Saw V (2008)

Saw V (2008)

Oder: Immer gut wiederkäuen...

Saw V

Guguuseli

Jigsaw (Tobin Bell) ist tot. Das wissen wir. Wir wissen auch, dass mit seinem Ableben die Morde und die sadistischen Spielchen keineswegs gestoppt haben. Nun aber mit einem neuen Mann an den Hebeln, der versucht, die Legende von Jigsaw weiterleben zu lassen.

Wir erinnern uns. Special Agent Peter Strahm (Scott Patterson) wurde als Letzter gefangen genommen und scheinbar ohne Chance auf Überleben in eine Falle gesteckt. Nun hat sich der Teufelskerl aber mittels Stich in die Lunge befreien können und ist somit, neben Agent Hoffman (Costas Mandylor) einer derjenigen, die den Wahnsinn von Jigsaw überlebt haben. Und genau auf den hat es Strahm nun abgesehen. Er ist der festen Überzeugung, dass Agent Hoffman hinter den Morden steckt und beginnt zu ermitteln, in dem er anfängt die Regeln der Polizei zu brechen.

Saw V

Why so serious?

Gleichzeitig findet sich ein neues Grüppchen von Leuten in spezieller Lage. Sie wurden zu Fünft in einen Keller eingesperrt und müssen nun vier Kammern überleben, um mit dem Leben davonzukommen. Dabei dürfen sie sich nicht auf ihren menschlichen Instinkt verlassen, was ihnen natürlich je länger je mehr zum Verhängnis wird.

Die Untersuchungen von Agent Strahm nehmen zur gleichen Zeit immer festere Formen an. Aber Jigsaw hat seine Finger überall und so wird auch die trauernde Ex-Frau ein entscheidender Faktor in diesem Spiel um Leben und Tod. Und das ganz im Sinn von Agent Hoffman....


DVD-Rating

Die wohl erfolgreichste Horrorsaga der Neuzeit erhält das fünfte Kapitel. Entstanden ist es unter der Regie von David Hackl, der in den vorherigen Saw-Episoden unter anderem als Second Unit-Regisseur tätig war und somit mit jedem Aspekt der Serie bestens vertraut ist. Dies ist auch ab der ersten Minute deutlich erkennbar, denn Saw 5 fügt sich visuell nahtlos in die etablierte Saga ein, weshalb man sich auch gleich zu Hause fühlt.

Storymässig setzt Saw 5 dort an, wo Saw 3 und 4 aufgehört haben - diese beiden verliefen handlungsmässig parallel - und erkundet, wie es dazu kam, dass Detektiv Hoffman Jigsaws Gehilfe wurde. Dabei geht der Film erfreulicherweise wieder etwas linearer an die Geschichte heran, und selbst wenn fleissig mit Flashbacks in die Vergangenheit gearbeitet wird, ist es bedeutend einfacher, der Geschichte zu folgen. Allerdings ist man ohne Vorwissen deutlich im Nachteil, denn wie einst bei Cube Zero zieht Saw 5 primär den Vorhang zurück und erkundet, was hinter den Kulissen der vergangenen Filme geschehen ist. Damit der Braten noch etwas fett wird, werden dazwischen ein weiteres Mal fünf Kandidaten durch einen Parcours mit tödlichen Fallen geschickt, und, wie einst bei Saw 2, gibt es natürlich etwas, das alle verbindet. Dazwischen irrt Agent Strahm unkoordiniert durch die Handlung und verfolgt verbissen die Spur zu Detektiv Hoffman, welchen wir aber schon lange kennen.

Doch selbst wenn die einzelnen Handlungsstränge in sich gut konstruiert sind, stellt sich die Frage, ob es wirklich nötig gewesen ist, all diese Vorkommnisse hinter den Kulissen auszubuchstabieren und zu zeigen. Saw 1-3 waren spannend, weil sie eben überraschend waren und auch noch Raum für Spekulationen liessen. Genau dies ist aber bei Saw 5 nicht mehr der Fall. Storymässig werden primär Lückenfüller geliefert, und grosse Überraschungen bleiben aus. Zu all dem gesellt sich auch das grosse Problem, ob man es wirklich gerne sieht, wenn der Handlanger des eigentlichen Killers die Handlung fortführt. Schliesslich sieht man sich auch nicht eine Friday the 13th-Episode an, bei der Jason nur in Träumen auftaucht und irgendjemand anderes die Morde begeht.

Fazit: Bei seinem Debutfilm hat David Hackl eine solide Arbeit abgeliefert, welche sich nahtlos in die etablierte Saw-Saga gliedert. Unter dem Strich bleibt es aber eine Reissbrettkonstruktion, welche sich - anstatt die Handlung weiter zu erzählen - primär nochmals durch das Labyrinth der ersten drei Filme hampelt und da lediglich einige zusätzliche Wege erkundet, welche damals bewusst ausgelassen wurden. Selbst wenn das Endprodukt besser ist als der oberkomplexe vierte Teil, bleibt es eine sehr träge Angelegenheit, welche nur punktweise Spannung entwickelt und den Zuschauer am Ende primär mit der Frage zurücklässt, was für einen Mehrwert die neuste Episode gebracht hat.

Die getestete Limited Collectors Edition bietet so gut wie alles, was der geneigte Fan will. Eine edle Verpackung, ein 36-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen und den Film in einer sehr guten Qualität in der Kino- und der ungeschnittenen Unrated Director's Cut Edition. Diese ist zum einen um drei Minuten länger (91 min), wurde stellenweise komplett umgeschnitten und enthält auch deutlich mehr Blut sowie Intensität als die Kinoversion. Durch die Änderungen wird die Handlung runder und besser verständlich. Das Bonusmaterial setzt sich aus Audiokommentaren, Interviews und Clips zusammen. Doch bis auf die Dokumentationen über die Umsetzung der Fallen bleibt das meiste eher oberflächlich.

3.2 Sterne 4.6 Sterne
3.2 Sterne (56 Bewertungen) | 2 Kommentare

2.52.5
14.06.2009 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

Unrated Director's Cut, erschienen am 18.06.2009

  • Bildformat: Widescreen (1.78:1 - anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (DD 2.0); Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Deutsch (DTS 6.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar von Regisseur David Hackl und Regieassistent Steve Webb; Audiokommentar von den Produzenten; Die Fallen von SAW V; Interviews mit Darstellern Regisseur und Producer; TV-Spots; Behind the Scenes; Trailer