The Ruins (2008)
Ruinen
The Ruins (2008) Ruinen
Oder: Four Americans on vacation don't just disappear!
Ferien in Mexiko sind toll. Sommer, Sonne, Strand, schöne Menschen, viel Alkohol und nichts, um das man sich sorgen müsste. Das denken auch Jeff (Jonathan Tucker), Eric (Shawn Ashmore) und deren Freundinnen Stacy (Laura Ramsey) und Amy (Jena Malone). Und trotzdem ists dem Grüppchen ein wenig langweilig. Da kommt der deutsche Tourist Mathias (Joe Anderson) grad richtig. Er schlägt ihnen einen Trip ins Landesinnere vor, wo sein Bruder an einer Ausgrabung teilnehmen soll.
Die Freunde sind Feuer und Flamme, und als sich mit Dimitri (Dimitri Baveas) noch ein Teilnehmer findet, geht die Reise in den Dschungel los. Nach einigen Verzögerungen erreicht die Gruppe sogar eine schöne Pyramide, die von Gewächs überwuchert, im Nirgendwo steht. Ebenfalls machen sie die (unfreundliche) Bekanntschaft mit Inkas, die mit Gewehr und Pfeilbogen total hysterisch rumschreien und einen Teilnehmer der Gruppe grad mal über den Haufen schiessen.
Der Rest flüchtet panisch die Pyramide hoch, wo Mathias' Bruder eigentlich sein sollte. Von ihm fehlt allerdings jede Spur, und nur noch die Zelte der Ausgraber sind da. Als dann auch noch ein Zweiter der Gruppe zu Schaden kommt und der Rest bemerkt, dass dieses Grünzeug auf der Pyramide keineswegs so harmlos ist, wie es den Anschein macht, fängt der Horror erst richtig an.
DVD-Rating
Blutige Horrorfilme gibt es viele, und spannend ist der eine oder andere auch. Schwieriger wird es, wenn sie auch noch innovativ oder interessant sein sollen. Bei The Ruins hatte ich eigentlich gehofft, dass es eine Kombination von originellem Szenario plus Spannung sein könnte, denn alte Maja Ruinen mit bösen Geheimnissen wurden schon lange nicht mehr in einem Schocker erkundet.
Der Auftakt von The Ruins fällt aber schon sehr routiniert aus. Wie üblich ist eine Gruppe Amerikaner - diesmal zwei Pärchen - in den Ferien und wollen in den letzten paar Tagen nochmals etwas Spannendes erleben. Also sieht man ein weiteres Mal Teenanger zu, die sich munter betrinken, aufeinander herumliegen und dann mit einem Typen losziehen, den sie noch nie gesehen haben, um irgendwelche Ruinen anzuschauen. (Hier muss ich jetzt nicht extra Wolf Creek, Hostel oder Turistas erwähnen, oder?) Soweit so mässig, der Cast fällt ebenfalls recht durchzogen aus. Während die Damen, sprich Laura Ramsey als Stacy und Jena Malone als Amy eine sehr gute bzw ganz ordendliche Performence abliefern, enttäuscht die Männerbrigade durchs Band: Shawn Ashmore (Bobby aus X-Men 2) wirkt hinter seinem dämlichen Hobbitbart genau so deplaziert, wie der ausdruckslose Jonathan Tucker, der sich schon bald als Chef aufspielt.
Auch wenn der Handlungsumriss "Touristen geraten in den Ferien in tödliche Gefahr", zu einem bereiten Gähnen animiert, hat Carter Smith die Romanvorlage von Scott B. Smith (A Simple Plan) doch genutzt, um einen Schocker abzuliefern, der auf einem originellen Szenario basiert, welches doch einiges interessanter ist, als viele seiner Pendants. Zudem bietet er - trotz der FSK 16 Bewertung - einen recht hohen Blutgehalt und lotet in mehreren Momenten mit Grossaufnahmen bei Amputierungen sowie anderen Operationen die Schmerzensgrenze des Zuschauers aus. Leider versagt Smith darin, den Spannungsbogen zu halten. Auch wenn es in und um die Ruinen zu einigen bösen Überraschungen kommt, ist nach der Halbzeit das Pulver verschossen und es wird nichts mehr Neues geboten. Anstatt etwas mehr die Geschichte oder den Ursprung der Ruinen zu erkunden und danach ein spannendes Finale zu bieten, wird nur noch Zeit aufgewendet, um einen nach dem anderen auszuschalten. Was interessant begonnen hat, dümpelt mehr und mehr nach Schema F aus.
Fazit: The Ruins bemüht sich mit einem gut ausgearbeiteten Szenario mit den Ruinen und dem darin lauernden Gemüse einen guten Grusler zu bieten, schlittert dann aber doch bald in die Teenie-Slasher Gefilde ab, wo es primär darum geht, mit wüsten Splatterszenen zu schockieren und einen nach dem anderen auszuschalten. Dennoch hebt er sich mit mit einem ungewöhnlichen Gegner, guter Kameraführung und Charakterentwicklung aus der Menge heraus. Allerdings hätte ihm etwas mehr Mut zur Substanz nicht geschadet und anstatt lange Amputationen zu zelebrieren, hätte er lieber mehr Hintergrundgeschichte, sowie ein überraschenderes Finale ausgearbeitet.
Die DVD ist primär eine grosse Enttäuschung auf dem Bereich der Bildqualität. In Zeiten von High Definition ist das Bild trotz sehr klaren Farben auf grossen Screens grösstenteils nur unscharf. Der Ton liefert allerdings beste Qualität und donnert in den richtigen Momenten klar aus den Boxen. In Zeiten von geschnittenen DVDs ist noch zu erwähnen, dass die getestete 87-Minuten-Version tatsächlich die ungeschnittene Kinofassung enthält. Allerdings gibt es bereits einen Unrated Cut, der etwas mehr Gewaltszenen, etwas mehr Handlung und ein pointierteres Ende enthält, welches aber auch in den deleted Scenes enthalten ist. Allerdings ist dies für einmal nur ein minimaler Mehrwert. Das Bonusmaterial ist hingegen wieder lobenswert, denn die Making Of sowie besonders die Creeping Death-Dokumentation fallen sehr umfassend aus und geben einen guten Einblick in die Produktion. Ein Audiokommentar sowie die üblichen enfallenen Szenen runden das Paket ab.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 18.12.2008
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
- Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1); Türkisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch; Türkisch
- Extras: Making of; Der kriechende Tod; Die Erschaffung von RUINEN; Kommentar von Regisseur Carter Smith und Editor Jeff Betancourt; Entfernte Szenen; Kinotrailer



