Seven Pounds (2008)

Sieben Leben

Seven Pounds (2008) Sieben Leben

Oder: Der Tod und die Steuern

Seven Pounds

"Du erinnerst mich an einen Man In Black..."

Irgendetwas ist mit dem Steuerbeamten Ben Thomas (Will Smith) geschehen, und seither scheinen seine Emotionen verrückt zu spielen. Als er mit dem blinden, vegetarischen Telefonisten Ezra (Woody Harrelson) über Gammelfleisch diskutiert, beleidigt er diesen plötzlich in grösstem Masse. Und den Direktor eines Alters- und Pflegeheims schmeisst er kurzerhand durch eine Glasscheibe.

Seven Pounds

"Here's looking at you Kid..."

Doch dann trifft er auf die herzkranke Emily Posa (Rosario Dawson) und ist auf einmal ganz nett. Er beantragt nicht nur, dass ihr Vermögen eingefroren und für die Steuerbehörde unantastbar wird, sondern besucht sie auch privat immer öfters. Er befreit ihren Garten von Unkraut, geht mit ihr spazieren und kümmert sich um ihren Hund, als sich ihr Gesundheitszustand wieder verschlechtert. Und obwohl sich Emily und Ben sehr nahe kommen, kommt auch sie nicht hinter sein Geheimnis.

Der Einzige, der mehr über Ben und seinen Plan zu wissen scheint, ist sein langjähriger Freund und Anwalt Dan (Barry Pepper). Das, was er weiss, macht ihm sichtlich schwer zu schaffen. Aber auch er kann Ben nicht davon abhalten, sieben Fremde auszusuchen und ihr Leben drastisch zu ändern.


Kinofilm-Rating

Für Seven Pounds spannt Will Smith zum zweiten Mal mit dem Regisseur Gabriele Muccino zusammen. Zuvor trieb Muccino Smith in The Pursuit of Happyness zu Höchstleistungen. Ausserdem arbeitet Smith seit Enemy of the State zum zweiten Mal mit Barry Pepper und seit Men In Black II auch zum zweiten Mal mit Rosario Dawson zusammen.

Doch deswegen ist es noch lange kein Film des freudigen Wiedersehens. Im Gegenteil, die Story ist ziemlich mysteriös gehalten und für einmal gibt auch der Trailer nicht allzuviel her. Das Geheimnis um Ben Thomas ist es auch, was den Film antreibt und seinen Reiz ausmacht. Für den geübten Kinogänger wird aber doch zu viel vorweg genommen, und so wirkt der Film stellenweise etwas langatmig.

Darüber mögen aber die beiden Hauptdarsteller Smith und Dawson hervorragend hinwegtrösten. Die Chemie zwischen den beiden scheint einfach gestimmt zu haben und es ist eine Freude, den beiden zuzuschauen. Auch die anderen Schauspieler fallen nicht sonderlich ab, kommen allerdings ein wenig zu kurz. Speziell von Woody Harrelson und Barry Pepper hätte man gerne mehr gesehen.

Weniger hätte es dafür aber bei der Musik vertragen. Diese ist doch etwas gar prätentiös geraten und wirkt bei dem ohnehin emotionalen Geschehen eher kontraproduktiv. So macht die Musik auch den etwas zu häufigen, gequälten Gesichtsausdruck von Smith nicht wirklich erträglicher.

Als Ganzes ist Seven Pounds aber ein gut gespieltes und spannendes Liebesdrama. Auch wenn man auf den erlösenden Twist eine Weile warten muss und dieser nicht ganz alle komplett überraschen wird. Wer sich am Ende übrigens noch immer über den Titel wundert, der soll sich mal William Shakespeares The Merchant of Venice zu Gemüte führen.

4.5 Sterne
4.5 Sterne (60 Bewertungen) | 5 Kommentare

4.54.5
08.01.2009 / mab