Sell Out! - $e11.ou7! (2008)
Sell Out! - $e11.ou7! (2008)
Oder: Don't BUT me - I hate people who BUT me!!
Rafflesia Pong (Jerrica Lai) ist die ehrgeizige, aber mässig erfolgreiche Moderatorin des TV-Kulturmagazins "For Art's Sake". Die Bosse des FONY-Konzerns, dem der Fernsehsender gehört, machen ihr gehörig Druck: Entweder sie erreicht ihre Quote oder ihr Sendeplatz geht bald an Erzkonkurrentin Hannah (Hannah Lo) verloren. Vorläufige Rettung ist ein Video, das ihren schwerkranken Ex-Lover zeigt, wie er ein Gedicht vorträgt, bevor er stirbt. Die Sendung erreicht Rekordquoten, die Bosse fordern mehr davon.
Produktingenieur Eric Tan (Peter Davis) hat derweil andere Sorgen: Seine neu entwickelte multifunktionale Sojabohnenmaschine fällt bei seinem Arbeitgeber FONY Electronics durch, weil ein eingebauter Selbstzerstörungsmechanismus fehlt. Die Bosse merken schnell, dass sie es mit einem Idealisten zu tun haben. Also schicken sie ihm zu einem Idealisten-Exorzisten, der den idealistischen und den pragmatischen Eric in zwei Körper teilt.
Der idealistische Eric ist fortan dem pragmatischen Eric ein Klotz am Bein. Währenddessen ist Rafflesia auf der verzweifelten Suche nach neuen telegenen Sterbenden für ihre neue Sendung. Als die beiden aufeinandertreffen, haben sie eine zündende Idee...
Kinofilm-Rating
Um es gleich vorwegzunehmen: Filme wie Sell Out! sind der Grund, warum sich Festivalbesuche lohnen! Während im internationalen Wettbewerb oft wichtigtuerische Dünkel-Dumpffilmerei tummelt, die niemals den Weg in ein normales Kino finden wird (und die am Anfang von Sell Out! übrigens herrlich parodiert wird), sind in den kleinen Nebensektionen oft die kostbarsten Perlen versteckt. Wie auch 2008 in Venedig, wo dieser Film in der "Settimana della Critica" lief.
Es handelt sich um eine irre Mischung aus Komödie und Musical, völlig überdreht, frech, überbordend und voller spritziger Einfälle. Vor allem in der ersten Viertelstunde des Films kommt man aus dem Lachen kaum heraus. Der Film bietet eine Vielzahl an coolen One-Linern, und man wünscht sich, man hätte Notizblock und -stift dabei, um sich all diese zu notieren. Filmsprache ist übrigens grösstenteils Englisch. Beziehungsweise Manglish, das malaysianische Idiom der englischen Sprache, dessen Unterschied zum Oxford-Englisch auch einer der Running Gags ist.
Mit fortlaufender Filmdauer gibt's dann auch den einen oder anderen Hänger - der soll aber grosszügig verzeihen werden, denn hey, schliesslich handelt es sich um einen No-Budget-Film mit einer Crew fast ausschliesslich aus Debütanten: Yeo Joon Han, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Personalunion, hat bisher erst einen Kurzfilm auf dem Konto und gibt hier sein Langspielfilmdebut. Hauptdarstellerin Jerrica Lai hat gerade mal einen Kurzauftritt in einer TV-Serie vorzuweisen, und Co-Hauptdarsteller Peter Davis wurde vom Regisseur beim Autoreparieren entdeckt.
All dies sind Faktoren, die den Sympathiegrad von Sell Out! weiter erhöhen und Lust auf mehr machen. Aus diesem Grund soll dem kleinen Komödien-Juwel, eigentlich einem klassischen Fünfsternefilm, hier die Bestnote verliehen werden. Auf dass es auch an den Kinokassen bald heisst: Sold out!
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5.3 Sterne (5 Bewertungen) | 3 Kommentare



