll. Doch gegen die feste Familienbande hat der gierige Geschäftsmann keine Chance. Speed lehnt ab und wird gleichzeitig bedroht. Durch seine Absage hat er sich nämlich ins Visier der mächtigen Firmen gebracht, welche die Rennen (und die Sieger) kontrollieren. Und es wäre ein Wunder, wenn Speed die nächsten Rennen überleben würde.
Zur gleichen Zeit taucht Inspector Detector (Benno Führmann) im Haus der Speeds auf. Im Schlepptau hat er den geheimnisvollen Racer X (Matthew Fox), der vor einiger Zeit einfach auftauchte und niemals seine Maske abnimmt. Die beiden Fahrer sollen nun zusammenarbeiten, um den korrupten Machenschaften der grossen Firmen den Riegel vorzuschieben. Und das ausgerechnet im finalen Grand-Prix. Doch keiner der beiden Fahrer ist dafür qualifiziert. Und so müssen beide den Umweg über die brutale und halsbrecherische Rallye nehmen, in der noch so mancher Fahrer in die Tiefe gestürzt ist.
Kinofilm-Rating
Die Brüder Andy Wachowski und Larry Wachowski brachten uns 1999 die Matrix näher und entführten die Kinobesucher in eine Welt, in der Schwerkraft und Logik nicht mehr zu existieren schienen. Mit The Matrix reloaded und The Matrix Revolutions scheiterten sie aber dann am eigenen Level des Geschichtenerzählens und tauchten unter. Nur als Produzenten für V for Vendetta hörte man wieder etwas von ihnen. Nun legen sie mit Speed Racer ein real gewordenes Videospiel vor. Wobei "real" bei den Wachowskis immer mit einem gewissen Augenzwinkern gemeint ist.
Die Trailers haben schon einen kleinen Vorgeschmack abgeliefert. Bunt, schnell geschnitten und extrem anspruchsvoll fürs Auge. So präsentierten sich die Kurzfilme und so entpuppt sich auch der vollständige Film. Wenn die Autos wie auf der Carrerabahn rumfräsen, sich drehen, springen, fliegen oder einfach glitzern, dann hat das menschliche Auge seine Freude. Wer hier nicht automatisch nervöse Zuckungen bekommt, der macht etwas falsch. Denn diese Rennen über Stock und Stein, an Bergkanten entlang, durch die Lüfte und durch Loopings noch zusätzlich aufgemotzt sind eine Beanspruchung fürs Auge, die man im Kino selten zu sehen bekommt.
Erstaunlicherweise halten sich diese Rennen aber in Grenzen und die Macher versuchen doch tatsächlich, eine kleine Geschichte über böse Finanzheinis, grosse Geschäftsmänner und korrupte Fahrer zu erzählen. Dumm nur, dass das eigentlich gar nicht interessiert und diese "Pausen" zwischen den Rennen einfach uninteressant, gar langweilig und sehr kindisch sind. Ausserdem nervt der Jüngste der Racer-Familie so derart, im dem er penetrant auf lustig getrimmt, allen Szenen jeglichen Anflug von Spannung nimmt.
Darstellerisch liegt der Fokus auf Emile Hirsch (der uns in Into the Wild so begeistern konnte) und Matthew Fox (Lost), die sich beide gut machen, wenn sie im Cockpit sitzen und geheimnisvoll tun. Ihnen an die Seite gestellt wurden Christina Ricci (Black Snake Moan) als Eye-Candy, Susan Sarandon (Enchanted) als brave Mutti und John Goodman (Arachnophobia) als Schnauz-Papi, die versuchen, der lauen Geschichte ein bisschen Gewicht zu geben, was Letzterem auch ohne weiteres gelingt...
Natürlich guckt man Speed Racer nicht wegen der Story. Die Stunts, die Effekte, die Farben, das sind die Elemente, mit denen dieser Film zu punkten versucht. Und anfänglich ist dieses Farbendurcheinander auch recht beeindruckend. Wenn dann aber die Rennen beginnen und diese mehr an Matchbox-Autos als an Rennwagen erinnern, verliert Speed Racer vieles von seiner Stärke. Leider. Zwischendurch erinnert er sogar, man mags kaum glauben, an den bunten Cat in the Hat.
Fazit: Speed Racer dauert nicht nur eindeutig zu lange (135 Minuten), sondern tut mit der Zeit den Augen richtig weh. Dazu kommen eine schwache Geschichte, oberflächliche Charaktere (wer hat hier was anderes erwartet?) und gelungene Actionszenen, die man aber bald mal gesehen hat. Ein Trip für die Augen ists geworden. Aber einer, dessen Wirkung schon nach kurzer Zeit wieder verpufft.
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3.5 Sterne (31 Bewertungen) | 11 Kommentare




