Back Soon - Skrapp út (2008)
Back Soon - Skrapp út (2008)
Oder: Kleines Handy, grosses Problem
Anna (Didda Jónsdóttir) hat wieder einmal den Punkt erreicht, an dem sie ihr Leben komplett umkrempeln will. Weg von der skandinavischen Insel, weg von ihrem Beruf und ab in die Ferien. Leider kann sie den Beruf nicht einfach so kündigen, denn sie ist einer der wichtigsten Marihuana-Händler der Insel und hat viele Kunden, die auf sie zählen. Deshalb will sie ihren Handel an den Meistbietenden verkaufen und so ihren Lebensabend sichern. Ein Angebot steht, doch der Käufer will Bedenkzeit.
Auf der Rückfahrt vom möglichen Käufer nach Hause macht aber Tómas (Jörundur Ragnarsson) - der Bruder von Anna, der hinter dem Steuer des Wagens sitzt - einen Umweg, da er noch Fische abholen muss. Dort gabelt er auch die junge Frau mit dem Namen Joy (Joy Doyle) auf, die ihren Freund besuchen will, der gerade im Knast sitzt. So brechen die drei auf eine Reise quer durch Skandinavien auf, welche für alle mehrere Überraschungen bereithalten wird...
Kinofilm-Rating
Der Spruch "Die spinnen die Römer!" könnte genausogut auch "Die spinnen die Isländer!" lauten und ist nach Back Soon einmal mehr nicht allzu weit hergeholt. Was nämlich als Komödie deklariert ist, führt mehr zu Stirnrunzeln als zu Lachkrämpfen. Nach rund 90 Minuten bleibt man eher mit einem Fragezeichen als Begeisterung zurück.
Primär kommt Back Soon im Gewand eines Roadmovies daher, bei dem Anna am Anfang auf eine Reise geht und ab da bis kurz vor dem Ende auf Achse ist. Während dies in anderen Filmen sehr kurzweilig und unterhaltend sein kann, ist dies bei Back Soon nur in wenigen Momenten wirklich spassig. Kurzweilig ist das ganze kaum - die orientierungslose Handlung dümpelt dahin, und die meisten Szenen wirken mehr als Füller denn als wirkliche Bereicherung des Films. So kann man zwar sehr schöne Landschaftsaufnahmen bewundern und sich ab der völlig sarkastischen und abgebrühten Anna erfreuen, doch meistens herrscht gediegene Langeweile.
Dass man einen Film der rund 90 Minuten dauert nicht nur damit füllen kann, dass Personen von A nach B fahren, ist klar, deshalb wird Back Soon auch je länger diese Fahrt andauert umso bizarrer und auch gesuchter. Plötzlich kommen christliche Weltverbesserer dazu, irgendwelche französischen Studenten schreiben ihre Dissertation über Anna, und deren Kinder werden plötzlich mit ihrem Vater konfrontiert. Dazu gibt es immer wieder Ausschnitte von der Drogenparty, die währendessen bei Anna zuhause steigt, und die mit viel Pilzen und Bieren den Film mit sinnlosen Szenen zupflastert. Wenn dann noch die Gans das Handy verschluckt und sich das ganze letzte Drittel des Filmes nur noch darum dreht, wie das Handy aus der Gans wieder herauskommt, ist der Witz definitiv verloren.
Fazit: Back Soon ist sicher ein ungewöhnlicher Film, den man nicht alle Tage sieht, doch wohl auch wegen des speziellen isländischen Humors konnte ich wenig damit anfangen. Viele der Szenen sind einfach nicht lustig und passen kaum zueinander. So wird am Ende ein konstruierter Flickenteppich aus einigen amüsanten Szenen und viel Füllmaterial geboten, der unter dem Strich nur bedingt unterhält, und man fragt sich eher, was das ganze soll, als darüber zu lachen.
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3.5 Sterne (5 Bewertungen) | 2 Kommentare



