Sommer (2008)
Sommer (2008)
Oder: Nicht nur Kalifornien hat coole Strandtypen
Wieder einmal heisst es Umziehen. Der 15-jährige Tim (Jimi Ochsenknecht), der mit seinem Vater, einem Luftwaffenpilot, schon um die halbe Welt gezogen ist, muss einmal mehr seine Heimat auf Zeit verlassen. Diesmal geht es von Berlin zur Grossmutter auf eine kleine Nordseeinsel. Kaum angekommen, steckt das coole Skaterkind auch schon mitten in den Problemen. Er legt sich mit Lars (Jannis Niewöhner) und dessen Bande an. Der Sohn eines reichen Bauunternehmers führt sich auf, als ob ihm die Insel gehöre. So ist er gar nicht begeistert, als Tim seine Clique davon abhält, den dicklichen Eric (Julian Krüger) zu verprügeln.
Ärger ist also schon vorprogrammiert. Die Situation für Tim verschlimmert sich weiter, als er sich zu allem Übel auch noch in die hübsche Vic (Sonja Gerhardt) verguckt, die sich zu seinem Leidwesen als Lars' Freundin entpuppt. Tim, nicht abgeschreckt von Erics Warnung, dass Vic ausserhalb seiner Liga sei, macht sich nun daran, zuerst die Freundschaft und dann auch die Liebe des hübschen Inselmädchens zu gewinnen.
Doch der selbstbewusste Lars lässt sich nicht so einfach die Freundin ausspannen und sinnt auf Rache...
Kinofilm-Rating
Eine Teenie-Romanze à la La Boum oder Dirty Dancing schwebte den Produzenten von Sommer vor. Dementsprechend sind auch die Themen schnell definiert: Freundschaft, die grosse Liebe, das erste Mal. Was den Teenager halt so beschäftigt. Nun kann man sich fragen, ob die Welt wirklich noch eine Teenie-Rom-Com braucht. Ist das Genre doch eigentlich mit den erwähnten, und natürlich auch noch weiteren Varianten, zu denen dann auch noch unzählige Fernsehserien kommen, schon recht gut abgedeckt.
Doch schliesslich werden Menschen älter und die neue Generation braucht neue Filme, um ihre Bedürfnisse abzudecken. Nicht zuletzt auch durch die Schauspieler. Welche(r) 15-Jährige kennt heute noch Sophie Marceau? Diesem Aspekt wurde in Sommer mit der Besetzung der Hauptrolle des Tim mit Jimi Blue Ochsenknecht, dem anscheinend grössten Teeniestar Deutschlands, Genüge getan. Auch die weiteren Rollen wurden standesgemäss mit jüngeren Schauspielern besetzt, wobei noch zu bemerken ist, dass einige Rollen nach Castingaufrufen in der "Bravo" besetzt wurden. Also ein Film von der Jugend für die Jugend.
Insgesamt ist festzuhalten, dass die jungen Schauspieler durchaus überzeugen können, auch wenn Hauptdarsteller Jimi Blue seine Schauspielerei manchmal etwas sehr auf zwei Gesichtsausdrucke beschränkt. Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber Sonja Gerhardt, die Tims "Love Interest" Vic verkörpert. Die junge Frau kommt in Sommer zu ihrem Kinodebüt und versprüht in ihren Szenen eine ansteckende Natürlichkeit. Auch schafft sie es, potenziell eher peinliche Szenen nett und ansprechend zu gestalten.
Die Nebenrollen wurden passend besetzt, so spielt Uwe Ochsenknecht auch im Film den Vater von Jimi Blue. Vor allem aber ragen Ingeborg Westphal als Tims Grossmutter und Peter Lerchbaumer als moralisch nicht ganz einwandfreier Polizist heraus und können den Film auch komödiantisch noch etwas bereichern.
Nun aber zurück zur Geschichte, denn ist es letztlich doch sie, die einen guten von einem mässigen und von einem schlechten Film abhebt. Hier liegt das grösste Manko von Sommer. Leider kann die Story nicht wirklich mit etwas Neuem aufwarten. Der Film bleibt im Grossen und Ganzen in den breit ausgetretenen Spuren seiner Vorgänger und Vorbilder, was sich auch darin zeigt, dass Sommer so ziemlich jedes Klischee ausnutzt, das sich über die Jahre entwickelt hat. Es gibt die flippige Grossmutter, den reichen, pseudocoolen Gegenspieler, den dicken Jugendlichen, der von den Coolen fertiggemacht wird, aber eigentlich ein ganz netter Kerl und überdies noch in die bildschöne Rettungsschwimmerin verknallt ist, den arbeitslosen Alkoholikervater, dem von seiner Frau Vorwürfe gemacht werden, und so weiter.
Langweilig ist der Film aber trotz alledem nur selten. Und doch trüben einige Momente wie das finale Duell zwischen Tim und Lars, oder Erics T-Shirts mit den ziemlich dümmlichen Aufschriften im Stile von "Erotic Supervisor" den grundsätzlich positiven Eindruck von Sommer.
Fazit: Sommer ist ein Film, der mit wenig Neuem aufwarten kann und dem Kenner des Genres sehr voraussehbar daherkommt. Doch das klassische Grundrezept wurde ansprechend verfilmt, und die Figuren und Schauspieler sind sympathisch genug, um den Zuschauer über die Unzulänglichkeiten hinwegzutrösten. Definitiv nicht zu empfehlen für alle Teenieliebeskomödienhasser, zu empfehlen für Jugendliche im Alter der Figuren und für alle, die gerne ein fröhliches Feelgoodmovie sehen.
![]()
3.2 Sterne (4 Bewertungen) | 4 Kommentare



